Elektrische Pickup Trucks vereinen den amerikanischen Traum der Mobilität. Hier treffen sich die Freiheit des Fahrens auch abseits der geteerten Straße mit dem ökologischen Gewissen dank des elektrischem Antriebs. In den USA werden in diesem Marktsegment mehr als 65 Millionen Dollar jährlich ausgegeben. Und inzwischen haben sich auch die Europäer mit diesem Marktsegment angefreundet.

Viele neue Hersteller bauen am elektrischen Pickup Truck der Zukunft

Im Marktsegment der Pickup Trucks tummeln sich viele neue Namen: Bollinger, Nikola Motors, Rivian oder Lordstown und natürlich Tesla mit seinem Cybertruck fordern die traditionellen Hersteller wie General Motors oder Ford heraus.

Eine besondere Posse fand in den letzten Monaten in Ohio statt. Es ist eines dieser seltsamen Dramen, die sich während der Präsidentschaft von Donald Trump abspielen. In Lordstown, Ohio kündigte General Motors im Jahr 2018 an, dass es sein dortiges Werk schließen werde, um drastisch seine Kosten zu senken. Präsident Trump schimpfte und zeterte über seinen Twitter Account gegen diese Entscheidung. Im Mai des Jahres 2019, also vor genau einem Jahr, beschloss General Motors dann, sein Werk an ein neues Mobilitäts-Startup zu verkaufen. Abhängig von der Zustimmung der Gewerkschaften sei sogar eine Übernahme von Mitarbeitern denkbar, so gab Mary Barra, CEO von General Motors zu Protokoll.

‘Big News for Ohio’ – allerdings waren das fake news

‘Big News for Ohio’ twitterte Trump und verkündete kurzerhand, der alteingessene Truck-Bauer Workhorse werde den Standort übernehmen. Was der Präsident scheinbar nicht wusste, war die Tatsache, dass sich Workhorse seit 2018 in finanziellen Schwierigkeiten befand und nicht der neue Nutzer der Lordstown Fabrik sein konnte.

Workhorse und der elektrische Pickup Truck

Workhorse hatte für gut drei Jahre viel Geld in den Bau eines eigenen elektrischen Pickup Trucks gesteckt und kämpfte mit Cashflow Problemen. Das ist insofern erstaunlich, als dass Workhorse zuvor Verträge über die Lieferung elektrischer (und elektrisch unterstützter) kommerzieller Lieferwagen an Unternehmen wie Ryder und UPS abgeschlossen hatte. Es ist eines von vier Unternehmen in den USA, welches sich um den Bau der neuen Generation von (elektrifizierten) Lieferwagen der US-Post bemühen. Doch auf diese Entscheidung wartet die Branche schon recht lange.

Der ehemalige Workhorse CEO Steve Burns gründet Lordstown Motors

Irgendwann war diese Situation dem langjährigen CEO von Workhorse Steve Burns zu viel, und er gründete ein neues Unternehmen namens Lordstown Motors. Genau dieses Unternehmen wird nun tatsächlich die elektrischen Pickup Trucks im ehemaligen General Motors-Werk bauen. “Das Mahoning Valley beginnt, zum ‘Voltage Valley’ zu werden. Wir glauben wirklich, dass dies eine Gelegenheit ist, zu behaupten, dass der Mittlere Westen (der USA) der Ort ist, an dem Fahrzeuge hergestellt werden sollten. Wir können nicht zulassen, dass Kalifornien den ganzen Spaß hat,” so Steve Burns in einem Statement.

Der Lordstown Endurance Pickup ruck basiert auf dem Workhorse W-15

Lordstown Motors arbeitet an der Entwicklung eines einfachen elektrischen Pickups mit dem Namen Endurance, der auf dem geistigem Eigentum des Workhorse Pickup Trucks basiert. Workhorse hatte seinen eigenen Pickup, den W-15, entwickelt. Burns zahlte nun einem Bericht des amerikanischen Magazins The Verge zufolge seinem alten Arbeitgeber die Summe von 15,8 Millionen Dollar, um das geistige Eigentum für den Pickup den W-15 zu lizenzieren. Zusätzlich erhält Workhorse dem Bericht zufolge zukünftig ein Prozent des Umsatzes jedes von Lordstown verkauften elektrischen Pickups an Provision.

Mit den ersten elektrischen Pickup Trucks rechnen wir erst im kommenden Jahr. Doch dann werden einige Hersteller ihre elektrifizierten Geländewagen weltweit auf den Markt bringen. Und wir werden sehen, welche der E-Mobility Startups in diesem spannenden Marktsegment die Nase vorn haben werden. Denn dieses Marktsegment ist nicht nur in den USA inzwischen ein Wichtiges.