Erst vor wenigen Tagen haben wir von der Zusammenarbeit von Mobility Startup Nikola Motor Company und dem Nutzfahrzeug Hersteller CNH Industrial N.V. berichtet. Beide werden in Ulm Brennstoffzellen Trucks für den europäischen Markt bauen. Die 125.000 Einwohnerstadt Ulm entwickelt sich in diesen Monaten zu einem europäischen ‘Center of Excellence’ in Sachen Brennstoffzellen Mobilität.

Nun legt das Startup Nikola Motors in einer weiteren Fahrzeugkategorie nach.

Nikola Motors kündigt einen elektrischen Pickup Truck an

Nikola Motors wird seinen elektrischen Wettbewerbern wie etwa Tesla und Rivian, aber auch den traditionellen Fahrzeugherstellern wie General Motors oder Ford im Segment der Pickup Fahrzeuge Konkurrenz machen. Das amerikanische Mobility Start Unternehmen kündigt mit dem Modell namens Badger (übersetzt heißt das ‘Dachs’) einen elektrischen Pickup Truck an.

Elektrischer Pickup Truck von Nikola Motors

Der Badger setzt auf einen Elektro-Antrieb mit Wasserstoff

Nikola Motors baut mit dem Badger ein Brennstoffzellen-Fahrzeug und bleibt seiner Linie damit treu. Auch der in Ulm geplante Lkw von Nikola Motors und IVECO wird ein Brennstoffzellen Fahrzeug. Der Badger von Nikola Motors wird also mit Wasserstoff fahren. Dieser wird in Elektrizität umgewandelt wird und treibt so den elektrischen Motor im Fahrzeug an. Zusätzlich kündigt Nikola Motors für den Badger eine Zusatzbatterie an, welche groß genug sein wird, um den Pickup-Truck ganz allein zu betreiben.

Der Badger Pickup Truck folgt dem Prinzip des Nikola Motors Lkw

“Nikola hat Technologie im Wert von Milliarden in das Lkw-Programm gesteckt, warum also nicht in einen Pickup bauen?”, so erklärte es Trevor Milton, der CEO und Gründer von Nikola in einer Presseerklärung des Startups. “Dieser elektrische Pickup kann ohne Leistungsverlust für die Arbeit, Wochenendausflüge, zum Abschleppen, für Geländefahrten oder zum Befahren von Skipisten eingesetzt werden. Kein anderer elektrischer Pickup kann bei diesen Temperaturen und Bedingungen arbeiten”.

Dabei verkündet der Nikola CEO zusätzlich, dass der Pickup mit Platz für fünf Personen über 960 Kilometer Reichweite mit vollem Wasserstofftank und bis zu 480 Kilometer Reichweite allein mit Batterieantrieb erreichen könne. Mit mehr als als 900 PS beschleunigt der Badger in 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Das sind Werte, die auch einen Elon Musk von Tesla beeindrucken dürften, der ja erst Ende des letzten Jahres seinen elektrischen Pickup – den Tesla Cybertruck – als Prototyp der Weltöffentlichkeit vorgestellt hatte.

Dünne Abdeckung an Wasserstoff Tankstellen

Nikola Motors sieht sich als einen Vorreiter in Sachen Brennstoffzellen Trucks und ab sofort auch Pickups. Milton ist demnach auch nicht vor einer bislang recht dürftigen Infrastruktur von Wasserstoff-Tankstellen bange. In Deutschland zählen wir bislang gute 80 dieser Tankstellen, ihre Anzahl soll in den kommenden Monaten auf 100 Stück ausgebaut werden. In weiten Teilen Europas, wie übrigens auch in den USA, finden wir überhaupt keine H2-Tankstellen. Es bleibt abzuwarten, wie schnell der Markt auf diese neuen Fahrzeuge mit Brennstoffzellen reagiert. Eine genügend große Reichweite im Fahrzeug selbst dürfte allerdings eine gute Basis sein.

Elektrischer Pickup Truck von Nikola Motors
Bildrechte: Nikola Motors – elektrischer Pickup mit Wasserstoff als Energielieferant

Mein Fazit zu dem Nikola Motors Pickup Truck mit dem Namen Badger

Mir gefällt dieser weitere Ansatz von Nikola Motors, denn bislang war das Mobility Startup ja für seinen Brennstoffzellen Lkw als Innovation bekannt. Der Entwicklungsschritt in der Nutzfahrzeug-Kategorie von einem Lkw zu einem großen Pickup ist ja nicht so weit. Gerade der amerikanische Käufer liebt die groß-volumigen Pickup Trucks. Hier kann ein elektrischer Pickup mit diesen Leistungsdaten recht zügig Marktanteile erzielen. Das wird allerdings erst dann funktionieren, wenn die Versorgung mit Wasserstoff zumindest regional gesichert sein wird.

Elektrischer Pickup Truck von Nikola Motors