In Japan setzt man bereits seit einiger Zeit bei der Energie- und Mobilitätswende verstärkt auf Wasserstoff. Gerade zur Olympiade in diesem Jahr sollten die Wasserstoff-Fahrzeuge der ganzen Welt verdeutlichen, wie sinnvoll und alltagstauglich diese Antriebsart tatsächlich ist. Nun, die Olympiade wurde ja bekanntlich auf nächstes Jahr verschoben. Das hält die Japaner allerdings nicht auf, ihre Brennstoffzellen-Fahrzeuge weltweit zu testen und somit einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Der Toyota Mirai im Test beim japanischen Botschafter in Berlin

Der japanische Botschafter, S.E. Takeshi Yagi, testete zwei Wochen lang einen Toyota Mirai in seinem Fuhrpark in Berlin. „Japan ist auf dem Weg zur Hydrogen Society. Ich freue mich daher sehr, hier in Deutschland die Technologie testen und mich von der Alltagstauglichkeit überzeugen zu können. Berlin mit seinen fünf Wasserstofftankstellen bietet eine hervorragende Basis für den Einsatz dieser Technologie. Deutschland und Japan sollten auf diesem Gebiet die Kooperation weiter intensivieren“, so der japanische Botschafter Takeshi Yagi.

Die Vorteile eines Wasserstoff-Autos gegenüber rein elektrisch betriebenen Autos

Wer große Strecken absolviert, der muss mit reinen Elektroautos meist mehrere zeitaufwendige Ladepausen einplanen. Anders sieht es mit einem Brennstoffzellenfahrzeug wie dem Toyota Mirai aus: Die viertürige Limousine fährt – ganz ohne lokale Emissionen – im Alltagsbetrieb rund 500 Kilometer weit. Erst dann ist ein drei- bis fünfminütiger Tankstopp nötig. Dieser Tankstopp entspricht also ungefähr der Tankdauer eines Verbrenner Fahrzeuges. Das wasserstoffbetriebene Modell, dessen Brennstoffzelle elektrische Energie für den 113 kW/154 PS starken Elektromotor des Toyota Mirai erzeugt, wird damit zu einer echten Alternative, vor allem für den Einsatz außerhalb von Städten.

In der Hauptstadt Berlin sind ebenfalls zwei Toyota Mirai Fahrzeuge bei der Polizei im täglichen Einsatz im Streifendienst. Die Berliner Polizei dürfte dank der 500 km Reichweite selbst für Verfolgungsjagden ins Brandenburger Umland mit den Toyota Mirai gut gerüstet sein.

Das Nachhaltigkeitsprogramm Toyota Environmental Challenge 2050

Das Vorantreiben der Brennstoffzellentechnik ist Teil des Nachhaltigkeitsprogramms Toyota Environmental Challenge 2050. Darin hat der japanische Automobilhersteller eine Reihe langfristiger Ziele zur Verringerung der CO2-Emissionen seiner Fahrzeuge und seiner Werke festgeschrieben.

Japanische Botschaft in Berlin testet Toyota Mirai Wasserstoff Fahrzeug
Bildrechte: Toyota – der Wasserstoff betriebene Mirai im Test bei der japanischen Botschaft in Berlin

Der Toyota Mirai, dessen Modellbezeichnung vom japanischen Wort für Zukunft abgeleitet wurde, kam im Jahr 2014 in den Handel und fährt seither mehr als 10.000x auf den Straßen. Mit der Inbetriebnahme einer neuen Fertigungsstätte von Brennstoffzellen-Stacks und Wasserstofftanks hat Toyota in diesem Jahr seine Produktionskapazität auf bis zu 30.000 Einheiten pro Jahr verzehnfacht. Toyota gilt gemeinsam mit dem koreanischen Hersteller Hyundai als weltweit führend im Rahmen der Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge.