Nun hat sich der Mikromobilitäts-Anbieter Lime doch dem großen Druck der Straße gebeugt und bringt die ersten 500 E-Bikes von Jump zurück nach Berlin. Wir waren einer der ersten Kritiker der Entscheidung, die roten elektrischen Zweiräder von den Straßen zu nehmen. Bilder tauchten aus anderen Städten auf, in denen die qualitativ hochwertigen und vollständig verfügbaren E-Bikes verschrottet wurden. Was war passiert?

Wie kam es zur Kehrtwende beim Einsatz der roten Jump E-Bikes?

Anfang Mai gab Lime bekannt, dass Uber unter Beteiligung von Alphabet, Bain Capital Ventures, GV und anderen bestehenden und neuen Investoren 170 Millionen Dollar in Lime investiert hat. Im Zuge der Finanzierungsrunde hatte Uber das Mikromobilitätsgeschäft an Lime abgegeben und Lime die gesamte  Jump-Flotte in Europa übernommen.

Nachdem der Mikromobilitäts-Anbieter Lime die Marke Jump samt aller E-Bikes und E-Scooter von Uber übernommen hatte, wurden die roten Jump-Bikes in Deutschland in Berlin und in München abgezogen. Die Begründung für einen Stop der Ergänzung der roten E-Bikes zu den Lime E-Scootern war, dass das Know-how für diese E-Bikes mit dem Rausschmiss der Techniker scheinbar verschwunden sei. Damit wurden Befürchtungen einzelner Jump Mitarbeiter bestätigt, bei dem Übergabegeschäft aus Kostengründen ‘auf der Strecke zu bleiben’.

Die Lime / Jump Kehrtwende startet in Deutschland in Berlin

Nun macht der Anbieter Lime die Kehrtwende. Lime ergänzt damit sein Mobilitätsangebot in der Hauptstadt Berlin um die dort sehr beliebten roten E-Bikes und somit um eine weitere Form der Fortbewegung. Von einem erneuten Einsatz in München ist noch nichts bekannt. Gerade in den europäischen Städten boomen derzeit die Bike Sharing Angebote. Spätestens seit dem ersten Lockdown in Corona Zeiten nutzen die Berliner Einwohner und Besucher gleichermaßen Zweiräder anstelle des ÖPNV.

Die Preise und Verfügbarkeit der roten Jump Bikes in der Lime App für Berlin

Die E-Bikes von Jump können zunächst in der Lime-App und in Kürze auch wieder in der Uber App gebucht werden. Der Mietpreis setzt sich zusammen aus 1 Euro pro Freischaltung und liegt pro Fahrminute bei 0,20 Euro. Lime setzt somit auf das bei seinen E-Scootern eingesetzte Modell mit einem Euro für jede Freischaltung und dem darauf aufbauenden Minutenpreis. Inhaber eines LimePass können sowohl E-Scooter als auch E-Bikes nutzen, zum Beispiel mit dem Tagespaket für 9,99 Euro. Das LimePass Tagespaket berechtigt zu einer unbegrenzten Anzahl an Fahrten bis maximal 30 Minuten.

Die Jump-Bikes fahren mit Tretunterstützung bis zu 25 km/h. Sie sind mit Hochleistungs-Akkus, Scheibenbremsen, Handyhalter und einem robusten Fahrradkorb ausgestattet, in dem sich sogar Einkäufe transportieren lassen.

„Wir waren der erste Mikromobilitäts-Anbieter, dessen Flotte sowohl aus Fahrrädern als auch Elektrorollern bestand. Daher freut es uns umso mehr, dass wir ab sofort in Berlin wieder E-Bikes und E-Scooter im Angebot haben und unsere Nutzer wieder multimodal durch die Hauptstadt bringen werden,” so Jashar Seyfi, Geschäftsführer für Lime in Deutschland.

Zum Start werden 500 Pedelecs im gesamten Berliner Betriebsgebiet zur Verfügung stehen. Die Flotte soll sogar künftig schrittweise entsprechend der Nachfrage vergrößert werden. Die roten E-Bikes und auch die weiß-grünen E-Scooter von Lime können zunächst in der Lime-App gebucht werden und sollen in Kürze auch wieder in der App von Uber verfügbar sein.

Übernahme der Jump-Flotte von Uber macht Lime zum größten Mikromobilität-Flottenbetreiber in Deutschland

Aktuell ist Lime mit einer Flotte von mehr als 35.000 E-Scootern und E-Bikes der größte Betreiber von Elektrofahrzeugen in Deutschland. Zwei Millionen aktive Nutzer zählt der weltweit führende Mikromobilitäts-Anbieter in Deutschland, welche insgesamt rund 11 Millionen Fahrten unternommen haben. Lime bietet aktuell die E-Bikes von Jump auch in anderen Städten weltweit an, darunter London, Paris, Denver, Seattle und Washington, D.C.. Weitere Städte in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt sollen folgen, so hoffentlich dann auch bald wieder in München. Wir sind gespannt.