Nach dem Hype um die Sharing Anbieter von elektrischen Tretrollern – E-Scooter – kommt nun Bewegung in das Segment der E-Roller. Diese auch E-Mopeds genannten elektrischen Zweiräder sind wichtiger Bestandteil in Mikromobilitätsangeboten von Städten. Sie versprechen eine bessere Reichweite, einen höheren Fahrkomfort und können mit Beifahrer genutzt werden.

Im VW-Konzern ist die spanische Marke Seat für Ideen rund um Mikromobilität zuständig. Dazu zählen unter anderem elektrische Scooter und E-Roller, aber auch Carsharing-Angebote und die Entwicklung von Mobility-Apps. In dieser Woche lanciert die VW-Tochter Seat einen eigenen E-Roller, was steckt dahinter?

Seat launcht eigenen E-Roller für die Kurzstrecke

Nach der Vorstellung des eXS KickScooters im vergangenen Jahr steht nun ein E-Roller von Seat in den Startlöchern. Das e-Scooter concept feierte auf dem Smart City Expo World Congress in den vergangenen Tagen in Barcelona seine Premiere. Der Vertrieb soll ab dem Frühjahr 2020 über die Seat-Händler organisiert werden.

Beide elektrischen Zweiräder sind Teil einer neuen strategischen Geschäftseinheit, der Seat Urban Mobility, und damit jüngste Innovationen in der fast 70-jährigen Geschichte des Unternehmens.

SEAT Elektroroller in Barcelona vorgestellt
Bildrechte: Seat – E-Roller und E-Scooter für den Einsatz in der Stadt

Technische Details zum E-Roller von Seat

Der elektrische Seat Roller ist eine Co-Produktion mit dem spanischen Hersteller Silence. Er ähnelt dem annähernd baugleichen Elektroroller Modell S01 von Silence in vielen Dingen. So ist seine Reichweite beispielsweise auch auf bis zu 115 Kilometer ausgerichtet. Den Antrieb besorgt ein 11 kW/15 PS starker Elektromotor, der eine Spitzengeschwindigkeit von 100 km/h verspricht.

Der Roller wartet mit einem CBS-Bremssystem, Rückwärtsgang und LED-Leuchten auf. Eine Smartphonehalterung ermöglicht das einfache Nutzen des Kommunikationsgeräts etwas für Navigationsdienste. Außerdem kann es mittels einer App mit dem Roller verbunden werden. So sind etwa eine Fernortung, Fahrzeugstatus-Überprüfung, die Abfrage des Batteriestatus oder das Starten des Motors per Smartphone möglich.

Die innovative Ladelösung für den Seat Elektroroller

Eine 5 kWh-Batterie für den E-Roller von Seat ermöglicht eine Reichweite von 115 Kilometern. Das Laden geschieht an einer haushaltsüblichen Steckdose. Wer keine Steckdose in unmittelbarer Nähe des Roller-Parkplatzes hat, kann den Batteriepack herausnehmen, um ihn zum Beispiel in der Wohnung oder am Arbeitsplatz zu laden. Der Ladevorgang dauert ca. fünf Stunden.

Dieses Laden des Batteriepacks ist für Spanien eine enorm wichtige Lösung. Die iberische Halbinsel ist ein wahres Eldorado für Mopedfahrer, allerdings sieht es mit den Ladestationen tatsächlich eher mau aus. Die Entnahme des Batteriepacks löst dieses Problem und dürfte bei der Marktdurchdringung der Seat E-Roller eine wichtige Rolle spielen. Der Akku lässt sich zudem als Energiespender für Laptops oder Camping-Zubehör verwenden. Bis zu zwei Helme Platz können im großen Staufach unter der Sitzbank deponiert werden.

SEAT Elektroroller in Barcelona vorgestellt
Bildrechte: Seat – Elektroroller mit bis zu 115 km Reichweite

Was kostet der Elektroroller von Seat?

Preise für seinen Elektroroller hat Seat noch nicht bekannt gegeben. Zum Vergleich: das Modell S01 von Silence liegt derzeit bei 6.600 Euro, in Deutschland ist der S01 bei zunächst vier Händlern zu haben.

Die Zusammenarbeit mit Partnern macht Seat schlagkräftiger

Der neue Head of Urban Mobility bei Seat, Lucas Casasnovas, erklärte: “Wir wollen ein Verbündeter der Städte werden, und das SEeat Konzept der E-Roller ist die Antwort auf die öffentliche Nachfrage nach einer agileren Mobilität. Unsere Zusammenarbeit mit Silence ist ein Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen den Partnern uns effizienter macht.”

Weitere Ankündigungen von Seat im Rahmen des Smart City Expo World Congress

Ebenfalls im nächsten Jahr bringt Seat eine neue Version seines eXS KickScooter. Die leistungsstärkere Version kann bis zu 65 Kilometer elektrisch fahren und Steigungen bis zu 20 Prozent bewältigen. Der Preis für den ab April 2020 verfügbaren elektrischen Tretroller liegt bei 1.100 Euro. Als Einstiegsvariante gibt es noch eine Standardversion mit 25 Kilometer Reichweite für ca. 550 Euro.

Seat Urban Mobility wird zusätzlich das hauseigene Respiro integrieren, eine Carsharing-Plattform, die derzeit in Madrid und seit kurzem auch in der Stadt L’Hospitalet de Llobregat betrieben wird. Respiro verfügt über eine Flotte nachhaltiger Fahrzeuge, die mit komprimiertem Erdgas (CNG) betrieben werden und bald durch den neuen Mii-Elektroantrieb ergänzt werden.

Unser Fazit zu den diversen Launches von Seat beim Smart City Expo World Congress in Barcelona

Seat positioniert sich innerhalb des VW-Konzerns als innovativer Vorreiter in Sachen Micro-Mobility. Neben zwei verschiedenen E-Scootern und dem jetzt vorgestellten E-Roller verfügt Seat bereits über eine eigene Carsharing-Plattform ‘Respiro’. Hier entsteht nach und nach ein spannendes Portfolio an Fahrzeugen und Dienstleistungen für die nachhaltige Mobilität in den Städten. Der VW-Konzern wird sich diese Entwicklung sicherlich genauestens anschauen und dann bei Erfolg auf andere Städte ausserhalb Spaniens ausrollen.