Bereits im Juni diesen Jahres hatte ich die Möglichkeit, auf der InnovationJourney der Messe München mit Christoph Hommet zu sprechen. Christophe ist bei Volocopter verantwortlich für den Aufbau einer Drone für den Logistikeinsatz. Gestern nun hat das Mobility Startup Volocopter seine VoloDrone vorgestellt.

Volocopter expandiert mit der VoloDrone in den Logistikbereich

Volocopter ist eines der spannenden Mobility Startups aus dem Süden Deutschlands. Es versteht sich als Pionier der Urban Air Mobility. Ende Oktober wurde der Demonstrator der hauseigenen VoloDrone vorgetellt. Mit der Lastendrohne expandiert Volocopter in die Logistik, Landwirtschaft, Infrastruktur und öffentliche Versorgungsindustrie.

Was ist die VoloDrone und welchen Einsatzzweck verfolgt sie?

Die VoloDrone ist eine unbemannte, voll-elektrisch angetriebene Schwerlastdrohne, die maximal 200kg bis zu 40 km weit fliegen kann. Dank eines standardisierten Befestigungssystems kann die VoloDrone eine Vielzahl von Einsatzzwecken erfüllen und beispielsweise Kisten, Flüssigkeit oder Maschinen transportieren.

Volocopter stellt VoloDrone für Logistikeinsatz vor
Copyright: Volocopter – Mögliche Einsatzgebiete der VoloDrone Logistiklösung

Anwendungsbeispiele für den Einsatz der VoloDrone

Die VoloDrone wurde als Lösung für verschiedene Industrien entwickelt und bietet dabei Zeit- und Kostenvorteile gegenüber existierenden Industrieansätzen. Anwendungsfälle beinhalten unter anderen die Lieferung schwerer Pakete in abgelegene Orte, Ernteschutz, Transporte von unhandlichen Teilen auf Baustellen. Überall dort, wo ein Bodentransport an seine Grenzen kommt, kann die VoloDrone eine neue Zugangsdimension über die Luft bieten.

Technische Details zur VoloDrone

Der Rotorkranz der VoloDrone hat einen Durchmesser von 9.2m und sitzt auf einer Höhe von 2.3 m. Sie kann ferngesteuert werden oder automatisch voreingestellte Routen abfliegen. Das standardisierte Schienenhalterungssystem, das in Luftfahrt und Logistik weit verbreitet ist, erlaubt eine vielseitige Beladung der Drohne in dem Raum zwischen den Landegestell. So findet eine Europalette darunter Platz und es können Hebeband, Sprühvorrichtungen oder andere Geräte befestigt werden.

Die VoloDrone wird in Bayern in Oberpfaffenhofen gebaut

Das Team der VoloDrone hat seine Basis auf dem Sonderflughafen in Oberpfaffenhofen, nahe München. In München selbst hatte Christophe Hommet als Chief Engineer mit einem kleinen Team gestartet, bevor er dann nach Oberpfaffenhofen umsiedelte. “Von Anfang an haben wir mit strategischen Partnern aus unterschiedlichsten Industrien zusammengearbeitet, um ein Produkt zu entwickeln, das in den spezifischen Anwendungsfällen großen Zusatznutzen bietet. Unsere VoloDrone ist als universelle Lastendrohne angelegt, die für den jeweiligen Zweck passgenau adaptiert werden kann. Wir bleiben damit am Puls der Marktanforderungen,” sagt Christophe Hommet, Chief Engineer VoloDrone.

Interessante Begebenheit ist, dass mit Lilium ein weiteres Erfolg versprechendes Mobility Startup in unmittelbarer Nachbarschaft in Oberpfaffenhofen sitzt.

Gibt es Synergien mit dem Volocopter Flugtaxi aus Karlsruhe?

Zahlreiche Synergien mit dem Volocopter-Flugtaxisystem waren bei der Entwicklung und sind beim zukünftigen Betrieb der VoloDrone von Vorteil. So kann das Team der VoloDrone auf die bestehende Kompetenz im Haus und die Testerfahrungen am Volocopter zugreifen. Die bekannte Mulitkopter-Plattform des Volocopters mit 18 Rotoren, Lithium-Ion-Wechselbatterien, sowie die Flugsteuerungs-Software bilden auch für den Einsatz in der Logistik die Grundlage.

“Unser Kerngeschäft bleibt die Urban Air Mobility mit dem Flugtaxi für Passagiere. Nichtsdestotrotz kann die technische Plattform des Volocopters Mehrwert in weiteren Anwendungen bieten. Mit der VoloDrone können Christophe und sein Team die Vorzüge der Volocopter-Technologie in weitere Industrien übersetzen.” sagt Florian Reuter, CEO von Volocopter. “Somit stärken wir unsere führende Position im nachhaltigen, elektrischen eVTOL Bereich durch neue Anwendungsmöglichkeiten.“

Unser Fazit zur Vorstellung der VoloDrone Logistiklösung

Süddeutschland entwickelt sich zu einem spannenden Testfeld für moderne Elektro-Luftfahrt. Aus meiner Sicht ist es eine großartige Idee, die technologische Kompetenz in Sachen Volocopter auf eine eigene Logistiklösung auszuweiten. Im Bereich des Warentransportes dürften die Zulassungszeiten deutlich kürzer sein, als bei den Regularien für den Transport von Menschen durch elektrische Lufttaxis. Insofern ist es für das Startup Volocopter deutlich schneller möglich, Erlöse mit seinen Mobilitätslösungen zu erzielen.