Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit kaufte die Schwarz Gruppe vor wenigen Tagen die digitale Mobility Plattform ‘TwoGo’. Seit 2010 wurde diese Plattform von SAP entwickelt und betrieben. Die Ausgründung selbst können wir sicherlich als eigenes Mobility Startup bezeichnen. Die Schwarz Gruppe ist mit seinen Einzelhandelsunternehmen Lidl und Kaufland und mit einem Jahresumsatz von 104,3 Mrd. Euro (2018) der größte Handelskonzern in Europa. Die Gruppe plant, TwoGo zukünftig für eigene Konzernmitarbeiter einzusetzen und zusätzlich für externe Kunden offenzuhalten.

Was steckt hinter der TwoGo Lösung von SAP?

Es handelt sich bei der TwoGo Lösung um einen cloud-basierten Service, der derzeit neben SAP von ca. 90 Firmenkunden in DACH (Deutschen Österreich Schweiz) genutzt wird. Einer dieser Firmenkunden ist die Schwarz Gruppe selbst.

Die Schwarz Gruppe beschäftigt alleine in ihrer Heimatregion rund um Neckarsulm 15.000 Mitarbeiter. Sie sucht nach eigenen Angaben schon länger nach Lösungen, um die Mitarbeiter zeit- und vor allem kosteneffizienter zu ihren unterschiedlichen Standorten und wieder nach Hause bringen zu können.

Wie geht es jetzt mit dem Mitfahrservice TwoGo weiter?

Die Schwarz Gruppe plant die digitale Lösung von TwoGo bis zum Jahresende zu integrieren. “Das Thema Carsharing und Mobilitätsdienste gewinnt immer mehr an Bedeutung”, so der Vorstand Zentrale Dienste der Schwarz Gruppe Thomas Kyriakis. Somit haben die Neckarsulmer mit dieser Akquisition eine Lösung für das betriebliche Mobility Management an Bord. Im Rahmen der Initiative ‘ready4green’ wird der Service sukzessive mit Partnern der Schwarz Gruppe ausgebaut.

Wie funktioniert dieser Mitfahrservice TwoGo von SAP?

TwoGo ist eine Mitfahrzentrale für alle regelmäßigen Fahrten. Die Seite vergleicht selbstständig ähnliche Fahrtstrecken und -zeiten seiner User. Dieser Nutzer gibt den Fahrtwunsch ein und die intelligente Technologie findet dann die passende Fahrgemeinschaft. Somit lassen sich mit dieser täglichen Fahrgemeinschaft Zeit und Geld sparen und letztlich wird durch weniger Fahrzeuge auf der Straße die Umwelt geschont.

Die Schwarz Gruppe übernimmt die Mitfahrplattform TwoGo von SAP
Die TwoGo App hilft bei der Suche nach Mitfahrern

Wie erfahren die jeweiligen Nutzer von ihrem potentiellen Mitfahrer bei der TwoGo Applikation?

Die Mitteilung der aktiven Nutzer über geeignete Mitfahrer erfolgt per SMS, E-Mail oder eine Push-Nachricht. Den jeweils aktuellen Standort der passenden Mitfahrer kann man sich als Nutzer der TwoGo App vor der Fahrt mittels GPS-Daten anzeigen lassen.

Wie entstand diese TwoGo App?

TwoGo ist aus der firmeneigenen Mitfahrzentrale für die Mitarbeiter von SAP hervorgegangen. Sie ist heute in einer iOS und einer Android Version kostenlos für jedermann nutzbar.

Welche weiteren Kunden betreut TwoGo mit seiner Mobility Plattform?

Die TwoGo Plattform ist Partner für viele namhafte Konzerne. Neben Audi, BASF und Helvetia nutzen MAN, Merck, Osram oder Puma die Mitfahr-App.

Eines der erfolgreichen Kundenbeispiele von TwoGo findet sich in Österreich. In Villach und in Klagenfurt wird mit Smart City Strategien ein Schwerpunkt auf multimodale Mobilität gelegt. Als Mobilitätsdienstleistung wurde hier die TwoGo Plattform für  Mitfahrgelegenheiten identifiziert. Dabei partizipieren in Kärnten eine Reihe von namhaften Betrieben und öffentlichen Einrichtungen an der „TwoGo“-Initiative. Neben den Konzernen Infineon und Imerys sind auch das Land Kärnten und das Landeskrankenhaus Villach dabei.

Unser Fazit zu dieser Akquisition der TwoGo App durch die Schwarz Gruppe

Die Schwarz Gruppe macht im Rahmen ihrer ‘ready4green’ Initiative Ernst in Sachen Mobilität. Die Akquisition von TwoGo passt in das Bestreben des Handelskonzerns, die Mobilität in ihrer Region zu verbessern. Weg vom Individualverkehr, hin zu Fahrten Teilen und weniger Fahrzeugen auf der Straße. Da TwoGo scheinbar für SAP keine strategische Bedeutung hatte, ist der Service bei der Schwarz Gruppe auf alle Fälle besser aufgehoben.