Wir beginnen den Post zum Lucid Air Elektroauto mit einem Nachtrag, quasi im Anschluss an die weltweite Vorstellung:

Anfang September, genauer gesagt am 09.09.2020 wurde also der Lucid Air erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. In Newark, California, erdacht und vom Hersteller Lucid Motors gebaut, soll er als Elektroauto im Premiumsegment die Welt erobern. Dafür bringt er modernste Technik, hohe Reichweite, Schnellladefähigkeit und eine extreme Beschleunigung mit. Alles keine schlechten Argumente, um in dieser Welt der Elektromobilität ernst genommen zu werden. Das Design wirkt ebenfalls sehr hochwertig. Der Preis allerdings auch. Das alles ist Grund genug für mich, den Lucid Air einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Bei der Vorstellung des neuen Lucid Air am 9. September wurden die verschiedenen Preise und Ausstattungsvarianten des neuesten amerikanischen Elektroautos bekannt. 

  • The Air, das Einstiegsmodell der Modellreihe, preislich unter 80.000 US Dollar und verfügbar ab dem Jahr 2022.
  • Das Air Touring-Modell, ab 95.000 US Dollar erhältlich und ab Ende 2021 auf dem Markt.
  • Air Grand Touring mit mehr Ausstattungsmöglichkeiten, ab 139.000 US Dollar erhältlich und ab Mitte 2021 zu haben.
  • Die in limitierter Auflage erschienene Air Dream Edition, erhältlich bereits ab dem Frühjahr 2021, der Einstiegspreis in die Lucid Air Welt beginnt also am oberen Ende mit 169.000 US Dollar.

Was macht das Elektroauto Lucid Air so besonders?

Der Lucid Air soll die Fahrlinie vorgeben, in denen sich die zukünftigen Fahrzeuge der Marke Lucid Motors bewegen. Spitzenwerte bei der Reichweite (830 km), der Beschleunigung, der Höchstgeschwindigkeit sind der Antrieb des Lucid Air. Ein 300 kW Schnellladesystem sorgt für angenehme Versorgung mit Strom und kurze Wartezeiten, sofern das Laden zwischendurch doch einmal nötig wird. Das ist der Einsatz von E-Mobilität vom Feinsten.

Mit der absolutenTop-Variante, der Dream Edition des Lucid Air starten die Amerikaner also. Sie beinhaltet eine Kombination aus Lucid-spezifischen Merkmalen und technischen Innovationen. Hier wird eine 1.080 PS starke Luxus-Elektro-Limousine mit enormer Reichweite kommen, die seinesgleichen im Markt sucht. In den Farben Infinite Black, Stellar White oder einer Dream Edition-exklusiven Eureka Gold-Ausführung fallen diese Lucid Air E-Autos dementsprechend auf. 

Welche Realisierungspläne verfolgt das Elektroauto Start-Up Lucid?

Die Produktion für die neuen Elektroautos entsteht in Casa Grande, Arizona. Die 700 Millionen Dollar teure Fabrik inkludiert 300 Millionen Dollar für die erste Phase der Produktion und zeigt den klaren Fokus des Herstellers auf elektrische Mobilität. Zunächst sollen 34.000 Fahrzeuge vom Band rollen. Gegen Ende des Jahrzehnts ist dann eine Jahresproduktion von 400.000 Elektrofahrzeugen von Lucid geplant. Bis zum Jahr 2027 ist die Produktion von mindestens einer Million Elektroautos von Lucid Motors geplant. Das bedeutet mindestens eine zweite Fabrik und noch einige zusätzliche Modelle vom Elektroautohersteller.

Der Stellenwert der Technologie im Unternehmen

Die Form und die Platzierung der Displays wurde nach dem Optimum für das Fahrerlebnis kreiert. Ein curved, 5K-floating-Screen war das Ergebnis. Es ist optimiert für die Bedienung durch den Fahrer und die Sicht auf die Straße, sogar von der Rückbank aus. Eine bequeme Bedienung für beide Insassen im vorderen Raum bietet das Display in der Mittelkonsole. Es kann im Armaturenbrett verschwinden und bietet weiteren Stauraum. Die Mittelkonsole bietet weiterhin Stauraum und die Möglichkeit der induktiven Ladung für Mobiltelefone. Eine einfache Bedienung stand im Vordergrund, damit der Umstieg von herkömmlichen Fahrzeugen mit vielen Knöpfen im Innenraum leicht fällt. Daher sind einige Elemente und Funktionen auch abseits des Bildschirms bedienbar. 21 Lautsprecher mit 800 W sorgen für ein einzigartiges Klangerlebnis.

Natürlich ist auch eine App für die Fernbedienung dabei. Es gibt beispielsweise Optionen für die Temperatur, die gewünschte Route oder Ladestationen unterwegs. Mittels Gesichtserkennung stellt sich das Fahrzeug auf den Fahrer ein. Mittels Google-Alexa wird der Lucid Air zu einem fahrenden Büro. Mit over-the-air-Updates werden weitere Funktionen nachgeliefert.

Fahrassistenzsysteme sind ebenfalls aus der nächsten Generation. Sie wissen, worauf sich der Fahrer konzentriert und können im Notfall intelligent eingreifen. Die Scheinwerfer sind komplett neu gedacht. Das Resultat sind sehr kleine Scheinwerfer mit sehr hellem und homogenem Licht. Natürlich ist auch bidirektionales Laden an Bord. Die Technologie ermöglicht die Stromversorgung des eigenen Hauses oder die Ladung eines anderen Lucid.

Lucid Motors realisierte die Reichweite nicht durch eine extra große Batterie, sondern durch Effizienz. 4 Meilen (6,44 km) pro kWh liegen deutlich offenbar über der Effizienz der Konkurrenz. Die Batteriepakete sind so geformt, dass der Unterboden eine bessere Aerodynamik aufweisen kann. Das Battery Monitoring System (BMS) ist auf die Langlebigkeit und die Steigerung der Reichweite ausgelegt. Das Design nach dem Vorbild von Legobausteinen ermöglicht die Massenproduktion und den leichten Austausch defekter Pakete. Mit 300 kW und 900 V ist die Schnellladung ebenfalls der Konkurrenz überlegen. Die Batterie wurde auf der Rennstrecke entwickelt und dieses Wissen fließt vollständig in den Lucid Air ein. Die entwickelte Technologie (Batterie, BMS, Motor) erzeugt knapp über 1.000 PS. Auch ein elektrischer Premium-Sportwagen kommt da nicht mit. Der Elektromotor hat das weltweit beste Gewicht-Leistungsverhältnis, mit 670 PS bei 73 kg. In den Lucid passen mehrere E-Motoren.

Was zeichnet den elektrischen Lucid Air im Innenraum aus?

Ein allgemein sehr aufgeräumtes Design, außen wie innen. Keine unnötigen Schnörkel oder Spoiler aber eine klare Linie, die sich an und in dem Elektroauto immer wieder findet. Die anderen Elemente wurden um diese Linie herum designed. Minimalismus, Funktionalität, hohe Qualität und die Natur, bzw. das Licht in Kalifornien waren der Maßstab für jedes Details, die Farbgebungen und das Ambient Light im Innenraum.

Für ein spezielles Gefühl im Innenraum des Premium-Elektroautos sorgt ebenfalls das Design und die farbliche Gestaltung. Während der vordere Bereich eher dunkel und sportlich gehalten ist, ist die Rückbank mit hellen Farben auf Entspannung ausgelegt. Die Rücksitze lassen sich bei dem entsprechenden Modell um 45° zurück klappen. Eine Fußstütze sorgt in dieser Haltung für zusätzlichen Komfort. Ein Glasdach sorgt für eine offene Atmosphäre.

Was können Lucid-Kunden für die Zukunft erwarten?

Das autonome Fahren soll nachgeliefert und mit Over-the-Air-Updates nachgerüstet werden können. Das Elektroauto nimmt dem Fahrer damit die Konzentration auf die Fahrt ab. Es kann selbstständig gewisse Aufgaben erledigen, wie die Kinder abholen. In den hinteren, zurückdrehbaren Sitzen, die optional sind, können sich Insassen entspannen und eines schönen Tages vom Autopilot an ihr Ziel bringen lassen. Das Bild unten zeigt, wie komfortabel diese Sitzeinstellung für die Passagiere im Fonds sein werden.

Zudem bietet der Innenraum enorm viel Platz. Kleine Elektromotoren und eine Aussparung zwischen den einzelnen Batteriepaketen für mehr Beinfreiheit auf der Rückbank ermöglichen das. Dadurch war zudem ein sehr kompaktes Äußeres möglich. In Kombination mit einem revolutionären Belüftungssystem ist das Platzangebot unter der “Motorhaube” das Größte, derzeit am Markt. Hier gibt es mehr Platz als bei 4 sehr populären Konkurrenten zusammen. Bei einem umgelegten Rücksitz passt sogar ein Surfbrett in den Kofferraum.

Welchen Vergleich kann man vom Lucid Air zum Elektroauto Marktführer Tesla ziehen?

Die Taktik, die Lucid Air für die Einführung seiner Elektroautos verfolgt, klingt bekannt – ja fast wie von Tesla abgeschaut. Das amerikanische E-Mobility Powerhouse hat sich auch zunächst den Start mit teuren Fahrzeugen finanziert. Die ersten Kunden konnten sich die damals exorbitant teuren ersten Elektroautos aus dem Hause Tesla leisten. Lucid Air startet im Frühjahr 2021 mit der Air Dream Edition – also am oberen, dem Luxusende der Fahrzeugskala.

Nachdem die Akzeptanz für Fahrzeuge aus dem Thema Elektromobilität geschaffen war, wurde bei Tesla der breite Markt angegangen. Das liegt daran, dass der heutige CEO von Lucid, ehemaliger CTO und zeitgleich ehemaliger Chefingenieur von Tesla war. Er ist überzeugt, Lucid könnte der erste, ernst zu nehmende Tesla-Konkurrent werden. Was spricht dafür: Lucid hat das Geld, die Technologie und die Talente dafür. Das Geld kommt übrigens aus Saudi Arabien, mehr als eine Milliarde Dollar wurde bereits im September 2018 für den Bau des Lucid Elektroautos bereitgestellt.

Das erste Modell einer neuen Automarke ist wie eine Definition, wofür die Marke steht, wie sie im Markt wahrgenommen wird. So war es auch bei Tesla mit dem Model S. Der CEO Rawlinson nimmt natürlich weitere Lektionen aus seinen drei Jahren bei Tesla mit. So ist Tesla seiner Aussage nach Prozess-feindlich.

Lucid selbst aber stellt sich Prozess-freundlich auf, um ein Produktions-Chaos zu vermeiden. Das bedeutet, dass es zwar ein Start-up ist, in dem üblicherweise sehr agil gearbeitet wird. In einer solchen Firma übernehmen die Mitarbeiter gerne auch einmal mehrere Funktionen und öfter Aufgaben, die eigentlich gar nicht zu ihrer ursprünglichen Position gehören, aber es ist eben notwendig. In einem Prozess-freundlichen Unternehmen werden von Beginn an Prozesse und Arbeitsabläufe eingeführt, damit die Strukturen und internen Abläufe klar sind. Das soll die Effizienz steigern. Potentieller negativer Effekt: das kann dazu führen, dass einige Mitarbeiter dann (temporär) sehr wenig zu tun haben.

Mein Fazit zum Elektroauto Lucid Air

Lucid Motors hat mit dem Lucid Air einige Meilensteine und Standards gesetzt. Die Ansprüche und Ambitionen der Gründer und deren Investoren sind hoch. Die Ziele sind aber für heutige Verhältnisse realistisch, denn der amerikanische Elektro-Wettbewerber hat es vorgemacht. Einige andere Anbieter von E-Autos ziehen im oberen Segment der E-Fahrzeuge aktuell nach. Der Audi e-tron, der Jaguar i-PACE oder der Mercedes-Benz EQC erfüllen ebenso wie das Tesla Model 3 die Bedürfnisse der Kunden im Premiumsegment. Doch der Lucid Air ist diesen klar überlegen.

Wenn man sich die Stellenanzeigen anschaut, kann Lucid offenbar gar nicht genügend hochgradig ausgebildete Mitarbeiter einstellen. Der aktuelle Stand der Entwicklung ist sehr vielversprechend, auch wenn die Entwicklung der Lucid Air noch viele Millionen Euro verschlingen wird. Daher bleiben wir weiter dran.

Bildrechte: https://lucidmotors.com/