Mein Erfahrungsbericht mit dem smart EQ fortwo – Fahrspass pur in der Stadt – für Neuanfänger in Sachen Elektroautos der perfekte Einstieg. Doch beginnen möchte ich mit einem kleinen Rückblick.

Bereits der erste Prototyp war ein Elektroauto

Bereits im Jahr 1992 stellte die die damalige Micro Compact Car AG, ein Joint Venture von Daimler-Benz und dem Swatch-Erfinder Nicolas Hayek, ihre ersten Prototypen vor: für zwei Personen, elektrisch angetrieben und sehr, sehr kompakt. Ja ihr habt richtig gelesen: der erste Prototyp des heutigen smart EQ fortwo war bereits ein elektrisch angetriebenes Fahrzeug. Die Straßenversion des smart wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Es ist also höchste Zeit, sich diesen kleinen Elektroflitzer einmal genauer anzusehen.

Im vergangenen Jahr auf der IAA 2017 präsentierte Daimler Firmenchef Zetsche einen elektrischen smart. Er überraschte dabei mit der Aussage, dass der Smart bald rein elektrisch unterwegs sein wird. Mutig dachte manch einer der Besucher der Messe zum damaligen Zeitpunkt. Doch spätestens nach meiner Woche im elektrischen Zweisitzer bin auch ich vollends überzeugt. Dieses Fahrzeug von Daimler sollte es ausschließlich in elektrischer Form geben, kaum ein anderes Auto eignet sich so sehr für den elektrischen Betrieb, wie ein smart.

Der smart EQ fortwo ist das perfekte Stadtfahrzeug

Mein Testfahrzeug wurde mir von der LEW in Augsburg zur Verfügung gestellt (vielen Dank dafür) und ist der Klassiker unter den smart Fahrzeugen. Der smart EQ fortwo ist der originale Zweisitzer in vierter Generation. Mit einer Länge von 2,70 Metern, einem Wendekreis von unter sieben Metern und seiner extrem agilen Lenkung bringt das Elektroauto jeden Fahrer in der Stadt zum Schwärmen.

Im Gegensatz zu den Verbrennervarianten hat der EQ natürlich kein Fahrzeuggeräusch. Dafür schießt er an der Ampel spontan vondannen und ist trotz des kurzen Radstandes sehr komfortabel. Mein Testfahrzeug besitzt einen 60 kW starken Elektromotor, mit seinem Drehmoment von 130Nm beschleunigt er in unter 5 Sekunden auf 60 km/h. Yes!

Ladesituation und Reichweite

Daimler gibt die Reichweite nach NEFZ mit 160 Kilometer an. Diese Werte erreiche ich in meiner Testwoche nicht, ich lande eher bei 130-140 Kilometern. Aber mal ganz ehrlich: für die typischen Stadtfahrten wie für die Einkäufe, um die Kinder von der Schule abholen usw. reicht das vollkommen. Für die allermeisten Stadtbewohner dürfte das mehr als genug sein, um den ganzen Tag unterwegs sein zu können. So lässt sich bei der typischen Tagesstrecke der smart EQ alle 2-3 Tage Nachts dank seiner onboard-Laders mit 4,7 kW bequem in der Garage oder im carport laden. Er braucht dafür ca. 6 Stunden. Mit meinem Wallcharger klappte das sogar in unter vier Stunden.

Ein wenig schwieriger wird das allerdings für diejenigen von uns, die tatsächlich einmal die Stadtgrenze überschreiten oder besser überfahren. Meine Fahrt in die Innenstadt von München musste ich dann für ein paar Stunden vor Ort unterbrechen, da ich ansonsten nicht nach Augsburg zurückgekommen wäre. Das ist ein wenig misslich, aber streng genommen reden wir ja hier auch von zwei verschiedenen Städten. D.h. dass bei Verbleib in einer Stadt solche Ladezeiten kaum auftreten sollten.

Preislich gesehen liegt der smart EQ fortwo derzeit bei knapp 22000 Euro. Abzüglich der Umweltprämie von 4000 Euro und einer Eintauschprämie von 1000 Euro (solange der Vorrat reicht und bis max. Ende 2018) kann man den smart EQ für knapp 17000 auf dem Hof stehen haben. Sofern man, und das ist für mich der wirklich große Wermutstropfen, Lieferzeiten von mehreren Monaten in Kauf nimmt.

Liebe Freunde von Daimler: jetzt habt ihr hier ein wirklich großartiges Stadtauto als Elektrofahrzeug auf dem Markt und könnt es tatsächlich nicht liefern. Nachdem wir nun endlich eine gewisse Nachfrage nach den bislang als Ladenhütern verschrienen Elektroautos erkennen, da wird dieses kleine Pflänzchen eMobilität wieder im Keim erstickt. Gut, den Kollegen von VW geht es mit ihrem Golf electric nicht anders, auch hier scheinen die Wartezeiten bis in den nächsten Winter hinein zu bestehen. Aber das kann ja nicht der Maßstab sein.

Meine Aufforderung: legt Sonderschichten ein – baut schon heute ausschließlich diese Elektroversion – legt los! Dieser smart EQ fortwo ist die perfekte Antwort für alle Kritiker an Elektroautos. Er ist das ultimative Elektrofahrzeug für die Stadt.

So wird das was mit der Elektromobilität!!!

Hier noch ein Vorbericht auf eine Zukunftsversion des smart electric:

Elektrischer Smart im E-Carsharing von Daimler

 

Bildrechte: Michael Brecht mit dem smart EQ fortwo in der Augsburger Altstadt

2 KOMMENTARE

  1. Danke für den informativen Bericht, vielleicht werde ich selbst diesen Ministromer mal in Augsburg probefahren 🙂

    „…für die typischen Stadtfahrten wie für die Einkäufe, um die Kinder von der Schule abholen usw. reicht das vollkommen.“ – Das will ich sehen, wie man mit einem „fortwo“ „die Kinder“ von der Schule abholt – mindestens eines fährt dann ja wohl mit dem Fahrrad dem Smart hinterher 😉

    „Meine Fahrt in die Innenstadt von München musste ich dann für ein paar Stunden vor Ort unterbrechen, da ich ansonsten nicht nach Augsburg zurückgekommen wäre.“ – Naja, man fährt ja auch nicht von Augsburg nach München, um nach einer Viertelstunde Espressotrinken wieder zurück zu fahren. In der Zeit, die man also vor Ort ist zum Einkaufen, im Konzert, auf dem Geschäftstermin… steht der Stromer an der Ladesäule. Das Laden sollte natürlich nicht länger dauern als das Fahren, sonst macht der Hersteller etwas falsch. Augsburg-München sind 80 Kilometer, das fährt man in einer guten Stunde bis eineinhalb Stunden – das Laden für diese Strecke sollte nicht mehr als 30-45 Minuten dauern – hier muss wohl noch nachgebessert werden?

    Mir würde so ein Stadtflitzer in Verbindung mit den Öffis reichen – nur mit dem Laden sieht es als Laternenparker in Kleinstadtrandlage mau aus – leider.

    Grüße aus dem Augsburger Umland – Minze

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