Wie herkömmliche Autos auch müssen Elektroautos hin und wieder betankt werden, um sie nutzen zu können. Für Elektroautos nennt man das Laden. Prinzipiell können E-Autos an nahezu jeder Steckdose aufgeladen werden. Unterwegs können Fahrer auf eine der ungefähr 50.000 (teil-)öffentlichen Ladesäulen in Deutschland zurückgreifen. Die Anzahl der Ladestationen in Städten, auf Rastplätzen und bei Einzelhandelsgeschäften steigt ständig, sodass E-Autos bald überall mit neuer Energie versorgt werden können. Auch auf vielen Parkflächen und in Parkhäusern gibt es mittlerweile Ladestationen für Elektroautos, die Preise unterscheiden sich hierbei jedoch teils erheblich. Dieser Artikel erläutert, wo und wie das E-Auto betankt werden kann, wie lange es dauert und welche Kosten dabei anfallen.

Was ist ein Elektroauto?

Unter dem Begriff „Elektroauto“ wird ein Personenkraftwagen mit einem Elektromotor statt des herkömmlichen Verbrennungsmotors für Benzin oder Diesel verstanden. Auch Nutzfahrzeuge mit einem geringen Eigengewicht können Elektroautos sein. Für den Antrieb sorgen seit den 2000ern Akkumulatoren, die auf Lithium basieren. Diese haben den Vorteil, dass bei ihnen kein sogenannter „Memory Effect“ eintritt, durch den die Ladeleistung des Akkus im Laufe der Zeit immer weiter abnimmt. Einer der Vorteile des E-Autos im Vergleich zu üblichen Kraftfahrzeugen besteht aufgrund der Akku-Technologie darin, dass es keine Abgase ausstößt, was der Umwelt zugutekommt.

Neben den reinen Elektroautos, die ausschließlich mit einer elektrischen Energiequelle funktionieren, gibt es auch Hybridfahrzeuge. Diese nutzen zur Energiegewinnung neben einem Akkumulator beispielsweise noch einen der folgenden Energieträger:

  • Kondensator
  • Brennstoffzellen
  • Verbrennungsmotor

Wie lange dauert es, ein Elektroauto zu laden?

Die Ladezeit ist abhängig davon, wie groß das Speichervolumen des Akkumulators ist und wie viel Stromstärke und Spannung die Steckdose erbringt. An einer haushaltsüblichen Steckdose dauert es ungefähr zehn bis zwölf Stunden, um das Elektroauto vollständig zu laden. Eigens für E-Autos konzipierte Ladesäulen benötigen hingegen nur 30 Minuten bis vier Stunden, um den Akkumulator zu füllen. Eine dritte Lademöglichkeit stellt die sogenannte „Wallbox“ dar, bei der der Ladevorgang je nach Leistung knapp zwei bis vier Stunden in Anspruch nimmt. Eine Wallbox wird meist in der Garage installiert und dient der privaten Stromversorgung des E-Autos.

Elektroauto zu Hause laden

Haushaltssteckdosen wurden nicht dafür entwickelt, über einen langen Zeitraum die hohe Leistung abzugeben, die ein E-Auto benötigt. Sie können sich dabei gefährlich erhitzen und einen Brand verursachen. Die vorgenannte Wallbox hingegen ist eine besondere Art von Steckdose, die an der Wand montiert wird und dafür ausgelegt ist, E-Autos wieder mit Energie zu versorgen. Das Aufladen geht mit einer Wallbox deutlich schneller und gefahrlos vonstatten. Anschaffung und Einbau können kostspielig sein, mehrere Bundesländer haben jedoch Förderprogramme aufgelegt, durch ein Teil der Kosten erstattet werden. Weitere Informationen zum Thema sind hier nachzulesen.

Kosten beim Laden eines Elektroautos

Für die Ladekosten gibt es keinen bundeseinheitlichen Preis und keine Regelung zur Preisgestaltung, sodass die Betreiber von Ladesäulen selbst entscheiden, wie viel sie für die Benutzung der Stromtankstelle verlangen. Daheim kostet das Aufladen ungefähr 29 Cent pro Kilowattstunde, an öffentlichen Ladestationen kann der Preis allerdings mit 89 Cent deutlich höher liegen. Unterwegs sind Fahrer von E-Autos jedoch auf gewerbliche Ladesäulen angewiesen, sodass sie den höheren Preis in Kauf nehmen müssen.

Tipp: Es kann sich lohnen, die Kosten verschiedener Ladesäulenanbieter zu vergleichen und die Route entsprechend zu planen, um günstigere Angebote zu nutzen. Im Internet gibt es Karten, die aufzeigen, wo sich Ladestationen befinden.

Beim E-Tanken sind jedoch nicht nur die Preise uneinheitlich. Je nach Anbieter ist auch eine andere Zahlmethode zulässig, beispielsweise mittels einer Ladekarte, die zuvor besorgt werden muss, oder einer App. Das Zahlen mit Kreditkarte ist nicht überall möglich, weshalb insbesondere bei einer längeren Fahrt oder einer Urlaubsreise vorher eine genaue Planung nötig ist. So kann im Vorfeld festgelegt werden, welche Ladestationen genutzt werden sollen und welches Zahlungsmittel der Anbieter akzeptiert. Wer dies versäumt, kann insbesondere im Ausland auf Probleme stoßen.