Mit E-Kennzeichen kostenlos parken. Das geht in einigen deutschen Städten mittlerweile tatsächlich. Immer wieder sieht man Autos mit Nummernschildern, bei denen hinter der Nummer noch ein ‘E’ steht.

Was bedeutet das ‘E’ auf dem Nummernschild?

Das ‘E’ auf dem Nummernschild ist ein Zeichen dafür, dass das gekennzeichnete Auto ein Elektroauto ist. Der Fahrer kommt damit in den Genuss einiger Vergünstigungen. Grund für die Ermöglichung dieser Ausnahmen ist das Emobilitätsgesetz (EmoG). Es trat bereits im Juni 2015 in Kraft und erlaubt Städten und Gemeinden, Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb Sondergenehmigungen auszustellen.

Das Sonderkennzeichen gibt es bei den Straßenverkehrsämtern jeweils als Alu- oder als Kunststoffplakette zu erwerben. Die Kunststoffvariante lässt sich an den erhabenen Buchstaben gut erkennen. Aufgrund der verwendeten Materialien lassen sie sich besser recyclen als die Aluminiumschilder, letztlich ein weiterer Beitrag zum Umweltschutz.

Welche Vorteile und Nachteile existieren für die Nutzung eines E-Kennzeichens?

Seit September 2015 können diese Kennzeichen für rein elektrische betriebene Fahrzeuge, Plug-in-Hybride und Brennstoffzellen-Autos in diversen deutschen Städten beantragt werden. E-Kennzeichen Vorteile beinhalten demnach bestimmte Sonderrechte für Elektroautos.

Vorteile für die Nutzung eines E-Kennzeichens

Bei den speziellen Rechten, die man mit den Kennzeichen erhält, kann es sich zum Beispiel um Vorteile beim Parken oder die Mitbenutzung von Busspuren handeln. Mit dem E-Kennzeichen kostenlos parken ermöglichen inzwischen immer mehr Städte.

Mit dem Elektroauto kostenlos parken hat aber auch eine wichtige Voraussetzung: es funktioniert nur, wenn das Elektroauto auch entsprechend gekennzeichnet ist. Wer das E-Kennzeichen in der Form ‘MK-GG-23E’ besitzt oder eine E-Plakette auf der Windschutzscheibe kleben hat, kann mit seinem E-Auto auf den gebührenpflichtigen Flächen kostenlos parken – oder bekommt eine Stunde geschenkt.

Die Nachteile der Nutzung eines E-Kennzeichens

Das E-Kennzeichen hat im Grunde genommen kaum Nachteile aufzuweisen. Bedingt durch den weiteren Buchstaben am Ende des Kennzeichens wird höchstens die Verwendung einzelner gewünschter Buchstabenkombinationen schwieriger. Letztlich ist zu berücksichtigen, dass auf dem standardisierten Kennzeichen ein Buchstabe mehr als gesetzt gilt. Insofern überwiegen die E-Kennzeichen Vorteile deutlich deren Nachteile.

Mit dem E-Kennzeichen in die Stadt fahren und die Vorteile nutzen

Inziwschen sind in vielen deutschen Städten die E-Kennzeichen eingeführt. Beispiele für diese Städte sind Stuttgart, Hamburg oder auch Landsberg.

In Landsberg bekommt man eine Stunde geschenkt
Quelle: Sabrina Pfeifer

Mit dem E-Kennzeichen in Stuttgart unterwegs

Stuttgart hat bereits 2012, also drei Jahre vor dem Inkrafttreten des EmoG einen Sonderparkausweis für E-Fahrzeuge eingeführt. Hiermit können Besitzer von Elektroautos kostenfrei auf gebührenpflichtigen Parkplätzen fahren. Wer allerdings auch 2017 weiterhin ohne Parkgebühren parken will, der muss das neue Kennzeichen für sein Elektrofahrzeug beantragen. Die letzten Ausweise liefen Ende September 2016 aus.

Für Stuttgarter, die mit dem Auto in die Stadt fahren und ständig auf Parkplatzsuche sind, ist das natürlich eine ziemliche Erleichterung. Wer holt sich schon gerne einen Strafzettel, weil er nur zehn Minuten am Straßenrand kurz geparkt hat, um noch in den Supermarkt zu sprinten?

Die Vorteile mit dem E-Kennzeichen in München

Die Stadt München gestattet Fahrern mit “E” im Kennzeichen ein kostenloses Parken an den vielen Ladestationen der Stadt. Zusätzlich gilt seit dem Sommer 2018 dass Elektroautos und Plug-in-Hybride in München bis zu zwei Stunden lang kostenlos parken dürfen. München fördert damit die Verbreitung der Elektromobilität durch kostenloses Parken für Elektroautos.

Die Vorteile für das Nutzen von E-Kennzeichen in Hamburg

Hamburg hat als erster deutscher Standort seine Parkgebührenordnung für die Nutzer von Elektrofahrzeugen bereits im Jahr 2015 angepasst. In der Hansestadt kann der Halter eines E-Autos mit einem E-Kennzeichen kostenlos parken, und das im ganzen Stadtgebiet.

Doch das Emobilitätsgesetz beinhaltet einen Haken – denn ganz unkompliziert geht es nicht, ein E-Kennzeichen als Stadt einzuführen

Die 50. Verordnung zur Änderung von straßenverkehrsrechtlichen Vorschriften im EmoG, die es ermöglicht E-Fahrzeugen Sonderrechten zu erteilen, muss von jeder Stadt oder Gemeinde selbst umgesetzt werden. Das bedeutet jede Kommune kann selbst entscheiden, ob E-Fahrer Vergünstigungen in Anspruch nehmen können. Die Förderung der Elektroautos durch kostenloses Parken mit E-Kennzeichen oder der Nutzung der Busspur ist also eine individuelle Entscheidung jeder Stadtverwaltung.

Gibt es ein Problem mit den Vorteilen der E-Kennzeichen bei entsprechenden Zulassungszahlen?

Und es gibt eventuell noch ein Problem, das in etwas fernerer Zukunft bei der Genehmigung von Sondervorteilen für die Nutzer von E-Kennzeichen auftauchen könnte: Deutschlandweit waren laut Kraftfahrtbundesamt unseren Straßen in 2019 demnach über 300.000 neue Pkw mit Elektroantrieb unterwegs. Darunter sind etwa 100.000 Fahrzeuge, die mit einem E-Kennzeichen betrieben werden können. Das sind batterieelektrische Autos, Wasserstoffautos (denn die nutzen ebenfalls einen Elektroantrieb) und Plug-in-Hybridfahrzeuge.

Sollten wir uns in den kommenden Jahren dem ausgegebenen Ziel von 10 Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen nähern, so werden wir sicherlich über Sonderregelungen für diese elektrischen Fahrzeuge in den Städten nachdenken müssen. Aber bis dahin nutzen die Fahrer von Elektroautos die Vorteile des E-Kennzeichens. Und das ist gut so.