TÜV-Mängel beim E-Auto: Warum viele 2026 durchfallen

Aktuell Fahre ich: BMW i3
Ich bin Moderator im Elektroauto Forum

von:

Aktuell fahre ich: BMW i3
Ich bin Moderator im Elektroauto Forum

Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich mal Mitleid mit einer Bremsscheibe haben würde, hätte ich ihn ausgelacht. Genau das passierte mir gestern in einer Hamburger Prüfgasse, als der TÜV-Ingenieur kopfschüttelnd auf das verrostete Bauteil eines drei Jahre alten Stromers tippte. Solche Bilder häufen sich derzeit, wenn man sich die TÜV-Mängel beim E-Auto genauer ansieht. Viele Umsteiger glauben noch immer den alten Verkäufer-Mythos vom wartungsfreien Elektroauto. Wer sich blind darauf verlässt, erlebt bei der ersten Hauptuntersuchung (HU) oft eine teure Überraschung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut den Daten des TÜV-Reports für das Jahr 2026 fällt über alle Antriebsarten hinweg fast jeder fünfte Pkw (21,5 Prozent) bei der Hauptuntersuchung mit erheblichen oder gefährlichen Mängeln durch.
  • Die häufigsten TÜV-Mängel beim E-Auto betreffen ausgeschlagene Fahrwerke durch das hohe Batteriegewicht und verrostete Bremsanlagen.
  • Der Mini Cooper SE glänzt im aktuellen Report als Musterschüler mit einer Mängelquote von nur 3,5 Prozent.
  • Das Tesla Model Y belegt mit einer Durchfallquote von 17,3 Prozent den letzten Platz aller zwei- bis dreijährigen Fahrzeuge.

Welche E-Autos schneiden bei der Elektroauto Hauptuntersuchung 2026 am besten ab?

Bei der Elektroauto Hauptuntersuchung im Jahr 2026 belegen der Mini Cooper SE, der Audi Q4 e-tron und der Fiat 500e die Spitzenplätze mit den geringsten Mängelquoten. Der aktuelle TÜV-Report liefert die bislang fundiertesten Daten zum Zustand unserer Stromer. Er basiert auf der Auswertung von rund 9,5 Millionen Hauptuntersuchungen zwischen Mitte 2024 und Mitte 2025. Die E-Mobilität ist in den Prüfgassen angekommen, die Statistik umfasst nun 18 rein elektrische Fahrzeuge.

Laut dem TÜV-Verband (Stand Mitte 2025) sind E-Autos statistisch gesehen ähnlich sicher wie klassische Verbrenner. Die Mängelquoten der einzelnen Modelle weichen jedoch stark voneinander ab. Der Mini Cooper SE erreicht eine Mängelquote von 3,5 Prozent und zeigt beim Fahrwerk keine Schwächen.

Dahinter folgen der Audi Q4 e-tron (4,0 Prozent) und der Fiat 500e (4,2 Prozent), der laut TÜV-SÜD Klassenbester bei den Kleinstwagen ist. Die Modelle VW ID.3, ID.4 und ID.5 schneiden in der Prüfung ebenfalls gut ab.

Modell (Altersklasse 2-3 Jahre) Mängelquote Fazit der Prüfer
Mini Cooper SE 3,5 % Musterschüler, gutes Fahrwerk
Audi Q4 e-tron 4,0 % Solide Technik trotz hohem Gewicht
Fiat 500e 4,2 % Klassenbester bei den Kleinstwagen
Tesla Model Y 17,3 % Schlusslicht (Platz 110), viele Mängel

Warum haben bestimmte Modelle wie das Tesla Model Y so viele Mängel?

Das Tesla Model Y fällt im TÜV-Report 2026 wegen Problemen an Achsaufhängungen, Bremsen und Beleuchtung mit einer Mängelquote von 17,3 Prozent auf. Damit belegt das SUV den letzten Platz (Platz 110) unter allen zwei- bis dreijährigen Fahrzeugen. Das ist der schlechteste Wert in dieser Altersklasse seit zehn Jahren. Das Tesla Model 3 zeigt in der Statistik ebenfalls hohe Durchfallquoten.

Ein Erklärungsversuch, den ich oft lese, wenn wir im Elektroauto-Forum diskutieren, ist die hohe Kilometerleistung. Der TÜV-Verband widerspricht dem: Eine hohe Laufleistung rechtfertigt keine sicherheitsrelevanten Mängel an Licht oder Bremsen nach drei Jahren.

Diese Mängel deuten auf Defizite bei Service und Wartung hin. Der amerikanische Hersteller schreibt keine festen Werkstattintervalle vor, weshalb viele Halter den Service ausfallen lassen.

Andere Modelle wie der Dacia Spring oder der Skoda Enyaq fallen in der Statistik ebenfalls negativ auf. Wegen dieser Verschleißrisiken nach wenigen Jahren empfehle ich Einsteigern oft, aktuelle E-Auto-Abo-Angebote zu prüfen, statt direkt einen Gebrauchten mit unklarer Wartungshistorie zu kaufen. Als ich 2024 für den Blog den Renault Zoe R135 probefuhr, merkte man nach 50.000 Kilometern, wie die Vorderachse unter dem Druck des Fahrzeuggewichts ächzt.

Was sind die typischen TÜV-Mängel beim E-Auto?

Die häufigsten TÜV-Mängel beim E-Auto sind ausgeschlagene Fahrwerkskomponenten durch das hohe Batteriegewicht, verrostete Bremsen und fehlerhafte Beleuchtungsanlagen. Das Gewicht der Antriebsbatterien belastet die Achsaufhängung im Alltag. Schon damals, als wir im BMW-Entwicklungsteam das Fahrwerk für den i3 abstimmten, wussten wir: Das Zusatzgewicht belastet die Querlenker stark.

Die Folge ist heute sichtbar. Spurstangen und Achsaufhängungen verschleißen schnell, was laut Prüfern besonders Modelle von Tesla und Renault betrifft. Problemzone Nummer zwei sind die Bremsen. Weil der Elektromotor beim Verzögern als Generator wirkt (Rekuperation), muss die mechanische Bremse im Alltag kaum noch zupacken.

In der Folge setzen die ungenutzten Bremsscheiben schnell Flugrost an oder korrodieren. Die Bremsbeläge „schlafen ein“, was bedeutet, dass sie verglasen oder verhärten. Auf dem Bremsenprüfstand werden dann asymmetrische oder unzureichende Reibwerte festgestellt, was zur Verweigerung der TÜV-Plakette führt.

Die dritte Hürde ist die Beleuchtung. Falsch eingestellte Scheinwerfer oder Ausfälle von Leuchtmitteln werten die Prüforganisationen als Indiz für fehlende Wartungsintervalle. Weil bei Elektroautos der Ölwechsel entfällt, sparen sich viele Halter den Weg zur jährlichen Inspektion.

Prüft der TÜV eigentlich den Zustand der Antriebsbatterie?

Nein, die Batteriegesundheit beziehungsweise die verbleibende Kapazität (State of Health, SoH) wird bei der Standard-Hauptuntersuchung derzeit nicht gemessen. Der TÜV führt bei Elektroautos aktuell eine Sicht- und Sicherheitsprüfung des Hochvoltsystems durch. Dabei wird von unten kontrolliert, ob Beschädigungen am Batteriegehäuse, an den Unterbodenblechen oder an den orangefarbenen Hochvoltkabeln vorliegen.

Die Technik ändert sich schnell, weshalb der Prüfprozess angepasst werden muss. Der TÜV-Verband fordert angesichts der fortschreitenden Elektrifizierung und Digitalisierung der Fahrzeugflotte eine Modernisierung der Hauptuntersuchung.

Ziel ist ein besserer Zugang der Prüforganisationen zu digitalen Fahrzeugdaten. Nur so lassen sich in Zukunft die Software-Sicherheit (Cybersecurity) und die Etablierung verbindlicher Prüfstandards für die Sicherheit von Hochvoltbatterien garantieren.

Wie vermeide ich als Halter unnötige TÜV-Mängel beim E-Auto?

Um TÜV-Mängel beim E-Auto zu vermeiden, müssen Halter ihre Bremsen regelmäßig beanspruchen und vor der Hauptuntersuchung einen Vorab-Check der Achsaufhängung und des Lichts durchführen lassen. Der elektrische Antriebsstrang mag wartungsarm sein, sicherheitsrelevante Verschleißteile wie Fahrwerk und Bremsen sind es nicht. Bei Marken ohne Inspektionsvorgaben liegt die Verantwortung für die Verkehrssicherheit beim Fahrer.

Mein Praxis-Tipp zum „Freibremsen“: Legen Sie auf einer freien Strecke (ohne Hintermann) bei mittlerem Tempo die Fahrstufe „N“ (Neutral) ein und bremsen Sie ab. Das deaktiviert die elektronische Rekuperation, zwingt die mechanischen Bremsbacken zur Arbeit und schleift den Flugrost von den Scheiben.

Experten raten zu einer Durchsicht in der Fachwerkstatt, bevor es in die Prüfgasse geht. Wer die Einstellung der Scheinwerfer und das Spiel der Querlenker vorab checken lässt, erspart sich die kostenpflichtige Nachprüfung beim TÜV.

TÜV-Mängel beim E-Auto sind kein Beweis dafür, dass die Elektromobilität scheitert. Sie sind das Resultat mangelnder Pflege und falscher Erwartungen von uns Fahrern. Das Märchen vom wartungsfreien Auto dürfen wir beerdigen.

Wer das Gewicht seines Stromers beim Fahren bedenkt, dem Fahrwerk nicht jedes Schlagloch zumutet und ab und zu auf die mechanische Bremse tritt, hat auch 2026 bei der Hauptuntersuchung nichts zu befürchten.

Quellen

Ich bin Michael, der Autor des emobilitaetblogs

Mein aktuelles Fahrzeug: ein BMW i3

Ich bin Michael, der Autor des emobilitaetblogs

Mein aktuelles Fahrzeug: ein BMW i3

Hinweis für meine Blog-Besucher:
Ich habe eine Kooperation mit dem THG-Anbieter "Geld für eAuto" geschlossen. Über diesen Link erhalten Besucher 15€ mehr als THG-Quote (normal: 110€; über meinen Link: 125€) und ich erhalte eine Provision.
Außerdem möchte ich Ihnen "Ladekarten-Vergleichen.de" ans Herz legen - die Kollegen vergleichen tagesaktuell die besten Ladetarife:

Schreibe einen Kommentar