Da habe ich vor wenigen Tagen noch über die Strategien der einzelnen Micromobility Startups in Sachen COVID-19 geschrieben, und schon kommt heute die Nachricht einer wirklich wichtigen Kapitalrunde von einem der Anbieter. TIER Mobility aus Berlin gibt heute bekannt, dass es ein Investment in Höhe von 250 Millionen US-Dollar als Series-C Runde eingesammelt hat. Angeführt wurde diese Runde vom SoftBank Vision Fund 2 – das ist nun wirklich großes Kino!!!

TIER Mobility auf dem Weg zum führenden europäischen multimodalen Sharing Anbieter

TIER Mobility ist sicherlich einer der innovativsten Mikromobilitäts-Anbieter in Europa. Nach dem Start im Oktober 2018 mit elektrischen Tretrollern bauten die Berliner sukzessive ihre Marktstellung in Europa aus. Anfang 2020 kamen die E-Mopeds vom ehemaligen Anbieter coup hinzu. Seit Mai dieses Jahres sind die in TIER umgebrandeten Elektroroller in Berlin, München und Köln im Sharing unterwegs. Somit ist das Mobility Startup nunmehr mit zwei elektrischen Fahrzeugtypen aus dem Micromobility Segment vertreten.

Inzwischen sind 60.000 E-Scooter von TIER in über 80 Städten in zehn Ländern auf den Straßen unterwegs. Das Berliner Unternehmen ist nach eigenen Angaben bereits profitabel und wird die Investitionssumme nutzen, um die unternehmerische Vision – Mobilität zum Guten zu verändern – weiter voranzutreiben.

Seit bereits über einem Jahr erfreuen sich die E-Scooter von TIER in Deutschland großer Beliebtheit und gehören zum täglichen Mobilitätsmix vieler Menschen. Mit TIER for Business ermöglicht TIER Unternehmen und deren Mitarbeitern nun über eine speziell entwickelte B2B-Plattform einfachen Zugriff auf den eigenen Service, der in mittlerweile über 40 Städten deutschlandweit zur Verfügung steht.

Lawrence Leuschner, CEO und Co-Founder von TIER: „Nachdem wir mit unseren E-Scootern bereits profitabel sind, haben wir die Grundlagen geschaffen, um den Weg zu einer nahtlosen und nachhaltigen Mobilität zu weisen und anzuführen. Unsere Vision ist eine völlig neue Art und Weise, wie wir uns in Zukunft in Städten bewegen werden: rein elektrisch, geteilt sowie erschwinglich, und mit verschiedenen Fahrzeugen, die mit einem einzigen Ladenetzwerk betrieben werden. Gemeinsam mit städtischen und nationalen Behörden werden wir die besten Lösungen entwickeln, um eine sichere, hocheffiziente und nachhaltige Bewegung von A nach B zu gewährleisten.”

Bildrechte: TIER Mobility – 250 Millionen für die weitere Expansion

Wofür wird TIER Mobility die Gelder aus der 250 Millionen US Dollar Runde verwenden?

Die Finanzierung wird hauptsächlich zum Ausbau der führenden Abdeckung an Städten in Europa eingesetzt. Zusätzlich plant TIER die Beschleunigung der Expansion in strategische Wachstumsmärkte und eine flächendeckende Einführung des TIER Energy Networks. Hierbei geht es darum, Tausende von Ladestationen in Städten in ganz Europa zu installieren, um Elektrofahrzeuge auf die effizienteste und nachhaltigste Weise betreiben zu können. Zusätzlich zur abgeschlossenen Series C ist TIER aktuell im Prozess sich einen Kreditrahmen zur Finanzierung der Erweiterung der Fahrzeugflotte zu sichern. 

Welche Investoren stehen hinter den Berlinern?

Zusätzlich zum SoftBank Vision Fund 2, der die Finanzierungsrunde der Serie C anführt, kündigte der bestehende Investor Mubadala Capital Folgeinvestitionen in zweistelliger Millionenhöhe an. Noch einmal CEO Lawrence Leuschner:

„Wir freuen uns sehr über die Partnerschaft mit SoftBank Vision Fund und werden maßgeblich von ihrer umfassenden Erfahrung beim Aufbau weltweit führender Mobilitätsunternehmen profitieren.”

Weitere Investitionen erfolgen ebenso von den Altinvestoren Northzone, Goodwater Capital, White Star Capital, Novator, Speedinvest und RTP Global.

Unser Fazit zur 250 Millionen US Dollar Kapitalrunde von TIER Mobility

Für den Standort Deutschland ist diese große 250 Millionen US Dollar Runde eine wirklich gute Nachricht. TIER Mobility gewinnt inmitten der Lockdown Phase Light einen Investor von Weltrang und erhält somit Zugang zu wichtigen Mitteln für die weitere Expansion und Verstetigung des Geschäftsmodells.

Letztlich ist dieses Investment aber auch eine sehr gute Nachricht für die Weiterentwicklung der Mikromobilität in unseren urbanen Zentren. Das Ziel ist es, mit der Mikromobilität die große Lücke zu füllen, die durch den potentiellen Wegfall von Autos in den Städten entstehen könnte.

Als Alternative zum eigenen Auto gilt es ein Fahrzeugangebot für den urbanen Pendler und die Reisenden zu schaffen, das aus einer Mixtur von ÖPNV und elektrischen Sharing Angeboten das Verkehrsaufkommen in den Städten nachhaltig entlastet. TIER scheint in dem Wettrennen mit den europäischen E-Scooter Sharing Anbietern wie VOI, Dott, Hive oder Wind als großer Gewinner hervorzugehen. Das ist auch notwendig, denn die Micromobility-Giganten Bird und Lime sind auch in Europa schwer aktiv. Es ist an der Zeit, diesen amerikanischen Anbietern einen europäischen Wettbewerber entgegenzustellen.