Die Tesla Gigafactory als Basis für die eigene Elektroauto Batterie Herstellung

Image rights/Bildrechte: Tesla Gigafactory 1 in Nevada für die Herstellung von Batterien für Elektroautos

Tesla begann das Projekt der eigenen Gigafactory als klar wurde, dass der Erfolg der Tesla Fahrzeuge eine eigene Elektroauto Batterie Produktion vom Volumen her rechtfertigte. Der Name Gigafactory leitet sich von ‚Factory‘ (Fabrik) und ‚Giga‘ ab, der Maßeinheit für Milliarden.

Wofür steht das Unternehmen Tesla?

Tesla wurde vom vielseitigen Unternehmer Elon Musk gegründet und gilt als großer Herausforderer der traditionellen Fahrzeughersteller. Dank Tesla wurde der Übergang zu nachhaltiger Energie mit preislich interessanten und erschwinglichen Elektrofahrzeugen und Energieprodukten Realität. Eine eigene Tesla Gigafactory für die Forschung und den Aufbau von Batterien war die Konsequenz.

Weshalb braucht der Fahrzeug Hersteller eine eigene Tesla Gigafactory?

Tesla benötigt für seine weltweite Expansion eine riesige Anzahl an Lithium-Ionen-Batterien. Die Gigafactory Tesla ist eine Antwort auf diesen Bedarf an verfügbaren Batterien. Die Zukunft der Elektroautos basiert u.a. auf der Verfügbarkeit der Batterien. Und Elektroauto Batterie Hersteller sind rar. Vor allem in China ist die Kapazität der Elektroauto Batterie Hersteller stark angestiegen. Hier vereinen sich die Elektroauto Batterie Entwicklung und Produktion. Für Tesla ist es also wichtig, als aggressiver Neuling im Markt eine eigene Kapazität an Elektroauto Batterien aufweisen zu können.

Panasonic und Tesla waren seit 2014 Partner beim Bau der Gigafactory für die Batterieproduktion

Die Gigafactory wurde für eine kontinuierliche Senkung der Kosten für Langstrecken-Batteriepakete errichtet. Diese sind notwendig für die Produktion der Tesla Fahrzeuge Model S, Model X und Model 3. Die Tesla Gigafactory wird von Tesla geleitet, doch Tesla hat sich einen Partner mit Batterie Know-how an Bord geholt. Der Hauptpartner Panasonic tritt für die Beschaffung und Verantwortung der Lithium-Ionen-Batteriezellen bei. Panasonic übernimmt dabei im Gebäude der Gigafactory ca. die Hälfte der geplanten Produktionsfläche.

Doch die Tesla Gigafactory kann mehr: heute produziert der amerikanische Elektrofahrzeughersteller in seiner Gigafactory in Nevada zusätzlich die Elektromotoren und die Batterieaggregate für sein Model 3 sowie die Stromspeicher Powerwall und Powerpack.

Die Geschichte des Aufbaus der Tesla Gigafactory 1 in Nevada

Die Kooperation mit dem japanischen Elektronikkonzern Panasonic Lithium-Ionen-Akkumulatoren für Elektroautos und Akkupacks für stationäre Stromspeicher begann mit dem Baustart für die Gigafactory im Mai 2014. Bis zum Jahr 2020 sollen die Bauarbeiten nach Plan beendet werden. Ungefähr 5 Milliarden US-Dollar soll der Bau der Gigafactory kosten, ausgelegt ist die Batteriefabrik bei Fertigstellung für ca. 7.000 Arbeitsplätze.

Ein Netzwerk von Lieferantenpartnern hilft den beiden Partnern die benötigten Vormaterialien herzustellen. Tesla bezieht die Batteriezellen und weitere Komponenten, um Batteriemodule und -pakete zusammenzustellen. Das Gebäude der Tesla Gigafactory wird ausschließlich mit erneuerbaren Energien betrieben. Somit weist das Produktionsgebäude nach dessen Fertigstellung eine neutrale Energiebilanz aus.

Wie weit ist man beim Bau der Gigafactory in Nevada im Jahr 2018 vorangekommen?

In der Mitte des Jahres 2018 weist die Gigafactory in Nevada eine Kapazitätsrate von ca. 20 GWh aus und ist damit bereits die globale Produktionsstätte mit der höchsten Batteriekapazität. Tesla baut somit im Jahr 2018 mehr Batteriekapazität als sämtliche anderen Hersteller von Fahrzeugen zusammen.

Durch den sukzessiven Ausbau der Immobilie konnte Tesla ja sowohl die Batterieproduktion, als auch den Bau von Antriebseinheiten starten. Die Produktion dieser Antriebseinheiten in der Gigafactory erfolgt hochautomatisiert. 90 Prozent der Arbeit übernehmen hierbei Roboter und Maschinen. Dank des Schichtbetriebes, der die Produktion rund um die Uhr ermöglicht, kann Tesla ca. 10.000 Antriebseinheiten in Nevada pro Woche fertigen. Insgesamt sind derzeit ungefähr 7.000 Arbeitnehmer für Tesla in Nevada beschäftigt.

Im Shuttle-Flug zur Gigafactory 1 von der CES in Vegas nach Nevada

Wir waren im Januar auf der CES in Vegas. Obwohl ansonsten kaum Medien Zugang zu der Gigafactory erhalten, flog Tesla eine Anzahl an deutschen Journalisten von Vegas nach Nevada. So konnten einige Redakteure von Wirtschaftswoche, Handelsblatt und Manager-Magazin einen kurzen Einblick in die Fabrik werfen. Davon sind einige Bilder im Netz zu sehen, größere Berichte durften allerdings nicht angefertigt werden.

Nach der Gigafactory in Nevada entstehen weitere in den USA und China Gigafactories

Das Unternehmen Tesla bezeichnet seine Gigafactory in Nevada inzwischen als die Gigafactory 1. Es entstehen derzeit weitere Giga-Fabriken in den USA und im Ausland. Die SolarCity Fabrik in Buffalo gilt als die Gigafactory 2.

Zusätzlich baut Tesla in China eine sogenannte Gigafactory 3. Im Juli 2018 unterzeichnete Tesla dazu mit der Regierung von Shanghai Vertragswerke. Für den amerikanischen Elektrohersteller ist das ein wichtiger Schritt auf dem Weg in den chinesischen Markt. Die Produktionskapazität soll in etwa die gleich hoch sein, wie im Werk in Fremont. Tesla plant, seinen Exportanteil von ca. 17 Prozent (in 2017) nach China durch diese lokale Batterieproduktion deutlich zu stärken.

Die Gigafactory 2 wird in der Kleinstadt Buffalo im Staat New York gebaut

Die Fabrik in der Kleinstadt Buffalo im Staat New York war ursprünglich für ein anderes Unternehmen, die SolarCity, konzipiert worden. Tesla kaufte das Unternehmen in 2016 für 2,6 Milliarden Dollar. Als Installationsunternehmen für Dach Solarmodule plante Tesla die Synergien von SolarCity und Tesla auszuspielen.

Heute befindet sich in der 1,2 Millionen Squarefeet großen weißen Box die Solarzellen Fabrik von Tesla Inc. Es ist überliefert, dass der Staat New York 750 Millionen Dollar an Subventionen aufbrachte, mit dem Ziel, dass hier 1.500 Arbeitsplätze für den Bau von Solarmodulen entstehen.

Wird es auch eine Gigafactory mit einer Tesla Batterie Herstellung in Europa geben?

Aussagen von Tesla CEO Musk belegen, dass eine Gigafactory in Europa tatsächlich geplant ist. In den letzten Monaten haben sich diverse internationale Standorte für den Bau der Gigafactory in Europa ins Spiel gebracht. Eine Gigafactory von Tesla an seinem Standort zu haben verspricht ein modernes Image, schafft Arbeitsplätze und gerade für die Politik einen wichtigen Standortvorteil für die Entwicklung der Next Generation Mobility. So half die Tesla Fabrik bei Amsterdam sicherlich dabei, die niederländische Hauptstadt als moderne und offene Stadt für Elektromobilität zu positionieren.

Eine Tesla Gigafactory in Deutschland – was ist dran an den Gerüchten?

Im Juni 2018 tweetete Tesla CEO Elon Musk auf Twitter, dass er Deutschland für den Bau einer europäischen Gigafabrik als „erste Wahl“ sieht. Zum damaligen Zeitpunkt schien er eine Produktionsstätte an der deutsch-französischen Grenze zu favorisieren.

Die großen Bundesländer positionieren sich alle für den potentiellen Bau einer Tesla Gigafactory in Deutschland

Direkt nach Rheinland-Pfalz und dem Saarland positionierten sich die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen schnellstens als Standorte für eine Gigafactory in Deutschland. Aus Düsseldorf hat beispielsweise Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) den Tesla Chef Musk selbst in einem Brief über den geplanten Green Battery Campus in Euskirchen als idealen grenznahen Standort informiert.

Auch Berlin möchte der Standort für den Bau der Gigafactory für die Batterie Herstellung in Deutschland sein

Jüngster Bewerber ist Berlin: hier soll die Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Bündnis 90/Die Grünen) einen Werbebrief an Tesla-Chef Elon Musk geschrieben haben. Ihr geht es um den neuen Cleantech-Business-Park in Berlin Marzahn, den Campus Buch oder mit ein wneig Weitblick die Urban Tech Republik in Tegel. Dies setzt jedoch voraus, dass der neue Flughafen im Süden von Berlin auch irgendwann einmal fertig gestellt wird, so dass dann Tegel als Flughafen geschlossen und eine dortige Gigafactory in Betracht gezogen werden kann.

Unser Fazit zum globalen Ausbau der Tesla Elektroauto Batterie Kapazitäten

Tesla legt mit seinem Ausbau der eigenen Elektroauto Batterie Kapazitäten ein enormes Tempo vor. Der Herausforderer der großen Automobilhersteller hat erkannt, dass der Zugriff auf Batteriezellen und das Know-how zum Bau der Batterien für das weitere Wachstum ausschlaggebend sein können.

Das haben inzwischen auch OEMs wie Daimler erkannt. Die Stuttgarter treiben mit Hochdruck den Ausbau ihres globalen Batterie-Produktionsverbunds voran. Divisionsübergreifend sollen so Elektroautos mit Batterien aus dem Hause Daimler ausgestattet werden. Das heißt dass sowohl die Mercedes-Benz PKW, die Vans (Concept EQV) als auch die elektrischen Nutzfahrzeuge wie eSprinter und eVito auf den gleichen Batterie-Basis ausgestattet werden sollen.

Bei der hundertprozentigen Daimler-Tochter Accumotive am Standort Kamenz wurde bis zum Jahresende die Mitarbeiterzahl auf 1.000 Mitarbeiter verdoppelt.  Der Technologiestandort in Sachsen wird somit für Daimler einer von acht weltweiten Standorten für die Forschung und Entwicklung von Elektrobatterien.

Der Zugriff und das eigene Know-how zum Bau der Elektroauto Batterie ist für die Hersteller von Elektroautos heute zu einer Kernkompetenz geworden. Die Unabhängigkeit von den großen chinesischen Anbietern gilt sowohl für Fahrzeughersteller Daimler, BMW und VW als auch für den Herausforderer Tesla mit seinen Gigafactories als unabdingbar.