Die Electric Mobility Concepts ist mit ihrer Marke emmy der Pionier für elektrisches Rollersharing in Deutschland. Sie schließt in dieser Woche eine weitere Wachstumsfinanzierungsrunde erfolgreich ab und trotzt damit den Auswirkungen der COVID-19 Pandemie. Die Investoren dieser Finanzierungsrunde setzen sich aus den Bestandsinvestoren und einer Fremdkapitalfinanzierung für neue Roller zusammen. Nach Auskunft des Mobility Startups handelt es sich bei der Finanzierung um einen zweistelligen Millionenbetrag, genaue Angaben wurden hierzu nicht gemacht.

Wer steckt hinter emmy?

Die Electric Mobility Concepts GmbH ist mit ihrer bekannten Marke emmy seit 2015 in Deutschland aktiv. emmy bietet stationsunabhängiges Elektroroller-Sharing an. Seit 2015 haben sich über 300.000 Kunden bei emmy angemeldet und dabei bereits über 22 Millionen Kilometer auf den elektrischen Rollern zurückgelegt. Die Lokalisierung und die Anmietung erfolgen per App. Die Roller sind mit zwei Helmen in unterschiedlichen Größen und Einmalhygienehauben ausgestattet. Außerdem verfügen die Roller über Austauschakkus, den Aufladeprozess übernimmt emmy selbst.

Wofür werden die neuen Finanzmittel bei emmy verwendet?

Die frischen Finanzmittel werden nun für weiteres Wachstum sowie für Verbesserungen des emmy-Angebots verwendet: Das Team arbeitet an Optimierungen in der App und an der Verbesserung der Roller, die bereits für emmy im Einsatz sind. Darüber hinaus kann die Flotte um 1.500 Roller erweitert und somit annähernd verdoppelt werden.

Der Fokus wird dabei auf den Kernmärkten Berlin, Hamburg und München liegen. Zur potenziellen Eröffnung weiterer Städte äußert sich das Unternehmen derzeit nicht. Diese Mittel ermöglichen emmy die Marktführerschaft im deutschsprachigen Raum auszubauen und somit auch im Jahr 2021 der Anbieter mit den meisten Sharingfahrten auf Elektrorollern zu bleiben.

Wer sind die Investoren dieser Finanzrunde?

Der Münchner Kapitalgeber BonVenture führte die aktuelle Finanzierungsrunde als Lead-Investor an. Aber auch weitere Bestandsinvestoren beteiligen sich an der Runde, darunter IBB Ventures und mehrere deutsche und internationale Family Offices.

Während der Coronapandemie hatte das Unternehmen – so wie es auch in der gesamten Mobilitätsbranche zu beobachten war – starke Umsatzrückgänge hinnehmen müssen. Doch durch eine Reihe von strategischen Entscheidungen und einer Fokussierung auf Kostensenkungen konnten die Auswirkungen gemeistert und die Weichen für 2021 gesetzt werden. emmy plant erstmalig über das Gesamtjahr in 2021 EBITDA-positiv zu sein.

„Wir haben ein herausforderndes Jahr hinter uns. Aber wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und sind dadurch nun in einer umso besseren Position für ein erfolgreiches Jahr 2021.Wir freuen uns nun vor allem mit den weiteren Rollern die Nachfrage unserer Kundenbasis bedienen zu können.“ sagt Valerian Seither, Gründer und Geschäftsführer von emmy.

In den letzten Wochen haben wir von den großen Kapitalrunden der E-Scooter Größen wie VOI (160 Millionen US Dollar) und TIER Mobility (250 Millionen US Dollar) gelernt. Ende vergangener Woche gab dann BOLT eine weitere dreistellige Finanzierungsrunde bekannt, um mit seinen E-Scootern im Sharing nach Deutschland zu kommen. Der E-Scooter Markt läuft also weiterhin heiß und die Investoren goutieren die rasche Expansion in neue Städte.

Mein Fazit zu dieser Finanzierungsrunde bei emmy

Die emmy Führungsmannschaft geht einen langsameren Weg und verstärkt mit seinen eigenen Investoren zunächst einmal die Präsenz im deutschen Kernmarkt. Hier hat emmy dank Kooperationen mit den Stadtwerken auch in Düsseldorf und Stuttgart seine E-Mopeds platziert.

Der bei Kunden äußerst beliebte E-Moped-Sharing Pionier plant also in Deutschland seine Position in 2021 weiter auszubauen. Das ist insofern smart, weil diese Fokussierung als Platzhirsch den Eintritt internationaler Spieler in den deutschen Markt erschwert. Denn im Markt ist es durchaus bekannt, dass es in den kommenden Jahren internationale Anbieter nach Deutschland zieht. So wird den niederländischen Elektroroller Sharing Anbietern wie CHECK oder felyx ein solcher Schritt zugesagt.

Einige weitere Anbieter setzen inzwischen auf multimodale Angebote. TIER Mobility hat neben den E-Scootern inzwischen die E-Roller von ehemals coup in Angebot. E-Scooter Anbieter Dott präsentierte in dieser Woche sein E-Bike und setzt somit auf die Sharing Kombination aus E-Scootern und E-Bikes. Das Marktsegment der Mikromobilität ist in Bewegung. Bei emmy glauben die Bestandsinvestoren an das fokussierte Geschäftsmodell und das Team mit dem Hauptsitz in Berlin. So geht smart mobility in Zeiten von Corona.