Elektro-Zweiräder

Seit wann gibt es elektrische Zweiräder auf Europas Straßen? Welche Modelle haben sich durchgesetzt, welche Distanzen kann man mit ihnen zurücklegen und wie werden sie aufgeladen? Von Elektro-Motorrad über die E-Roller bis zum E-Scooter: Diese E-Zweiräder verändern den städtischen Verkehr.

Die ersten elektrisch betriebenen Zweiräder sind in Europa bereits seit 1897 belegt. Die Reichweite der ersten Modelle war allerdings noch sehr beschränkt: Rund 50 Kilometer schaffte der belgische Socovel Scooter, der mit drei 6-Volt-Batterien angetrieben wurde. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts gibt es Prototypen von Elektro-Motorrädern.

Der echte Aufschwung straßentauglicher Elektro-Zweiräder kam dann mit dem Jahr 2009. Eine führende Stellung nehmen hierbei der kalifornische Hersteller Zero Motorcycles und das Berliner Kleinserienprodukt eRockit ein. Jüngere Modelle, leichte elektrisch betriebene Motorräder für die Stadt, schaffen inzwischen über 150 km Reichweite.

Urbane Flitzer: Elektroroller und E-Scooter

Vor allem im Stadtgebiet haben sich zwei andere Elektro-Zweiräder durchgesetzt: der Elektroroller und der E-Scooter. Im Gegensatz zum elektrischen Motorrad sind diese Varianten kleiner, leichter, sparen Platz und kommen mit weniger Energie aus. Der Elektroroller wird im englischen Sprachgebrauch E-Moped genannt und ist der batteriebetriebene, leise und emissionsfreie Nachfolger des klassischen Rollers. Viele seiner Modelle erfordern nur einen Leichtkraftrad-Führerschein, um gefahren zu werden. Bis zu 45 km/h dürfen die E-Roller derzeit in Deutschland an Höchstgeschwindigkeit fahren und gehören damit zu den kleinsten unter den Elektro-Zweirädern, die für die Straße geeignet sind.

Währenddessen mag der E-Scooter unscheinbarer wirken, als er ist – der elektrische Tretroller gehört auf den Radweg und nicht auf den Bürgersteig. Auch er benotigt in Deutschland ein Nummernschild als Kennzeichen seiner Zulassung, ist zu versichern und seine Geschwindigkeit ist auf 20 km/h gedrosselt.

Für manche Verwirrung sorgen noch die elektrischen Fahrradroller, die zwar aussehen wie Elektroroller, laut Zulassung und Maximalgeschwindigkeit aber als E-Bikes gelten.

Wie wird das Elektro-Motorrad aufgeladen?

Ein großer Vorteil von Elektro-Motorrädern, Elektrorollern und elektrischen Scootern gegenüber vielen E-Auto-Modellen: Sie lassen sich einfach an einer normalen Haushaltssteckdose laden. Ladezeiten variieren stark zwischen einer Stunde und zehn Stunden, bis wieder volle Akku-Leistung erreicht ist – hier lohnt sich häufig der Aufpreis für einen Schnelllade-Akku. Wer längere Ausfahrten plant oder am Arbeitsplatz keine Möglichkeit hat, sein E-Vehikel anzustecken, kann das mit einem Wechselakku überbrücken.

Die beliebtesten Elektro-Zweiräder auf dem Markt

  • Zero DSR 14.4: eines der schnittigsten Elektromotorräder, 2018 gelang ihm ein neuer Reichweitenrekord
  • BMW C evolution: futuristisch designed in „Ionic Silver metallic“, hochwertig verarbeitet und mit einem kraftvollen Elektromotor ausgestattet
  • Emco Novantic C2000: der elektrische Doppelgänger für Vespa-Fans, im Retro-Design gänzlich emissionsfrei unterwegs
  • Niu N1S: ein Elektroroller vom chinesischen Marktführer, auf dem sogar noch eine zweite Person Platz hat
  • Der Hersteller Govecs baut eine elektrische Version des Klassikers Schwalbe, des ehemaligen Simson Rollers mit Sitzbank für zwei Personen, in fünf Städten werden diese Schwalben vom Sharing Spezialisten emmy sehr wirksam in orangener Farbe eingesetzt, das kultige E-Zweirad fällt unweigerlich auf
  • Xiaomi MI M365 E-Scooter: ein faltbarer City-Scooter mit bis zu 30 km Reichweite und einem sicheren Doppelbremssystem, made in China

Elektromotorräder

Als erste Elektro-Zweiräder sausten die batteriebetriebenen Motorräder geräuschlos auf die Straße. Nicht nur im Nahverkehr, sondern auch bei Offroad-Bewerben setzen sich die Bikes zunehmend durch.

Elektroroller

Der Roller repräsentiert nicht nur Nostalgie: Als platzsparender Flitzer stellt er vor allem in wachsenden Städten eine zunehmend attraktive Alternative zum Auto dar.

E-Moped

E-Moped ist eine andere Bezeichnung für die Elektroroller. Sie stammt aus dem Amerikanischen. Mopeds dürfen in Deutschland seit Neuestem ab 15 Jahren gefahren werden. Einer neuen Gesetzesänderung zufolge können die Bundesländer ab sofort selbst entscheiden, ob sie das derzeitige Mindestalter von 16 Jahren für die Führerscheinklasse AM (für leichte Kleinkrafträder mit max. 45 km/h) dauerhaft auf 15 Jahre senken wollen. Bundesrat und Bundestag haben im Herbst des Jahres 2019 den Weg hierfür frei gemacht.

Dreirädrige Elektroroller

Einen dreirädrigen E-Motorroller stellt das Schweizer Unternehmen Micro vor – die Microletta. Bei diesem elektrischen Dreirad sorgen die beiden Vorderräder für einen erhöhten Halt in Kurvenlagen und haben eine verbesserte Bremswirkung. Somit bietet der E-Roller mit den drei Rädern mehr Sicherheit als zweirädrige Motorräder und Mopeds. Das Fahrzeug wird in Europa als Dreirad eingestuft und kann trotz der Maximalgeschwindigkeit von 80km/h ohne Motorradführerschein gefahren werden – ein Autoführerschein reicht aus.

E-Scooter

Die flinken, leisen und umweltfreundlichen E-Scooter sind bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebt und verändern derzeit rapide unsere Städte dank der vielen E-Scooter Sharing Anbieter. Hier geht es um das ökonomische Teilen (Sharing) der elektrischen kleinen Zweiräder anstelle des Besitzes.