Ich hatte bereits im Vorfeld der CES 2020 in Las Vegas über die Hypersport Pro von Damon Motorcycles geschrieben. Auf der CES wurde sie vorgestellt. Das möchte ich zum Anlass nehmen um noch ein paar Fakten und Daten zu ergänzen und zu korrigieren. Das Elektromotorrad hat dort den Innovation Award für die Kategorie “Vehicle Intelligence & Transportation” gewonnen. Auch der Name scheint geändert worden zu sein, zu Hypersport HS.

Warum gewinnt Damon diesen Award?

Die Hypersport HS wird von der Jury als das sicherste, smarteste und fortschrittlichste Elektromotorrad bezeichnet. Zu dieser Entscheidung trägt zum einen die Veränderung der Fahrerposition bei, die bereits beschrieben ist. Die Position wird aber nicht nur an Lenker und Fußraste, sondern an vier Punkten verstellt. Dazu zählen zusätzlich der Windschild und der Sitz. Offenbar wirkt diese Funktion tatsächlich, als hätte man zwei Motorräder. Diese Funktion bezeichnet Damon als Shift™.

Damon Motorcycles - ein Update nach der CES 2020
Das Shift-System von Damon Motorcycles. Bildrechte: Damon Motorcycles

Die Sensorik CoPilot™ erweitert die Sinne des Fahrers auffast 360° rundum-Blick. Der Hinweis über Gefahr aus dem Toten Winkel an den Fahrer erfolgt nicht über den Aero-Bildschirm. Es erfolgt eine visuelle Information am oberen Rand des Windschilds. Dafür ist eine LED in den Windschild integriert. Zusätzlich vibriert der Griff auf der entsprechenden Seite. Das macht insofern Sinn, da der Fahrer sich womöglich in Gefahr aus dem toten Winkel befindet und nicht erst ca. 2-3 Sekunden benötigt um auf den Bildschirm zu sehen und die Information zu verarbeiten. Zudem könnte der Bildschirm durch den Helm verdeckt sein. Dieser Bildschirm zeigt, wie bereits geschrieben, den Verkehr hinter dem Elektromotorrad über eine 1080p-Kamera. Das CoPilot™ wird übrigens von Blackberry geliefert und nutzt die QNX-Technologie.

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Der CoPilot von Damon Motorcycles. Bildrechte: Damon Motorcycles

Es gibt nun auch ein Update zur Motorisierung

…und die liefert Damon Motorcycles der Kategorie Supersportler entsprechend. Wie üblich bei elektrischen Fahrzeugen ist das Drehmoment von Anfang an vorhanden. Mit über 200 PS vergehen kurze 2,5 Sekunden im Sprint auf 100 km/h. Ein 600 Volt-AC-System treibt die Hypersport HS an. Dieses hat Damon selbst entwickelt. Die Reichweite beträgt die bereits genannten 200 km auf der Autobahn und 300 km in der Stadt. Je nach Fahrweise dürfte es auch mehr sein. In einer Stunde kann sie an einem DC-System geladen werden. Die Werte lassen die Frage aufkommen, warum man sich noch ein Motorrad mit Verbrenner kaufen sollte.

Damon Motorcycles - ein Update nach der CES 2020
Bildrechte: Damon Motorcycles

Mein Fazit zu diesem Update bei der Damon Hypersport HS

Damon hat seine Sache wirklich gut gemacht und wirft ein innovatives und zukunftsfähiges Konzept und Elektromotorrad auf die Straße. Zudem sieht es sehr gut aus und möchte nicht allein durch ein futuristisches oder ein Retro-Design punkten. Die Hypersport HS ist vielseitig, für den Alltag, ebenso wie für lange Strecken gut zu gebrauchen. Sie hebt das Motorradfahren auf eine neue Ebene und kommt doch ohne übermäßig viele Fahrerassistenz-Systeme aus.

Bislang stellt sich nur die Frage, ob eine Konnektivität zum Smartphone absichtlich nicht erwähnt wird. Vielleicht folgt das später einmal für eine Überwachung und Information aus der Ferne. Der einzige wirklich negative Punkt an der Hypersport HS ist für mich die limitierte Stückzahl auf 25. Vielleicht weil Damon noch nicht die Möglichkeit für eine Serienproduktion hat und nicht viele Kunden warten lassen möchte. Das sorgt irgendwann für schlechte Presse und Kosten im Support.