Das Joint Venture ViaVan von Daimler und dem amerikanischen Ride-Sharing Spezialisten Via

ViaVan V-Klasse in Amsterdam – Bildrechte Michael Brecht

ViaVan ist ein Anbieter von innovativen On-Demand-Diensten für den gemeinsamen Transit in Europa. ViaVan wurde 2017 als Joint Venture zwischen Mercedes-Benz Vans und dem amerikanischen Via gegründet. Der Ridepooling-Dienst ViaVan ist mittlerweile in Europa in Amsterdam, London, Milton Keynes und Berlin aktiv. Das so genannte On-Demand Ridesharing wird hier als Ergänzung zum ÖPNV eingesetzt.

Welche Aufgaben sehen die beiden Mobilitätsanbieter im Fokus ihrer gemeinsamen Gründung?

Im Fokus der langfristigen strategischen Partnerschaft beider Unternehmen stehen dabei neben der Weiterentwicklung fortschrittlicher Software und Sensorik auch der Einsatz batterie-elektrischer und damit lokal emissionsfreier Vans an den jeweiligen Standorten sowie das autonome Fahren. Als Anbieter ganzheitlicher Mobilitätslösungen für Güter und Menschen werden somit Lösungen für den Transport von Morgen entwickelt.

Wie positioniert sich das Joint Venture ViaVan in Europa?

Die Van-Sparte von Mercedes-Benz investierte im Jahr 2017 50 Millionen Dollar in das Joint Venture mit dem amerikanischen Startup Via. Dieses Joint Venture folgt der Dynamik in der Transportbranche, in der mehr technologiebasierte Lösungen für die Mobilität der Zukunft entwickelt werden.

Das gemeinsame Mobility Startup ViaVan soll hierbei der neuen Nachfrage nach On-Demand-Lösungen gerecht werden. Somit positioniert sich ViaVan als Ergänzung zum Geschäft der Nahverkehrsdienste in den Städten oder als ergänzende Mobilitätslösung in großen Unternehmen.

Das Investment ermöglicht beiden Partnern zugleich, mit Hilfe von Datenanalysen das Nutzungsverhalten seiner Fahrgäste zu erkennen. Es gilt, das ‘Beste der Busreise mit dem besten des Privatwagens zu verbinden’.

In welchen Städten findet man das Angebot von ViaVan?

ViaVan arbeitet eng mit Städten und öffentlichen Verkehrsbetrieben zusammen und bietet dynamische gemeinsame Mobilitätsdienste, die die bestehende Verkehrsinfrastruktur ergänzen. Begonnen hat das ViaVan Startup in Amsterdam und London mit seinen On-demand Shuttles. In England kam dann Milton Keynes hinzu. Mit vielen weiteren Städten ist ViaVan derzeit in Verhandlungen, denn viele Städte sind auf der Suche nach ergänzenden Lösungen im Rahmen ihrer multimodalen Mobilitätsstrategie.

Das gemeinsame Mobilitätsangebot von ViaVan und BVG in Berlin

In Deutschland startete ViaVan in Kooperation mit der Berliner BVG bereits im Jahr 2018 in der deutschen Hauptstadt. Das dortige Angebot firmiert unter dem eigenen Namen Berlkönig. In Anlehnung an das Goethe Gedicht (Der Erlkönig) und kombiniert mit dem ‘B’ für Berlin wurde hier eine eigene Marke erschaffen. Diese ist für viele Berliner inzwischen zu einem stehenden Begriff für das Ridepooling Angebot von ViaVan und BVG in ihrer Stadt geworden. Inzwischen hat der Berlkönig mehr als 700.000 Fahrten (Stand Juli 2019) absolviert. Ca. 77 Prozent der Fahrten sind geteilt, mehr als die Hälfte der Fahrgäste, die im Ridepooling zusammenkommen, kannten sich vor Antritt der Fahrt nicht.

Im Gespräch vor dem Berlkönig von ViaVan in Berlin

Die Flotte des Berlkönig Ridepooling Services in Berlin

Der BerlKönig-Service von ViaVan startete zunächst mit 80 Prozent der Flotte an elektrisch Fahrzeugen. Bis zum Ende des Jahres 2020 wird die Flotte in Berlin vollelektrisch unterwegs sein. In Berlin setzt der BerlKönig vor allem auf die B-Klasse, eVito Transporter und die Mercedes Benz V-Klasse. Somit hat die Flotte eine zugängliche Option für Passagiere, die Hilfe im Rollstuhl benötigen.

In Berlin hält die Zusammenarbeit von ViaVan mit der BVG ein besonderes Fahrzeug bereit. Im Rahmen der Berlkönig Flotte gibt es auch eine Berlkönigin. Wer im Rahmen seines Ridepooling Auftrages von der Berlkönigin abgeholt wird, der genießt nicht nur eine besondere Ausstattung, sondern fährt kostenfrei. Ein wunderbarer Marketing-Gag.

Die Berlkönigin im Carpooling Service von ViaVan und BVG

Ein weiterer Einsatzbereich für ViaVan ist das Ridepooling im Corporate Shuttle auf dem Werksgelände von großen Unternehmen

Einen weiteren Einsatzbereich stellen die ViaVan Fahrzeuge als „Corporate Shuttle“ in innerbetrieblichen Personenbeförderungen. Das beweist der Einsatz im Mercedes-Benz Werk Bremen, wo ViaVan seit fast einem Jahr erfolgreich den bisherigen Werksverkehr mit festen Buslinien ersetzt. Das Joint Venture der Daimler AG und Via Inc. bietet den über 12.500 Bremer Mitarbeitern einen Werksverkehr auf Abruf und verzichtet dabei auf feste Routen und Haltestellen. Stattdessen werden Strecken und Stopps dynamisch der aktuellen Nachfrage angepasst.

Im Jahr 2018 startete ViaVan bereits mit Shuttle-Fahrzeugen, die auf dem Werksgelände von BASF in Ludwigshafen für den Transport der Mitarbeiter eingesetzt werden. Hier kann der BASF-Mitarbeiter per App seinen ViaVan Shuttle rufen und so zeitnah auf dem Produktionsgelände an einen neuen Einsatzort gefahren werden.

Welche Fahrzeuge kommen bei ViaVan Fahrten zum Einsatz?

Zum Einsatz kommen vor allem der Vito Tourer (bis zu neun Sitzplätze) und die Mercedes-Benz V-Klasse (bis zu acht Sitzplätze), die für diesen Einsatzzweck kontinuierlich adaptiert werden. Zusätzlich plant man bei ViaVan, den neuen Sprinter in Zukunft für bestimmte Einsatzzwecke, in denen zusätzliche Sitzplätze erforderlich sind, zum Einsatz kommen zu lassen.

Wer sind die Wettbewerber von ViaVan?

Der Ride-Sharing Dienst versteht sich als eine Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr und damit nicht notwendigerweise als einen Wettbewerber. In Deutschland arbeiten mit Clevershuttle und ioki geich zwei Wettbewerber, die mehrheitlich der Deutschen Bahn gehören. In Berlin bietet das Unternehmen door2door eine Ride-Sharing Lösung an. Die Daimler Tochter moovel setzt eine Software ein, die es dem ÖPNV ermöglicht, eigene Ride-Sharing Dienste aufzusetzen. In Stuttgart wird mit dem SSB Flex ein solches Angebot derzeit pilotiert.

Wie unterscheidet sich der ViaVa Ride-Sharing Service von anderen amerikanischen Anbietern wie Uber oder Lyft?

Die Fahrgemeinschaften bei Uber und Lyft setzen als Marktplätze auf den bekannten Taxistil der jeweiligen Anbieter. Diese sind im wesentlichen darauf ausgerichtet, einzelne Fahrgäste mit einzelnen Fahrern zu verbinden. ViaVan konzentriert sich im Gegensatz dazu auf die Fahrgemeinschaft. Hier geht es darum Gruppen von 8-9 oder mehr Personen durch bestimmte Regionen oder Städte zu transportieren. Die Fahrgäste müssen sich hierbei nicht notwendigerweise kennen.

Unser Fazit zum On-Demand Service von ViaVan

Lösungen für diese On-Demand Shuttles gewinnen vor allem in unseren Städten zunehmend an Bedeutung. Beflügelt durch das hohe, urbane Verkehrsaufkommen und die zunehmenden Staus setzen viele Mobilitätsverantwortliche auf Ride-Sharing mit dem Prinzip: mehr Fahrgäste in einem Fahrzeug heißt weniger Autos auf der Straße.

Wichtig ist, dass für diesen Service elektrisch-betriebene Fahrzeuge eingesetzt werden. Dann können tatsächlich umweltfreundliche und Nutzer-getriebene Mobilitätslösungen den Städten helfen, gegen Staus und Verkehrsverstopfung anzutreten.

Ein MB ViaVan Fahrzeug holt Michael in Amsterdam zum Ridepooling ab