Heute gab das Münchener Unternehmen IONITY ein Investment in Höhe von 700 Millionen Euro durch seine derzeitigen Shareholder und den neuen Partner BlackRocks Global Renewable Power Platform bekannt. IONITY ist Europas führendes High Power Charging Netzwerk und ist im Gegensatz zu den Tesla Superchargern den Fahrern aller Elektroautomarken zugänglich. Hiermit endet auch die erste Phase für den Anbieter, der nunmehr in 24 Ländern vertreten ist. IONITY war bislang ein reines Joint Venture der Automobilhersteller VW, Audi, Porsche, BMW, Mercedes-Benz, Ford, Hyundai und Kia.

Für diese erste Phase hatte IONITY den Auftrag an 400 Standorten in ganz Europa Schnellladestationen aufzubauen. Was zunächst etwas schleppend begann, hat sich in den letzten 12-18 Monaten nun also bewahrheitet. Inzwischen betreibt das Unternehmen in 24 Ländern mehr als 1.500 Ladepunkte entlang europäischer Autobahnen. Und selbst die Teslafahrer, die ja auf ihr eigenes Supercharger Netzwerk bislang exklusiv zugreifen können, zählen zu den Top-Kunden von IONITY. Jetzt, nachdem Elon Musk in den Niederlanden an 10 Superchargern die Öffnung seines Charging Netzwerkes testet, könnten vielleicht noch mehr Fahrer der amerikanischen Marke zu IONITY kommen, um hier schnell und problemlos zu laden.

Welche neuen Ziele verfolgt IONITY ab sofort?

Diese Investition wird IONITYs Wachstums- und Netzausbaupläne in ganz Europa weiter vorantreiben und gleichzeitig das Ladeerlebnis der Kunden verbessern. Denn es geht letztlich darum, das Laden für Alle zu ermöglichen und das Ladeerlebnis dramatisch zu verbessern. Bis 2025 wird die Anzahl der leistungsstarken 350kW-Ladestationen um mehr als das Vierfache auf rund 7.000 erhöht. IONITY Ladeparks werden zukünftig nicht mehr nur an Autobahnen entstehen, sondern auch in der Nähe von Großstädten und entlang stark befahrener Fernstraßen errichtet.

Bildrechte: IONITY – Ausbau der Ladestationen in Europa

So plant man künftige Standorte von Beginn an mit durchschnittlich sechs bis zwölf Ladestationen und trägt damit der erwarteten höheren Nachfrage Rechnung. Darüber hinaus werden bestehende Standorte – entlang hoch frequentierter Strecken mit großem Bedarf nach Ladeinfrastruktur – mit zusätzlichen Ladestationen aufgerüstet. Diese Maßnahmen werden das Ladeerlebnis für Kunden verbessern und sicherstellen, dass das IONITY Netzwerk auf die steigende Nachfrage nach Ladeinfrastruktur vorbereitet ist. 

Lösung für die rasant zunehmende Elektrifizierung 

Die Zukunft der Mobilität wesentlich mitzugestalten, das ist erklärtes Ziel des Joint Ventures IONITY. Die Private Equity Company BlackRock ist das erste Unternehmen außerhalb des Automobilsektors, das über seine Global Renewable Power Plattform an diesem Joint Venture beteiligt ist. BlackRocks Global Renewable Power Platform hat weltweit in über 300 Projekte investiert, darunter in Onshore-Windkraft, Offshore-Windkraft und Solar-Photovoltaik-Projekte. 

„Der Einstieg von BlackRock als zukünftiger Anteilseigner sowie das Engagement unserer aktuellen Shareholder unterstreichen die Attraktivität IONITYs für Investoren und bestätigen eindrucksvoll, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das Vertrauen und die Investitionen aller Shareholder beschleunigen IONITYs Wachstum, den Ausbau unseres High Power Charging Netzwerks in ganz Europa sowie nicht zuletzt die Dekarbonisierung des Mobilitätssektors“, erklärt Dr. Michael Hajesch, CEO von IONITY.

Aktuelle Shareholder und neuer Investor setzen starkes Signal 

Dabei kommt der Einstieg eines externen Investors durchaus überraschend. Die bisherigen Investoren sind allesamt Wettbewerber bei der Transformation auf umweltfreundliche Elektroautos. Da ist es jetzt sicherlich förderlich, einen externen privaten Investor zu bekommen, der Skalierung von Geschäftsmodellen kennt und geradezu fordert. Blackrock hingegen hat die Wichtigkeit eines europäischen Schnelllade-Netzwerkes erkannt und setzt mit IONITY auf ein Unternehmen, das in Phase 1 geliefert hat.

Bildrechte: IONITY 2.0 – fast charging reloaded

Für David Giordano, Global Head of Renewable Power bei BlackRock, ist die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge dann auch entscheidend, um unsere Zukunft Net-Zero gestalten zu können.

„IONITY ist eines der führenden Ladenetzwerke in Europa, das Pioniere der Automobilindustrie zusammenbringt, um emissionsfreies Fahren in ganz Europa zu ermöglichen. Wir freuen uns, die Wachstumsambitionen von IONITY zu unterstützen und unseren Kunden Zugang zu einem innovativen Unternehmen zu verschaffen, das die Energiewende vorantreibt.“

Im Rahmen des Netzausbaus beabsichtigt IONITY, vermehrt eigene Grundstücke zu erwerben und je nach Standortbedingungen eigene Raststätten aufzubauen und zu betreiben. In diesem Zusammenhang plant das Unternehmen sein neues Stationskonzept „Oasis“. „Mit ‚Oasis’ zeigen wir, wie ein ganz neues Ladeerlebnis aussehen kann. Ob überdachte Ladestationen oder Ladeparks mit angebundenen Cafés, Restaurants oder Shops – wir möchten unseren Kunden zukünftig mehr Komfort bieten“, betont Dr. Marcus Groll, COO bei IONITY.

Mein Fazit zum Einstieg von Blackrock bei IONITY und dieser neuen Investmentrunde

Elektroautos können Langstrecke, das habe ich in den vergangenen Monaten vermehrt selbst mit verschiedenen Fahrzeugen bewiesen. Hier ist mein Langstreckenbericht, den ich für das europäische MOTION Magazine (in englischer Sprache) geschrieben habe.

Gerade auf der Langstrecke ist für die Fahrer von Elektroautos die Verfügbarkeit von funktionstüchtigen und schnellen Ladestationen entscheidend. Tesla macht das mit seinen Superchargern vor, IONITY ist tatsächlich ein verlässlicher Partner an den zahlreichen Autobahnen in Europa.

Doch mit 1.500 Ladestationen ist die Abdeckung von IONITY bislang zu gering. An einigen Ladeplätzen sind gerade einmal drei Schnelllader verfügbar. Das wird sich jetzt schnell ändern – sowohl in der Anzahl der Ladeplätze als auch in der Verfügbarkeit mehrerer Ladestationen pro Rastplatz. Dass jetzt das Ladeerlebnis zusätzlich in den Fokus von IONITY rückt, ist für mich ein extrem wichtiges Zeichen. Als Oase der Ruhe, mit einem guten Kaffee und sauberen Toiletten wäre da schon ein Anfang gemacht. Ich freue mich auf IONITY 2.0 – European fast-charging reloaded.