Ende der 10-jährigen Kfz-Steuerbefreiung: Mit diesen exakten Kosten müssen Fahrer älterer E-Autos 2026 kalkulieren

Aktuell Fahre ich: BMW i3
Ich bin Moderator im Elektroauto Forum

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Zehn Jahre verfliegen erstaunlich schnell. 2016 stand ich in München noch regelmäßig in den Werkshallen, um mit den Kollegen die Fahrwerksabstimmungen der frühen BMW i3-Modelle zu diskutieren. Wer sich damals an die Elektromobilität traute, wurde vom Staat mit einer Dekade ohne Kfz-Steuer belohnt.

Doch die Uhr tickt unerbittlich, und für diese Pioniere hält das Jahr 2026 einen neuen Steuerbescheid bereit. Das Thema „Ende der 10-jährigen Kfz-Steuerbefreiung: Mit diesen exakten Kosten müssen Fahrer älterer E-Autos 2026 kalkulieren“ sorgt aktuell für viel unnötige Panik. Aus den vielen Fragen und Diskussionen, die ich dazu regelmäßig im Elektroauto-Forum lese, weiß ich: Die Verunsicherung ist enorm groß.

Deshalb räumen wir heute mit den Gerüchten auf. Sie erfahren hier ohne Marketing-Geschwätz, nach welcher Logik der Zoll abkassiert und warum Sie keine Hunderte Euro zahlen werden. Alle Fakten spiegeln die aktuelle Rechtslage (Stand August 2026) wider.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Reine E-Autos (BEV) mit Erstzulassung 2016 werden 2026 erstmals kfz-steuerpflichtig.
  • Die Berechnung erfolgt ausschließlich nach dem zulässigen Gesamtgewicht.
  • Halter erhalten automatisch eine dauerhafte Steuerermäßigung von 50 Prozent.
  • Für einen VW e-up! fallen jährlich exakt 45,00 Euro an.

Warum läuft die Steuerbefreiung für E-Autos aus dem Jahr 2016 jetzt ab?

Die Steuerbefreiung läuft ab, weil der Gesetzgeber den Erlass für reine Elektrofahrzeuge (BEV) von Anfang an auf exakt 10 Jahre ab dem Tag der Erstzulassung begrenzt hat. Wer ein E-Auto fährt, das 2016 erstmals Papiere bekam, fällt im Laufe des Jahres 2026 unwiderruflich aus dieser Schonfrist heraus.

Viele Fahrer sind derzeit verwirrt wegen einer kürzlich beschlossenen Verlängerung der Steuerbefreiung. Laut einer Fachmeldung des Zolls (Stand August 2026) ändert die Verlängerung der Steuerbefreiung für Neuzulassungen bis 2030 nichts an der maximalen 10-Jahres-Grenze pro Fahrzeug. Für Bestandsfahrzeuge aus 2016 bleibt es also beim definitiven Fristablauf in 2026.

Plug-in-Hybride (PHEV) waren von dieser 10-jährigen Steuerbefreiung schon immer ausgenommen. Sie werden seit ihrer Erstzulassung regulär nach Hubraum und CO2-Ausstoß besteuert.

Wie berechnet der Zoll die Kfz-Steuer für Elektroautos nach 10 Jahren?

Sobald die 10-jährige Befreiung abläuft, berechnet der Zoll die Kfz-Steuer für Elektroautos ausschließlich auf Basis des zulässigen Gesamtgewichts (zGG) in 200-Kilo-Schritten. Hubraum oder CO2-Emissionen spielen bei reinen Batterieelektrofahrzeugen keine Rolle. Das zGG finden Sie im Fahrzeugschein unter der Ziffer F.2.

Der Gesetzgeber hat für E-Autos jedoch ein dickes Trostpflaster parat. Wie der Zoll auf seiner Informationsseite zur Kraftfahrzeugsteuer (Stand August 2026) bestätigt, wird die Steuer für Elektrofahrzeuge nach Ablauf der Befreiung dauerhaft um 50 Prozent ermäßigt. Sie zahlen gemäß § 9 Abs. 2 KraftStG nur die Hälfte des üblichen Nutzfahrzeugtarifs.

Die genauen, bereits um 50 Prozent reduzierten Sätze lauten aktuell:

  • Bis 2.000 kg zGG: 5,625 Euro je angefangene 200 kg
  • Zwischen 2.001 und 3.000 kg zGG: 6,01 Euro je angefangene 200 kg
  • Zwischen 3.001 und 3.500 kg zGG: 6,39 Euro je angefangene 200 kg

Exakte Kostenkalkulation: So viel zahlen Sie für Zoe, i3, Tesla und Co.

In der Praxis zeigt sich, dass die jährlichen Kosten für typische E-Autos der ersten Generation meist zwischen 45 und 80 Euro liegen. Wenn wir das Thema „Ende der 10-jährigen Kfz-Steuerbefreiung: Mit diesen exakten Kosten müssen Fahrer älterer E-Autos 2026 kalkulieren“ durchrechnen, verfliegt jede Panik. Steuerbescheide runden hierbei kaufmännisch auf den Cent genau.

Nehmen wir meinen alten Schützling, den BMW i3 der ersten Generation. Mit einem zGG von rund 1.620 kg fällt er in 9 angefangene 200-kg-Schritte. Multipliziert man das mit dem Basiswert von 5,625 Euro, landen wir bei winzigen 50,63 Euro im Jahr.

Hier ist die Übersicht für typische 2016er-Modelle:

Fahrzeugmodell (EZ 2016) Zulässiges Gesamtgewicht (zGG) Rechenweg (angefangene 200-kg-Schritte) Kalkulierte Kosten pro Jahr
VW e-up! ca. 1.530 kg 8 x 5,625 € 45,00 Euro
BMW i3 (1. Gen) ca. 1.620 kg 9 x 5,625 € 50,63 Euro
Renault Zoe (R240) ca. 1.954 kg 10 x 5,625 € 56,25 Euro
Tesla Model S (90D) ca. 2.640 kg 10 x 5,625 € + 4 x 6,01 € 80,29 Euro

Zum Vergleich: Für einen vergleichbaren Verbrenner aus dem Jahr 2016 zahlen Sie schnell zwischen 100 und 300 Euro jährlich. Das E-Auto bleibt also auch nach Wegfall der Komplettbefreiung ein echtes Sparschwein. Zumal Sie diese ohnehin schon geringen Steuerkosten locker wieder reinholen, wenn Sie sich einmal im Jahr die THG-Prämie fürs E-Auto sichern.

Welche typischen Fehler machen Käufer von gebrauchten E-Autos bei der Steuer?

Der häufigste Fehler von Käufern gebrauchter E-Autos ist die Annahme, die 10-jährige Steuerbefreiung beginne mit dem Tag des Gebrauchtwagenkaufs wieder von vorn. Das ist ein teurer Irrtum. Die Frist ist fest an die Fahrzeugidentifikationsnummer gekoppelt und startet unwiderruflich am Tag der allerersten Zulassung.

Laut dem Energieanbieter Enpal (Stand August 2026) gilt die Frist streng fahrzeuggebunden ab dem Tag der Erstzulassung, weshalb Gebrauchtwagenkäufer das Datum genau prüfen sollten. Wer 2026 einen gebrauchten Renault Zoe kauft, der 2016 das erste Mal zugelassen wurde, zahlt ab dem ersten Tag die volle gewichtsbasierte Steuer.

Praxis-Tipp von Michael: Ersparen Sie sich Anrufe beim Hauptzollamt! Sie müssen die 50-Prozent-Ermäßigung nach Ablauf der 10 Jahre nicht separat beantragen. Die Behörde erkennt anhand der Papiere automatisch das reine BEV und schickt den rabattierten Bescheid.

Ein weiteres hartnäckiges Missverständnis betrifft Saisonkennzeichen oder Stilllegungen. Die 10 Jahre verstreichen rein kalendarisch. Exakt zehn Jahre nach dem Erstzulassungsdatum ist Schluss, egal ob das Auto zwischendurch abgemeldet in der Garage stand.

Fazit

Das Ende der 10-jährigen Kfz-Steuerbefreiung für E-Autos des Jahrgangs 2016 ist absolut kein Grund zur Sorge. Wer damals zu den Pionieren gehörte, hat ein Jahrzehnt lang kräftig gespart.

Wie die exakten Berechnungen zeigen, bleiben die Kosten durch die reine Gewichtsbesteuerung und den dauerhaften 50-Prozent-Rabatt mit meist 45 bis 80 Euro pro Jahr verschwindend gering. Lassen Sie sich von Stammtisch-Parolen keine Angst machen, das elektrische Fahren bleibt auch ab dem elften Jahr steuerlich unschlagbar günstig.

Quellen

Ich bin Michael, der Autor des emobilitaetblogs

Mein aktuelles Fahrzeug: ein BMW i3

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