Ende August dieses Jahres stieg das Mobility Startup ChargeX in der Höhle der Löwen in den Ring. Dort war das Startup nicht erfolgreich, doch wer weiß: die Reichweite der Sendung bringt den Gründern eventuell die notwendigen Interessenten, die an der derzeit laufenden Crowd-Kampagne teilnehmen könnten.

Was macht ChargeX eigentlich?

Das Start-up ChargeX aus München nahm sich das Prinzip von Mehrfachsteckdosen zum Vorbild und entwickelte Ladestationen, die nebeneinander hängend mehrere Fahrzeuge laden können. Das Unternehmen bietet bietet also das erste modulare Komplettsystem zum Aufbau von mehreren Ladepunkten für Elektroautos an einem Standort an. Interessant ist dabei, dass gleichzeitig das Stromnetz entlastet wird.

Das ChargeX Produkt – Aqueduct

…nennt ChargeX sein Ladesystem. Es erleichtert die Handhabung im Vergleich zu herkömmlichen Ladestationen deutlich. So benötigt es beispielsweise nur eine Energieleitung, welche zur ersten Wallbox führt. Die übrigen werden schlicht via Plug&Play an die jeweils vorher installierten Wallboxen angeschlossen. Das vermeidet den üblicherweise langwierigen Installationsprozess und die Verlegung von Kabeln von der Hauptleitung zu jeder einzelnen Wallbox. Bis zu sechs Ladepunkte können auf diese Art an eine Stromleitung angeschlossen nutzen.

Seit dem Marktstart von Aqueduct im April des Jahres 2019 konnte das ChargeX-Team einige Großkunden wie etwa Volkswagen oder Veolia von seinem Produkt überzeugen. Inzwischen wurden 250 Module ausgeliefert und damit bereits 200.000 Euro an Umsatz generiert.

 

ChargeX - die Mehrfachsteckdose unter den Ladestationen
ChargeX – Aqueduct. (ChargeX.de)

Aqueduct soll etwa 50% günstiger sein, als die Konkurrenz. Was erstmal gut klingt muss ist relativ zu sehen, da die Preisspannen von Wallboxen sehr groß sind – in Abhängigkeit zu deren Funktionalität.

Die Ladung nach Bedarf

Diese Vereinfachung ist nicht alles. Das Start-up liefert eine Software zur Steuerung der Ladevorgänge mit. Damit ist es im zukunftsträchtigen Geschäftsbereich des smart charging unterwegs. Die Fahrzeuge werden zwar angesteckt, aber die Ladung wird über einen längeren Zeitraum durch ein integriertes Lastmanagement gesteuert. Der Vergleich zu Mehrfachsteckdosen ist nicht ganz zutreffend, da immer nur ein Fahrzeug geladen wird. Das ist der üblichen Kapazität des Hauptanschlusses geschuldet. Der tatsächlich limitierende Faktor des Systems ist die Zeit. Ist genügend Zeit für die Ladungen verfügbar können auch sechs Fahrzeuge geladen werden.

Abhängig vom Stromnetz und davon welches Fahrzeug wann wieder fahren soll wird der Strom über die verfügbare Zeit bis zur Abfahrt auf die einzelnen Fahrzeuge verteilt. Unerwartete Abfahrtszeiten können dem System hinterlegt werden. Die geplanten Ladezeiten werden dann neu berechnet.

Erste Tests sind vielversprechend

Ein Autohaus im Norden von München beherbergt das ChargeX-System zu Testzwecken und es läuft wie geplant. Auch der VW-Konzern zeigte sich früh an dem System interessiert und holte das Start-up für ein halbes Jahr in den hauseigenen Inkubator nach Dresden. 

Unser Fazit zum ChargeX Ladesystem

Der Usecase des gesteuerten Ladens über mehrere Stunden ist wie geschaffen für den Einsatz an Flughäfen, Park&Ride-Plätze, Tiefgaragen, Einkaufszentren, jedes Unternehmen mit mehr als 10 Mitarbeitern, die täglich zur Arbeit fahren, etc.

Als nächsten Schritt plant ChargeX seine Produktion und seinen Vertrieb ausbauen, damit in Zukunft jeder Stellplatz zu einem Ladeplatz wird.

 

Titelbild: Smartcharging mit ChargeX. (ChargeX.de)