Allein auf private Haushalte waren am 1. Januar 2020 rund 42 Millionen Pkw in Deutschland zugelassen. 42 Millionen. Das bedeutet – allen öffentlichen Diskussionen um Klimaschutz und Verkehrswende zum Trotz – eine gestiegene Pkw-Dichte um 12% von durchschnittlich 509 auf 569 Pkw pro 1.000 Einwohner in den letzten zehn Jahren. Besonders urbane Zentren haben zunehmend größere Schwierigkeiten mit der schieren Masse an Pkw umzugehen, ohne die Bedürfnisse der übrigen Verkehrsteilnehmenden zu vernachlässigen. 

Wenn man von einem Durchschnittsauto, einem Mittelklassewagen mit einer Länge von 4,25 Metern und einer Breite von 1,79 Metern ausgeht, dann belegt jedes Fahrzeug 7,6 Quadratmeter Fläche. Das Problem: allein in Berlin gibt es mittlerweile eine Million angemeldete Autos – das entspricht also einem Platzbedarf von mehr als 7,6 Millionen Quadratmetern.

Ist jetzt die richtige Zeit, die Sharing-Modelle als praktikable Lösungsalternativen zu begreifen?

Was sind jedoch die Lösungsmöglichkeiten für die Verringerung der Anzahl an Pkw auf unseren Straßen? Wir haben diese einmal gegenüber gestellt.

Verbote vs. Anreize

Wenn die Innenstädte, zum Beispiel, nur noch für Autos mit Elektromotor attraktiv wären, bedürfte es nicht unbedingt neuer Verbote. Wer Benzin und Geld verbrennen will, der könnte das weiterhin tun, aber wenn Parkflächen für Autos mit Verbrennungsmotoren deutlich eingeschränkt und damit teurer wären als zuvor, entstünden neue Anreize. So könnten Elektroautos, E-Car-Sharing Anbieter, E-Scooter, Fahrräder und verbesserte ÖPNVs die Stadt neu unter sich aufteilen.

Auto? Automatisierung!

Moderne Assistenzsysteme weisen bereits heute in die Richtung vom autonomen Fahren. Je mehr sich diese Technologie durchsetzt, wird sie auch uns Konsumenten davon überzeugen, dass der Mensch vielleicht doch der größte Risikofaktor für die Verursachung eines Unfalls darstellt. 

Es gilt als höchst unwahrscheinlich, dass sich dieser Umstand nicht gravierend auf die Versicherungsprämien auswirkt und das menschliche Fahren im Alltag immer mehr zurückdrängt – oder für manche Fahrer auf die Rennstrecke. Noch etwas Zukunftsmusik aber nicht mehr allzu fern: Je mehr die Automatisierung Einzug erhält, desto denkbarer, dass der verkehrsintensive Liefer- und Ladeverkehr von den frühen Morgenstunden und dem Tag fast gänzlich in die Nacht verlegt wird und so die Stadt weiter entlastet.

Statussymbol im Wandel

Noch heute ist für viele ein Auto Ausdruck von Status. Und eine Menge Modelle sehen auch wirklich sehr, sehr schick aus. Und ja, sie vermitteln ein Gefühl von Freiheit und Individualität. 

Aber stimmt das eigentlich? Nach einem Haus war das eigene Auto lange Zeit für die meisten Menschen die größte Investition. Alleine 30% der Autos auf der Straße sind rollende Kredite bzw. Leasingfahrzeuge (10%). Autofirmen (nicht selten mit eigenen Banken zur Kreditvergabe) haben natürlich ein Eigeninteresse, stark motorisierte Fahrzeuge an möglichst viele Kunden zu vertreiben. Ob sich dieser Ansatz mit der Generation Greta Thunberg allerdings mittelfristig weiterhin als eine sinnvolle Strategie beweist, ist zumindest zweifelhaft.

Arbeit von morgen

Home Office, Videokonferenz, Corona: Wenn ein Privatauto schon heute im Durchschnitt nur 1 Stunde am Tag bewegt wird, dann bringt selbst eine verschleppte Digitalisierung neue Arbeitswelten zum Vorschein, die individuelle Mobilität nicht länger zwingend an ein Privatfahrzeug koppeln. Der Zuzug in die Städte bleibt darüber hinaus ungebrochen. Damit online-basierte Produktionsweisen und Dienstleistungen auch im ländlichen Raum attraktiv werden, erfordert es noch immense Investitionen in Infrastruktur (Stichwort: Glasfaserausbau).

Ein (vorläufiges) Fazit zum Wandel hin zu mehr Mobilität mit E-Sharing

Die Debatte zu Sharing-Modellen ist in vollem Gange. Listen mit Pros und Contras werden in den Medien und von der Politik diskutiert, während die Wirtschaft – insbesondere ambitionierte Startups – vorpreschen und neue Zielgruppen für sich erschließen. 

Und vermutlich ist das der richtige Weg. Die viel geforderte Digitalisierung und der berühmte Erfindungsgeist deutscher Hidden Champions können den Verkehrsinfarkt in den Innenstädten womöglich besser verhindern als der bürokratische Weg durch die Institutionen über Regulierung. Geben wir den aktuellen, kreativen Ideen den Raum und die Zeit neue Chancen zu ergreifen. Oder, um es mit Samuel Beckett zu sagen: Try again, fail again, fail better.  

Anmerkung zu unserem Sponsoring Partner Alteos

Der Text wurde von unserem Sponsoring Partner Alteos zur Verfügung gestellt. Alteos ist ein InsurTech-Startup, das maßgeschneiderte Versicherungslösungen für innovative Vertriebspartnerschaften umsetzt. Vertrieben werden Versicherungen direkt im B2B2C-Prinzip über Vertriebspartner. Dazu zählen Handelsbetriebe, genannt ShopPartner, die sich online bei Alteos registrieren können und dann als sogenannte Tippgeber auf Provisionsbasis Versicherungen, die ihre eigenen Produkte ergänzen, agieren. Außerdem arbeitet Alteos mit sogenannten Enterprise-Kunden wie TIER, die über individuelle Lösungen ihre kompletten Flotten bei Alteos versichern können.

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