Vorreiter Netze BW: E-Mobility Allee in Ostfildern

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Vorreiter Netze BW: E-Mobility Allee in Ostfildern
Quelle: Lea Weinmann

„10 Haushalte, 10 E-Autos, 10 Lebensentwürfe, aber nur ein Stromkreis“ – so beschreibt Netze BW die Challenge der E-Mobility Allee in ihrer Pressemitteilung. Es ist das erste Projekt seiner Art in Deutschland: In Ostfildern ist Anfang Juni quasi der allererste Praxis-Stresstest in dieser Hinsicht für das Stromnetz gestartet. Ein halbes Jahr lang beobachtet und überwacht die EnBW-Tochter in der dort, was passiert, wenn eine ganze Straße mit Elektroautos fährt.

10 E-Autos, 6 Monate, 1 Stromkreis

Für den Testzeitraum stellt das Energieunternehmen den zehn Familien jeweils ein E-Auto  plus eine Wallbox mit maximaler Ladeleistung von 22kW zur Verfügung. Vom BMW i3 bis zum Renault Zoe ist alles dabei. Während des halben Jahres soll beobachtet werden, wie das Lade-Verhalten der verschiedenen Fahrer ist. Wann laden sie, wie oft und wie lange? So sollen die Folgen für das Stromnetz untersucht werden und für mögliche Probleme gegebenenfalls Lösungen gefunden werden. Die große Frage, die da natürlich alle bewegt ist: Was passiert, wenn alle Bewohner z.B. abends nach der Arbeit heimkommen und ihr Auto aufladen? Schließlich werden alle bewusst über denselben Stromkreis versorgt. 

Licht aus, wenn alle laden?

Zu einem Stromausfall kann es wohl nicht kommen, das Projekt sei so ausgelegt, versicherten die Betreiber gegenüber dem SWR. Dennoch geht es hier auch um das Finden von Lösungen für Situationen, sollte die Stromnutzung kurzfristig in die Höhe schießen – wie gesagt z.B. nach Feierabend. Möglichkeiten sind Batteriespeicher oder Lade-Management-Systeme, die die Netzstabilität im Falle eines Falles garantieren könnten. Um diese Spitzen aber überhaupt abfangen zu können, muss man wissen, wann sie stattfinden. Dafür ist die E-Mobility Allee da. 

Warum Ostfildern? 

Wichtig bei so einer Teststraße ist natürlich die einigermaßen repräsentative Durchmischung von Lebenssituationen und Lebenskonzepten. Gesucht hat Netze BW nach eigenen Angaben ein „‚typisches‘ Wohngebiet mit Eigenheimen im Ballungsraum: vom Vielfahrer bis zum Gelegenheitsfahrer, von der Familie mit kleinen Kindern bis zum Rentner.“ Deshalb gab’s auch unterschiedliche Auto-Modelle. Ebenfalls wichtig für die Durchführung ist, dass die Menschen dort währenddessen einfach ihrem gewohnten Alltag nachgehen. Die Stadt Ostfildern schien daher recht optimal für das Projekt: Sie liegt nahe Stuttgart, aber doch so weit entfernt, dass Pendler auch mit dem Auto fahren. Es gibt beschauliche Wohngebiete mit Einfamilienhäusern und die Stadt selbst steht ideell hinter dem Projekt. Die Straße selbst wurde nach dem technischen Kriterium „gleicher Stromkreis“ ausgewählt. So standen am Ende die zehn Haushalte in der Belchenstraße fest.

E-Mobility Allee – Fazit

Ich finde dieses Projekt einen Schritt in die richtige Richtung. Man kann der EnBW auch viel nicht so Gutes nachsagen. Dieses Projekt hätte schon viel früher kommen müssen, beispielsweise. Aber wichtig ist doch auch, dass es jetzt überhaupt vorangeht in der heimischen Ladeinfrastruktur-Entwicklung. Und dass versucht wird, im Feld die Belastbarkeit der Stromnetze zu testen. Darauf ist ja bisher offensichtlich kein anderer Energieanbieter gekommen. Die EnBW will bis 2025 mit der Netze BW 500 Millionen Euro in die Entwicklung von alltagstauglicher E-Mobilität investieren. Von heimischen Ladestationen bis hin zu Autobahnraststätten. Und die E-Mobility Allee kann dabei nur Erkenntnisse liefern, die dazu beitragen, diese Entwicklung schneller voranzutreiben und zu verbessern.  

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