Ausgerechnet an Deutschlands größtem und frequentiertestem Flughafen sollen Flugtaxis zur Normalität werden. Die Fraport AG und Volocopter rüsten genau hier für die Zukunft.

Eine gemeinsame Entwicklung von Flughafenbetreiber Fraport und Flugtaxi-Spezialist Volocopter

Die beiden Unternehmen haben in dieser Woche ihre Kooperation bekannt gegeben. Sie wollen zusammen Konzepte für die Bodeninfrastruktur und den Betrieb von Flugtaxis an Flughäfen entwickeln.

Welche Bestandteile der Kooperation stehen zunächst im Fokus?

Im Vordergrund stehen die reibungslose Fluggastabfertigung und zusätzlich die effiziente Anbindung an die bestehende Verkehrsinfrastruktur. Hier nutzt man beispielhaft eine Anbindung an einen sogenannten Volocopter Port. Mit Hilfe dieser Ports plant man in Zukunft Knotenpunkte in Städten miteinander zu verbinden. Und ganz wichtig für die Frankfurter Finanzwelt: auch eine Verbindung vom und zum Flughafen Frankfurt soll geprüft werden.

Wer sind die beiden Partner im Rahmen dieser Kooperation?

Die beiden Kooperationspartner Fraport und Volocopter sind in der Schnittstelle von Langstrecke per Flugzeug und Kurzstrecke per Lufttaxi vereint.

Fraport ist Betreiber des größten deutschen Flughafens

Als weltweit aktiver Flughafenmanager verfügt Fraport über langjährige Expertise im Flugbetrieb, hier insbesondere in den Bereichen Bodeninfrastruktur, Bodenabfertigung sowie Terminal- und Passagierservices. Als Betreiber des größten Flughafens Deutschlands in Frankfurt am Main ist Fraport um neue Lösungen zur Bewältigung des stets steigenden Passagiervolumens bemüht.

Fraport kann nicht nur Flugzeuge und Helikopter

Fraport kann zusätzlich auf umfangreiche Erfahrungen zum unbemannten Fliegen zurückgreifen. Im Rahmen des Programms „FraDrones“ erprobte der hessische Flughafenbetreiber bereits verschiedene Szenarien zur betrieblichen Nutzung von Drohnen. Letztlich gilt es für alle Flughafenbetreiber potentiell drohende Sicherheitsrisiken, wie etwa bei dem ungewünschten Drohneneinsatz auf dem englischen Flughafen Gatwick Ende des Jahres 2018, im Griff zu haben.

Das Mobility Startup Volocopter konzentriert sich auf die Entwicklung seines Senkrechtstarters

Das Mobility Startup Volocopter aus Bruchsal bei Karlsruhe ist weltweit führend bei der Entwicklung von senkrecht startenden, vollelektrischen Multikoptern (eVTOLs) als Lufttaxi. Die technische Plattform ist äußert flexibel und lässt den pilotierten, ferngesteuerten und voll-autonomen Flugbetrieb zu. Ein einzigartige Konzepts mit hoher Redundanz aller kritischen Komponenten sorgt für extrem hohe Sicherheit.

Die ersten Erfahrungen hat das elektrische Flugtaxi von Volocopter in Dubai gemacht

Volocopter hat bei Testflügen unter anderem in Dubai bereits beweisen können, dass sein elektrisch betriebener und senkrecht startender Multikopter den Anforderungen der Urban Aerial Mobility gerecht wird. Der Volocopter basiert auf Drohnentechnologie, bietet Platz für zwei Personen und eignet sich durch leises und emissionsfreies Fliegen ideal für den Stadtverkehr und die Kurzstrecke, etwa zu einem Flughafen.

Was planen die beiden Kooperationspartner Fraport und Volocopter in Frankfurt?

Als bedeutendstes deutsches Luftverkehrsdrehkreuz mit knapp 70 Millionen Fluggästen im vergangenen Jahr bietet der Frankfurter Flughafen ideale Rahmenbedingungen für diese Kooperation. Florian Reuter, CEO der Volocopter GmbH, sagt dazu: „Die optimale Anbindung des Stadtzentrums an den Flughafen ist eine riesige Herausforderung für fast alle Großstädte dieser Welt. Gemeinsam mit Fraport nun die erstmalige Umsetzung eines Flugtaxidienstes an einem der wichtigsten Flughäfen Europas anzugehen ist großartig. Dabei setzen wir auf die Expertise der Fraport AG den Volocopter-Service sicher und effizient in die komplexen Prozesse an einem internationalen Großflughafen zu integrieren.”

„Das autonome Fliegen wird die Luftfahrt grundlegend verändern. Wir wollen als erster Flughafen Europas das Potential des elektrischen Flugtaxis gemeinsam mit dem Pionier Volocopter erschließen – zum Vorteil unserer Fluggäste und der Region Frankfurt/Rhein-Main“, erklärt Anke Giesen, Vorstand Operations der Fraport AG. „Mit dieser Partnerschaft unterstreichen wir einmal mehr die Rolle der Fraport AG als Innovationstreiber in den verschiedensten Bereichen.“

Die Geschichte zu den Flugtaxis von Volocopter aus Bruchsal bei Karlsruhe

Bereits 2011 schrieb das Unternehmen Luftfahrtgeschichte mit dem bemannten Flug des weltweit ersten, rein elektrischen Multikopters. Seitdem setzte das junge Unternehmen weitere Meilensteine: 2016 erhielt Volocopter die vorläufige Verkehrszulassung durch die deutsche Luftfahrtbehörde für einen 2-Sitzer-Volocopter und 2017 zeigte das Luftfahrt-Startup den ersten autonomen Flug eines Lufttaxis im urbanen Raum in Zusammenarbeit mit der RTA Dubai.

Der Volocopter war der Star der CES Messe in Las Vegas in 2017

Zu Beginn des Jahres 2017 avancierte das Mobility Startup Volocopter zum internationalen Star der Technologiemesse CES in Las Vegas. Die Veranstalter präsentierten das deutsche Startup auf ihrer wichtigsten, weil größten Bühne. Das Volocopter Flugtaxi kreiste während der Eröffnungs-Keynote zum Messebeginn der Consumer Electronics Show durch die Lüfte. Die Anwesenden waren begeistert bei Bass-betonten Beats und Stroboskoplicht – ein irrer PR Stunt, den Volocopter hier liefern durfte.

Die Gründer und das Management Team von Volocopter

Die Gründer Stephan Wolf und Alexander Zosel haben mittlerweile ein schlagkräftiges Team von erfahrenen Managern wie CEO Florian Reuter, CTO Jan-Hendrik Boelens und CFO Rene Griemens um sich versammelt. Florian Reuter war nach einigen Jahren als Unternehmensberater zuletzt als Venture Manager im Bereich der zentralen Forschung bei Siemens für den Aufbau von Technologie-Startups verantwortlich. Er bringt damit so wertvolle Erfahrungen in der Schnittstelle zwischen Großunternehmen und der Gründerkultur eines Mobility Startups mit.

Mit dem Aufbau des Management Teams hat Volocopter die Weichen für das weitere Wachstum des Unternehmens gestellt. Der Mobility Konzern Daimler und das amerikanische Intel sind neben btov Partner und anderen zwei der namhaften Investoren des Unternehmens Volocopter.

Mein Fazit zu dieser Kooperation von Volocopter und Fraport

Es ist genau der richtige Weg, den das Mobility Startup Volocopter hier mit dieser Kooperation eingeht. Nur gemeinsam mit den großen und erfahrenen Betreibern, wie eben Fraport, kann man den sogenannten ‘Proof-of-Concept’ für den Einsatz von Flugtaxis an Flughäfen erarbeiten. Die Einbindung dieser innovativen Flugtaxis in den Betrieb von Flughafen und Großstadt Frankfurt ist die Voraussetzung für eine erfolgreiche Inbetriebnahme der Volocopter Flugobjekte.

Auch wenn der Einsatz von Passagier-Transporten wie dem Flugtaxi noch bis mindestens 2022-2024 dauern dürfte, so sind diese gemachten Erfahrungen eminent wichtig. Und somit ergibt die Zusammenarbeit zwischen einem Mobility Startup und einem klassischen Mobilitäts-Dienstleister wie Fraport vollkommen Sinn. Wir werden weiter berichten.