Mercedes-Benz präsentierte im kalifornischen Pebble Beach das Showcar Vision EQ Silver Arrow bei der Monterey Car Week. Dieser Augenschmaus ist ein rund sechs Meter langer Sportwagen auf Basis einer Karbon-Karosserie. In Pebble Beach treffen sich vom 18. bis 26. August 2018 Autokenner und Sammler aus aller Welt. Doch die Präsentation des Vision Arrow beinhaltet mehr: denn hier geht es um den ersten tieferen Einblick in das anspruchsvolle Design im Rahmen der neuen Mercedes-Benz Marke EQ.

Und das ist, vorweg gesagt, auch der wirklich spannende Teil dieser Präsentation einer Studie. Zugegeben, der Vision EQ Silver Arrow ist ein echter Hingucker. Doch wie so häufig bei Studien fragt man sich nach dem Nutzen für den Endkunden. Während Tesla bereits seit Jahren liefert, Jaguar mit seinem I-PACE inzwischen als Taxi durch Münchens Straßen kutschiert, da fragt man sich eher, wann denn aus dem Hause Daimler die Elektroflotte nun tatsächlich auf die Straße kommt?

Nun, die Verantwortlichen von Mercedes-Benz liefern die Antwort jedoch direkt. In der nächsten Woche in Stockholm erfolgt die offizielle Premiere für das EQC Serienmodell. Das ist der wirklich wichtige Moment, denn am 4. September 2018 in Stockholm auf der @me Convention wird es Ernst.

Zurück zur Studie des Vision EQ in Kalifornien

Bleibt für uns also in diesem Post der Blick auf den atemberaubenden Sportwagen mit Platz für einen Passagier. Der Vision EQ ist zugleich eine Hommage an den erfolgreichen Rekordwagen W 125 von 1937. Die Lackierung in Alubeam-Silber erinnert an die aus Gewichtsgründen vom weißen Lack befreiten historischen Silberpfeile. Im Innenraum dominieren traditionelle, hochwertige Materialien wie beispielsweise Echtleder, poliertes Aluminium und massives Walnussholz. Das digitale Cockpit selbst erlaubt einen Blick in die Zukunft: Es umfasst einen gebogenen Panorama-Bildschirm mit Rückprojektion sowie einen ins Lenkrad integrierten Touchscreen.

Die EQ Konzeptfahrzeuge erlauben einen Ausblick auf Elektroautos in allen Segmenten

Mit dem Concept EQA hat Mercedes‑Benz 2017 bereits auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt gezeigt, wie sich die EQ-Strategie in die Kompaktklasse übertragen lässt. Diese Elektroversion besitzt je einen Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse mit einer Systemleistung von über 200 kW. Über eine front- oder hecklastige Momentenverteilung des permanenten Allradantriebs lässt sich die Fahrcharakteristik verändern. Welches Fahrprogramm gewählt wurde, zeigt das Concept EQA mit einem einzigartigen virtuellen Grill.

Vorbild für den Vision EQ Silver Arrow ist der W 125-Zwölfzylinder-Rekordwagen, den Mercedes-Benz 1937 auf Basis des Grand-Prix-Rennwagens gebaut hat. Der jetzt gezeigte Vision EQ Silver Arrow ist als Elektrofahrzeug konzipiert. Die Leistung des geräuschlosen Silberpfeils beträgt 550 kW (750 PS). Der flache Akku im Unterboden hat eine nutzbare Kapazität von ca. 80 kWh und ermöglicht eine rechnerische Reichweite von über 400 km nach WLTP. Gekühlt wird die Batterie mit Hilfe von seitlichen Lüftungsschlitzen.

Gorden Wagener, Chief Design Officer der Daimler AG verweist auf „Beschleunigung und Fahrspaß“ des Fahrzeuges. Für ihn verkörpert „er den Progressiven Luxus und gibt einen Ausblick in die Zukunft unseres Designs. Damit treibt das Showcar die Formensprache unserer neuen Produkt- und Technologiemarke EQ auf die Spitze.“

Das Exterieur: eine extrem schöne und zugleich sportliche Silhouette

Mit ihrem klaren, nahtlosen Design ist die Formensprache des Vision EQ Silver Arrow eine markenspezifische Ausgestaltung der Designphilosophie der sogenannten ‚Sinnlichen Klarheit‘. Die stromlinienförmige Silhouette des rund 5,30 Meter langen und ca. ein Meter flachen Einsitzers ist schlank, aber dennoch sinnlich.

Das Showcar besitzt eine Karosseriestruktur aus Kohlefaser. Die Mehrschichtlackierung in Alubeam-Silber schmiegt sich wie flüssiges Metall darüber. Funktionale Anbauteile aus Kohlefaser wie beispielsweise der Frontsplitter verkörpern den kühlen und rationalen Aspekt dieser Philosophie.

Die als Display gestaltete Frontmaske sowie das durchgängige Leuchtenband vorne und am Seitenschweller, und der große, vertiefte EQ-Schriftzug vor den Hinterrädern ist markentypisch blau beleuchtet. Die Fahrerkanzel lässt sich nach vorn aufklappen. Die freistehenden Vielspeichen-Räder mit jeweils 168 Speichen pro Rad bestehen aus leichtem Aluminium und sind EQ-typisch rosé-goldfarben lackiert.

Für besonders viel Traktion und eine entsprechend schnelle Beschleunigung besitzt der Vision EQ Silver Arrow Slick-Reifen im Format 255/25 R 24 (vorne) bzw. 305/25 R 26 (hinten). Eine Reminiszenz an den Rennsport ist der Heckdiffusor. Zwei ausfahrbare Heckspoiler fungieren überdies als Luftbremse, indem bei gewünschter Verzögerung der Luftwiderstand entsprechend erhöht wird.

Zwischen Tradition und Moderne changiert das Interieur

Das Interieur des Vision EQ Silver Arrow repräsentiert die Werte des Progressiven Luxus. Die Designsprache kombiniert zeitlose Ästhetik mit futuristischen Visionen.

Einerseits werden traditionelle, hochwertige Materialien eingesetzt. Dazu gehören sattelbraunes Echtleder an Sitz und Lenkrad, poliertes Aluminium im gesamten Innenraum und massives Walnussholz mit dunkleren Nadelholz-Nadelstreifen im Boden. So wird eine Brücke zu historischen Rennwagen der Silberpfeil-Ära geschlagen. Andererseits stehen moderne High-Tech-Lösungen wie die große Projektionsfläche des Panoramabildschirms und innovative Nutzer-Erlebnis-Lösungen wie die Möglichkeit eines virtuellen Rennens (siehe unten) für den EQ-typischen visionären Charakter. Dieser Kontrast ist eine gewollte Zusammenführung von Vergangenheit und Zukunft.

Ein vom Rennsport inspirierter Vier-Punkt-Gurt fixiert den Fahrer im Sitz. Die Pedalerie passt sich individuell jeder Fahrerstatur an, ein entsprechender Regler befindet sich am Sitz und steuert die Verstellung der Pedale. Passend zur Außenlackierung in Alubeam-Silber sind die Seitenwände des Innenraums mit luxuriösem, grauem Wildleder bezogen.

Und dann hält die Technologie Einzug ins Cockpit

Der Fahrer des Vision EQ Silver Arrow ist umgeben von einem großen Panorama-Bildschirm, auf den ein Beamer von hinten ein 3D-Bild der Umgebung projiziert. Als Fingerzeig für mögliche künftige Ladetechnologien wird zudem jene Spur der Fahrbahn, auf der induktives Laden möglich ist, auf den Bildschirm eingeblendet.

Mit Hilfe künstlicher Intelligenz ist ein virtuelles Rennen gegen historische oder aktuelle Silberpfeil-Rennwagen möglich. Dabei wird im Panorama-Bildschirm eine virtuelle Rennstrecke in die reale Strecke eingeblendet, und der Fahrer sieht den Gegner vor oder hinter sich als „Ghost“. Die Assistenzfunktion „Virtual Race Coach“ hilft, ein besserer Fahrer zu werden, indem sie während des Rennens Anweisungen gibt.

Im Lenkrad sitzt zudem ein Touchscreen. Dort kann der Fahrer Programme wie Comfort, Sport und Sport+ mit unterschiedlicher Fahrcharakteristik wählen. Auch Soundeinstellungen können hier konfiguriert werden: Die Auswahl beinhaltet unter anderem den Klang eines aktuellen Formel‑1-Silberpfeils und eines Mercedes-AMG V8-Motors.

Was bleibt ist die Vorfreude auf Stockholm. Wieviel dieser schönen Studie werden wir in der neuen elektrifizierten Fahrzeugserie von Mercedes-Benz sehen? Wir sind gespannt und werden natürlich weiter berichten.

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