Urbane Mobilität

Die Urbane Mobilität (auf Englisch ‘Urban Mobility‘) ist eines der Megathemen und damit Herausforderungen unserer Zeit. Die Anforderungen an Lösungen zu den drängenden Mobilitätsfragen für unsere Städte und Landkreise sind hochkomplex. Die Frage, wie wir die Mobilität verbessern und gleichzeitig Staus, Unfälle und Umweltverschmutzung verringern können, ist eine gemeinschaftliche Herausforderung für alle großen Städte in Europa. 81 sogenannte Großstädte gibt es allein in Deutschland, sie weisen jede mehr als 100.000 Einwohner auf.

Denn neben den gesellschaftlichen und gesundheitlichen Problemen kostet mangelhafte urbane Mobilität Unsummen an Geld. Staus und einhergehende Ineffizienzen in Mobilität sind (nicht nur) in der EU häufig in und um städtische Gebiete herum zu finden. In der Europäischen Union summieren sich deren Kosten jährlich auf fast 100 Milliarden Euro oder 1 Prozent des BIP.

Immer mehr Menschen und immer mehr Verkehr in den Städten

Die große Mehrheit der Menschen in Europa lebt heute bereits in einem städtischen Umfeld, wobei über 60 Prozent in städtischen Gebieten mit mehr als 10.000 Einwohnern leben. Sie leben ihr tägliches Leben im gleichen Raum und teilen sich für ihre Mobilität die gleiche Infrastruktur. Die städtische Mobilität ist für 40 Prozent der gesamten CO2-Emissionen des Straßenverkehrs und bis zu 70 Prozent der anderen verkehrsbedingten Schadstoffe verantwortlich.

Erschwerend kommt noch hinzu, dass es immer mehr von uns in die Städte zieht. Die UN prognostiziert, dass im Jahr 2050 ca. 75% der Menschheit in urbanen Ballungszentren leben werden. Gleichzeitig wächst in uns die Erkenntnis, dass städtischer Raum zu kostbar ist, um einen Großteil davon einem ineffizienten Verkehrsträger wie dem Auto zu widmen. Das Auto als bevorzugt individuelles Fortbewegungsmittel ist verantwortlich für Luftverschmutzung, Krach und stellt ein Risiko für Nutzer und restliche Verkehrsteilnehmer dar.

Urbane Mobilität der Zukunft als Ziel europäischer Politik

Der Erfolg von Politiken und politischen Zielen, die auf EU-Ebene vereinbart wurden, z.B. in Bezug auf die Effizienz des EU-Verkehrssystems, sozio-ökonomische Ziele, die Energieabhängigkeit oder den Klimawandel, ist natürlich von den Maßnahmen nationaler, regionaler und lokaler Behörden abhängig. Denn letztlich müssen die Städte und Landkreise in Sachen Urbaner Mobilität der Zukunft ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen. Urbane Mobilitätskonzepte spielen hierbei einen wichtigen Faktor für Wachstum und Beschäftigung und für die nachhaltige Entwicklung in den Städten. Viele Städte in Deutschland, wie etwa München, Düsseldorf, Hamburg oder Berlin haben daher einen Aktionsplan Mobilität verabschiedet. In einem Kompetenzzentrum Mobilität werden dann in den Städten die unterschiedlichen Massnahmen abgebildet und nachgehalten. Die Herausforderung für nachhaltige Mobilität hat deutsche Städte erfasst, vielfach werden die Erfahrungen ausgetauscht und sogenannte ‘Best Practices’ gebildet.

Smart Cities bieten nachhaltige Formen der Mobilität

Wir brauchen neue, nachhaltige Formen der Mobilität. Im Rahmen von intelligenten Städten, mit sogenannter Smart City Politik, geht es mit Hilfe von Technologien darum, auf Basis von gewonnenen Informationen die Lebensqualität und Nachhaltigkeit in urbanen zu verbessern. Wir stehen vor den Herausforderungen zukunftsfähiger Stadtentwicklung und die Lösungen von Mobilitätsfragen sind dazu ein ganz entscheidender Bestandteil.

Dass wir in diesen aktuellen Fragen der urbanen Mobilität nicht immer von großen Zukunftsszenarien träumen müssen, das zeigen aktuelle Beispiele, wie sie fortschrittliche Städte wie etwa Paris, Kopenhagen oder Amsterdam aufzeigen. Innovative Smart-City Technologien beinhalten dort intelligente Ampeln, digitale Verkehrsschilder oder auch Sensoren, welche die Daten zu Verkehrsgeschehen, Wetter oder Luftqualität erfassen. Der öffentliche Nahverkehr nutzt Echtzeitinformationen, die Bewohner und Besucher nutzen Apps für Ticketing, greifen damit auf Sharing-Angebote unterschiedlichster Anbieter für Elektroautos, eBikes, E-Roller und E-Scooter zu. In Stadtvierteln befinden sich smarte E-Mobility-Stationen an Knotenpunkten des ÖPNV, welche Ladesäulen und Ausleihstationen für diese Elektrofahrzeuge verfügen. Ein digitales Parkraummanagement steuert intelligent die Autofahrer in ihren Fahrzeugen, verweist auf freie Parkplätze und übernimmt die Abrechnung und Auswertung der Verkehrsströme. Digitale Mobilitätsdienste sind integraler Bestandteil einer modernen und smarten Stadt.

Welche urbanen Konzepte existieren für eine nachhaltige Mobilität?

Was macht sie also aus, diese erfolgreichen Konzepte der urbanen Mobilität? Ist es das Umdenken und Fördern von Fahrradstrukturen, Elektromobilität, der neuen Formen der Mikro-Mobilität oder des Öffentlichen Nahverkehrs? Sind Sharing Modelle die Antwort? Reines CarSharing führte gemäß der jüngsten Studien zu mehr Autos auf den Straßen, kann also für sich gesehen nicht die alleinige Antwort sein. Welche Rolle spielen Ridesharing und Ridepooling und wie können autonome Fahrzeuge bei der Überwindung der Mobilitätsfragen helfen?

Welchen Herausforderungen können sich Städte heute am leichtesten stellen, um mit sogenannten „quick wins“ Zweifler zum Handeln zu bewegen? Oder welche Konzepte sind schlichtweg nicht zu finanzieren? Klar ist, dass es einen intelligent verknüpften Mix verschiedenster Mobilitätsmassnahmen geben muss. Letztlich arbeiten die Lösungen der urbanen Mobilität an der Stadt von morgen. Die Entwicklung urbane Mobilität operiert quasi am offenen Herzen an der Schnittstelle von Mobilität, Digitalisierung, Stadtentwicklung und IoT. Nur mit nachhaltigen Innovationen und der Überzeugung, die Bewohner der Städte und Landkreise mitzunehmen, kann eine nachhaltige Verkehrswende gelingen. Und dieser Mix muss die gewerblichen Anforderungen in den Städten mit integrieren.

Wir berichten von Lösungen der urbanen Mobilität

In dieser Kategorie des eMobilität Blogs berichten wir über die verschiedenartigsten Lösungen der urbanen Mobilität. Wir zeigen Lösungen, welche die Mobilitäts-Champions unter den Städten umsetzen. Nachhaltig und vielfach von großartigen Menschen und Unternehmen initiiert. Innovationen von Startups oder gestandenen Unternehmen – die neue Form von Mobilität kennt keine Grenzen. Und es ist an der Zeit, dass diese Mobilitätskonzepte umgesetzt werden.

Gleichzeitig berichten wir auch über die Herausforderungen, denen sich die Entscheider in Sachen Urbaner Mobilität stellen müssen. Ein gutes Anschauungsbeispiel dafür liefert der Bericht über den Mobilitätswandel in den bayerischen Metropolen München und Augsburg. Zwei sehr unterschiedlich große Metropolen in Bayern – die Aufgaben und Herausforderungen ähneln sich.