Nachdem am Mittwoch noch mehr als 1000 Taxifahrer auf den Düsseldorfer Rheinwiesen gegen die Herausforderer wie Uber und Co. demonstrierten, öffnet der amerikanische Fahrdienstleister Uber ausgerechnet im benachbarten Köln einen Tag später seinen Service.

1000 Taxifahrer demonstrieren in Düsseldorf gegen die geplanten Änderungen im Personenbeförderungsgesetz

Ich selbst war am Mittwoch in Düsseldorf unterwegs und spazierte bei schönstem Wetter über die Oberkassler Brücke in Richtung Altstadt. Zu diesem Zeitpunkt gegen 11 Uhr weideten noch ca. 300 Schafe auf den Rheinweisen vor Oberkassel. Doch wenige Minuten später fuhr ein Taxi nach dem anderen auf die gepflasterten Wege zwischen den Wiesen vor dem Hipster Stadtteil der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt. Geschätzte 1000 Taxifahrer demonstrierten hier gegen die Veränderungen im Personenbeförderungsgesetz.

Der Verkehrsminister möchte die Bedingungen an internationale Standards angleichen

Der Bundes-Verkehrsminister Scheuer beabsichtigt die deutsche Gesetzgebung an die internationalen Standards anzugleichen. Das bedeutet vor allem, dass die sehr umstrittene rein deutsche Regelung der Rückkehr zum Stammsitz, die für alle Fahrer außer eben den Taxifahrern gilt, gekippt wird. Die Einen wollen Wettbewerbsgleichheit, die Taxizunft hingegen warnt, dass ohne diese Regelung die Verfügbarkeit von Fahrern auf den weniger belebten Strecken ein Problem werden könne.

Jetzt startet der Fahrdienst Uber in Köln

Seit dem Donnerstag ist die rheinische Hochburg des Karneval, die Stadt Köln, auf Uber freigeschaltet. Mehr als eine Millionen Einwohner und vor allem die vielen Tausend Besucher von Dom, Germanischem Museum & Co. können jetzt auf die Uber App in Köln zugreifen und dort die Fahrdienste in Anspruch nehmen.

Die Stadt Köln ist für eine sehr hohe PKW-Dichte, lange Staus und akute Luftverschmutzung bekannt. Aktuell drohen sogar Fahrverbote für Dieselfahrzeuge. Somit schafft Uber mit seinem Fahrdienst einen Anreiz für Besucher und Gäste der Stadt das eigene Auto häufiger stehen zu lassen und mit der Bahn in die Stadt zu fahren. Für das Zurücklegen der letzten Meile lässt sich dann über die Uber App bequem der Fahrdienst rufen.

Interessantes Detail aus den Uber Datenbanken zum Start

Der amerikanische Fahrdienst Vermittler serviert zum Start ein interessantes Detail aus seiner Datenbank: im Jahr 2018 haben 300.000 Menschen aus 116 Ländern in Köln versucht, die Uber-App in Köln zu nutzen. Das waren demnach 300.000 enttäuschte Nutzer der App, die mangels Verfügbarkeit dann einen anderen Mobilitätsservice in Köln nutzten.

Mit Hilfe dieser Datenanalysen geht UBER weltweit seinen Weg in die einzelnen Städte. Wo keine Nachfrage, da wird sicherlich nicht zuerst eröffnet. Und so verkündet ein Sprecher von UBER: “Für Uber ist deshalb klar, dass die meistverbreitete Mobilitätsplattform der Welt auch in Köln verfügbar sein muss.”

In welchen deutschen Städten ist Uber bereits aktiv?

Nach München und Berlin eröffnete Uber im letzten Jahr die Standorte Frankfurt und Düsseldorf. In der rheinischen Hauptstadt bietet Uber seit Oktober 2018 seine Mobilitätsdienste UberX, UberTaxi und UberGreen an. Uber ist in Düsseldorf beispielsweise Partner des Eishockeyclubs DEG und fördert hier die An- und Abfahrten der Zuschauer zu den Heimspielen im ISS Dom. Christoph Weigler, General Manager Uber Deutschland verkündete damals: „Ich freue mich deshalb besonders, dass wir jetzt auch in meiner Heimatstadt Düsseldorf unsere Mobilitäts-Plattform via App anbieten”.

Unser Fazit zur Eröffnung von Uber in Köln

Es ist an der Zeit, dass wir in Deutschland die antiquierten Bevorzugungen des Taxigewerbes abschaffen. Ich nutze auf meinen vielen Reisen sowohl Uber als auch Lyft und andere Mobilitätsdienste. Für Geschäftsreisende und Touristen in den USA sind diese Dienstleister nicht mehr wegzudenken.

Na klar: ein Herausforderer bedeutet neben dem qualitativen Wettbewerb mit Sicherheit Druck auf die Preise – wie jetzt hier in Köln. Doch seien wir einmal ehrlich: wer von uns hat sich nicht in den letzten Jahren bereits einmal über ein schmutziges Taxi, einen unfreundlichen Fahrer oder dessen viel zu hohen Preise geärgert. Es ist an der Zeit, die neuen Mobilitätsdienste in Deutschland anzuerkennen. Auch und gerade weil wir ansonsten in diesem innovativen Mobilitässegment global ins Hintertreffen geraten werden.

Weitere Informationen über Uber

Weltweit schafft die App ihren Nutzern Zugang zu alternativen Beförderungsmöglichkeiten, zu Essenslieferdiensten sowie zu Fracht- und Kurierdiensten. Uber ist gegenwärtig in mehr als 600 Städten in 64 Ländern der Welt aktiv. Der größte amerikanische Wettbewerber Lyft ging sehr erfolgreich vor wenigen Tagen in den USA an die Börse. Beide Unternehmen wachsen international sehr stark, doch vor allem in Deutschland sind dank des Personenbeförderungsgesetztes bislang wenige Städte mit diesen Dienstleistungen versorgt.