Einem Bericht des Tech-Magazins TechCrunch zufolge, plant der amerikanische Mobilitätsdienstleister Uber nicht weiter mit seinem eigenen selbstfahrenden Truck. Das Programm war aus der umstrittenen millionenschweren Übernahme von Otto vor fast zwei Jahren hervorgegangen. Und damit begann eine schwierige Geschichte für UBER, denn die Entwicklung eines eigenen, selbstfahrenden Trucks war zwar ein großer Wunsch des UBER Managements, beinhaltete jedoch eine ganze Serie von Pleiten, Pech und Pannen.

Autonomer Langstreckentransport senkt die Zahl der Unfälle

In den USA sind Langstrecken-Lkw für die Lieferung von fast 70% aller Waren verantwortlich. Das reizt dementsprechend viele Anbieter als Marktpotential zumal der Wunsch groß ist, die Anzahl der Unfälle mit eben diesen Trucks deutlich dank selbstfahrender Technologie zu senken. Uber Advanced Technologies Group (kurz ATG) hatte es sich daher zur Aufgabe gemacht, einen neuen Ansatz für den modernen Transport zu schaffen. Ein wesentlicher Teil beruhte auf der Entwicklung von eigener selbstfahrender Technologie zur Verbesserung der Sicherheit und Effizienz der Lkw-Industrie.

Kehrtwende von Uber ATG am Montag

Das Unternehmen gab in dieser Woche bekannt, dass es die Entwicklung von selbstfahrenden Trucks stoppen wird und stattdessen seine Anstrengungen auf selbstfahrende Autos konzentrieren wird. „Wir haben vor kurzem den wichtigen Schritt getan, auf die öffentlichen Straßen in Pittsburgh zurückzukehren, und da wir diese Dynamik fortsetzen wollen, glauben wir, dass es der beste Weg ist, die Energie und das Fachwissen unseres gesamten Teams auf diese Bemühungen zu konzentrieren“, sagte Eric Meyhofer, Leiter der Uber Advanced Technologies Group, in einer E-Mail.

Meyhofer erklärte weiter: „ich weiß, dass wir alle sehr stolz auf das sind, was das Trucks-Team erreicht hat, und wir sehen weiterhin das unglaubliche Versprechen dieser Technologie autonomer Fahrzeuge, die auf die Beförderung von Gütern im ganzen Land angewandt wird. Aber wir glauben, dass es der beste Weg ist, zuerst das Selbstfahren für Passagieranwendungen und dann das Fahren im Güterverkehr voranzutreiben. Im Moment brauchen wir den Fokus eines Teams, mit einem klaren Ziel.“

Ubers Abteilung für selbstfahrende Trucks hat bislang ihren Sitz in San Francisco, während sich das Team für selbstfahrende Autos in Pittsburgh befindet. Somit werden Mitarbeiter, die sich bislang auf die autonom fahrenden Trucks konzentrierten, anderen Aufgaben zugeführt. Die Weiterentwicklung der selbstfahrenden Technologie ist eine Mammutaufgabe, die unabhängig vom Standort an Ost- oder Westküste ausgeführt werden kann.

Die Entscheidung Ubers, nicht weiter auf die eigenen selbstfahrenden Trucks zu setzen, ist durchaus nachvollziehbar. Denn Tatsache ist: selbstfahrende Trucks haben quasi eine doppelte Aufgabe in sich für einen Neuling wie UBER. Neben all den Komplexitäten autonomer Fahrweise gilt es, quasi so ganz nebenbei, den Lkw selbst auf die Straße zu bringen. Da lässt sich zwar mit Kooperationen eine Menge Know-how an Bord holen. Dennoch sind die großen Hersteller wie MAN, Daimler oder auch aus China ja nun auch nicht untätig. Sie entwickeln dank modernster Connectivity Lösungen ihre Trucks immer weiter. Die Elektrovarianten dieser Lkw mit jahrzehntelanger Entwicklungserfahrung lässt sich ja auch nicht von heute auf morgen ‚überholen‘.

Uber Freight ist nicht betroffen

Uber Freight, eine Geschäftseinheit, die Lkw-Fahrer und Reedereien digital unterstützt, ist von dieser Entscheidung nicht betroffen. Uber Freight, das im Mai 2017 eingeführt wurde, ist für geprüfte und zugelassene Fahrer gedacht, die damit in der Nähe verfügbare Ladungen finden und die Zielinformationen, die erforderliche Entfernung und die Vorauszahlung einsehen können. Hier können Fahrer selbst entscheiden, ob sie einen Auftrag annehmen möchten, oder eben nicht.

Uber Freight, das in drei Regionen begann, ist nun überall in den USA verfügbar und gilt als ein tragfähiges und vielversprechendes Geschäft innerhalb des Unternehmens. Diese eigene Business Unit hat sich in den letzten 15 Monaten verdreifacht und verfügt über Büros in San Francisco und Chicago.

 

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