Elon Musk hat sich oft darüber beschwert, dass Tesla eine Aktiengesellschaft ist. Er würde gerne den Fokus von den vierteljährlichen Quartals-Ergebnissen nehmen und über langfristige Ziele sprechen. Nun hat er angegeben, dass er erwägt den Autohersteller mit einem Wert von über $ 70 Milliarden von der Börse zu nehmen. Das Geld will er bereits haben.

Tesla (TSLA) an der Börse

2010 ging Tesla (TSLA) an die Börse. Pro Aktie musste man damals 17 Dollar zahlen und CEO Musk stieg mit mit einem Volumen von gut 226 Millionen Dollar ein. Tesla selbst bot 11,9 Millionen Aktien an, die Alteigener steuerten aus ihrem Bestand 1,4 Millionen Papiere bei. 8 Jahre später liegt die Aktie bei rund 380 Dollar. Die Marktkapitalisierung liegt bei rund 53 Milliarden Euro.

SpaceX

Im Gegensatz zu Tesla hielt Musk seine Firma SpaceX privat. Damit hielt er sich einen Vergleichspunkt. Nach anfänglichen Fehlschlägen wurde die Firma innerhalb weniger Jahre zu einem bedeutenden Versorger der Internationalen Raumstation. 2017 löste SpaceX Arianespace als weltweiten Marktführer bei Satellitenstarts ab. Mit der 2018 erstmals gestarteten Falcon Heavy bietet das Unternehmen auch die stärkste verfügbare Trägerrakete an. (Wikipedia)

Probleme mit der Wallstreet

Musk liefert sich einen regelrechten Krieg mit Analysten der Wallstreet. Der CEO von Tesla hat sich oft darüber beschwert, dass die Finanzindustrie sich zu sehr auf kurzfristige Quartalsergebnisse konzentriert und nicht das langfristige Potenzial eines Unternehmens sieht.

Privatisierung

Verschiedenen Berichten zufolge hat Musk bereits in der Vergangenheit Schritte überlegt, wie man das Unternehmen von der Börse nehmen könnte. Auch eine mögliche Partnerschaft mit Google wurde im Jahr 2013 in Erwägung gezogen.

Jetzt twitterte Musk, dass er erwäge, den Aktionären ihre Anteile für 420 Dollar pro Aktie abzukaufen und dass er das Geld bereits gesichert hat:

Bei einem Gegenwert von 420 US-Dollar pro Aktie wäre dies bei der aktuellen Anzahl der ausstehenden Aktien ein Wert von über 70 Mrd. US-Dollar. Musk hält jedoch auch bereits  über 20% des ausstehenden Anteils. Für die Übernahme würde er die Unterstützung anderer Großaktionäre benötigen.

Aktionäre bleiben Investoren

Musks Plan wäre, dass „alle derzeitigen Investoren bei Tesla bleiben“. Man würde einen Zweckfonds schaffen, der es jedem ermöglicht, Anteilseigner bei Tesla zu bleiben.

Und natürlich wird Musk auch weiterhin CEO bleiben:

Mail an Tesla Beschäftigte

Heute Morgen habe ich angekündigt, dass ich erwäge, Tesla zu einem Preis von 420 $ / Aktie zu privatisieren. Ich wollte Sie wissen lassen, warum dies der beste Weg ist.

Zunächst wurde noch keine endgültige Entscheidung getroffen, aber der Grund dafür ist die Schaffung der Umgebung, in der Tesla am besten operieren kann. Als Aktiengesellschaft unterliegen wir heftigen Schwankungen unseres Aktienkurses, die für alle bei Tesla tätigen Personen, die alle Aktionäre sind, eine erhebliche Ablenkung darstellen kann. Öffentlich zu sein, unterwirft uns auch dem vierteljährlichen Gewinnzyklus, der Tesla unter enormen Druck setzt, Entscheidungen zu treffen, die für ein gegebenes Quartal richtig, aber langfristig nicht unbedingt richtig sind. Schließlich, als die am kürzesten gehandelte Aktie in der Geschichte der Börse, bedeutet die Aktie, dass es eine große Anzahl von Menschen gibt, die einen Anreiz haben, das Unternehmen anzugreifen.

Ich glaube grundsätzlich, dass wir in Bestform sind, wenn sich jeder auf die Ausführung konzentriert, wenn wir uns auf unsere langfristige Mission konzentrieren können und wenn es keine Anreize für Menschen gibt, zu versuchen, dem zu schaden, was wir alle erreichen wollen.

Dies gilt insbesondere für ein Unternehmen wie Tesla, das eine langfristige, zukunftsorientierte Mission verfolgt. SpaceX ist ein perfektes Beispiel: Es ist viel betriebseffizienter, und das liegt vor allem daran, dass es privat gehalten worden ist. Das soll nicht heißen, dass es für Tesla Sinn macht, langfristig privatisiert zu sein. Wenn Tesla in Zukunft in eine Phase mit langsamerem, besser vorhersehbarem Wachstum eintritt, wird es wahrscheinlich Sinn machen, zu den öffentlichen Märkten zurückzukehren.

Das, was ich mir unter Privatisierung vorstelle, würde für alle Aktionäre, einschließlich aller unserer Mitarbeiter, bedeuten:

  1. Zunächst möchte ich die Umwandlung so strukturieren, dass alle Aktionäre die Wahl haben. Entweder können sie Investoren in einem privatisierten Unternehmen bleiben oder sie können zu 420 USD pro Aktie aufgekauft werden, was eine 20% ige Prämie auf den Aktienkurs nach unserem Q2-Gewinn darstellt. Meine Hoffnung ist, dass alle Aktionäre bleiben, aber wenn sie lieber ausgekauft werden, dann würde dies eine schöne Prämie bedeuten.
  2. Zweitens beabsichtige ich, dass alle Tesla-Mitarbeiter, wie bei SpaceX, Aktionäre des Unternehmens bleiben. Wenn wir privatisiert werden, wären die Mitarbeiter weiterhin in der Lage, ihre Aktien periodisch zu verkaufen und ihre Optionen auszuüben. Dies würde es Ihnen ermöglichen, weiterhin an dem wachsenden Wert des Unternehmens zu partizipieren, an dem Sie alle im Laufe der Zeit so hart gearbeitet haben.
  3. Drittens sollen SpaceX und Tesla nicht zusammengeführt werden. Sie würden weiterhin getrennte Eigentums- und Leitungsstrukturen haben. Die für Tesla vorgesehene Struktur ähnelt jedoch in vielerlei Hinsicht der Struktur von SpaceX: Externe Aktionäre und Belegschaftsaktionäre haben die Möglichkeit, ungefähr alle sechs Monate zu verkaufen oder zu kaufen.

Schließlich hat das nichts damit zu tun, Kontrolle für mich zu sammeln. Ich besitze jetzt ungefähr 20% des Unternehmens, und ich stelle mir nicht vor, dass es nach Abschluss eines Geschäfts wesentlich anders aussieht.

Im Grunde versuche ich, ein Ergebnis zu erreichen, bei dem Tesla optimal arbeiten kann, frei von Ablenkung und kurzfristigem Denken, und wo sich für alle unsere Investoren, einschließlich aller unserer Mitarbeiter, so wenig wie möglich ändert.

Dieser Vorschlag, das Unternehmen zu privatisieren, würde letztlich durch ein Votum unserer Aktionäre abgeschlossen werden. Wenn der Prozess so endet, wie ich es erwarte, wäre Tesla in eigener Hand letztendlich eine enorme Chance für uns alle. So oder so, die Zukunft hält viel für uns bereit und wir werden weiter kämpfen, um unsere Mission zu erfüllen. (Electrek)

Fazit

Solch ein Vorgang wäre ein großer Schritt von Tesla. Endlich müsste man nicht mehr gegen die Analysten und Shortener kämpfen und hätte eine ebenso stabile Finanzsituation. Musk ist mit dem Google-Mitbegründer Larry Page befreundet, vielleicht eine Kombination für beide Unternehmen noch mächtiger zu werden. Die Mail an die Mitarbeiter lässt das Vorhaben sehr real erscheinen. Wir sind gespannt, welche Pläne Musk für seine Firma bereithält.

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