Die Modelle von Tesla wurden in der Vergangenheit von der Konkurrenz oft kritisch beäugt und auch gern einmal auseinander und wieder zusammen gebaut. Nun haben Ingenieure das Model 3 zerlegt und festgestellt, dass es durchaus profitabel sein sollte.

Vier Model 3 zerlegt

Ingenieurdienstleister haben im Auftrag deutscher Automobilkonzerne vier Tesla Model 3 gekauft und zerlegt. Man ist dabei zu überraschenden Schlüssen gekommen, denn das Model 3 wurde auch auf seine wirtschaftliche Kalkulation geprüft.

Kosten des Model 3

Tesla bewirbt das Model 3 wie folgt: „Auf beste Bewertungen in jeder Sicherheitskategorie ausgelegt, bietet das Model 3 eine Reichweite von 220 Meilen – und das für einen Einstiegspreis von nur 35.000 $ vor steuerlichen Anreizen“. Dabei kann der Preis jedoch auch deutlich höher ausfallen. In der Perfomance Version erwarten den Käufer eine Reichweite von knapp 500 km, eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in  3,5 Sekunden und das für einen Preis von  78.000 $ (ohne Autopilot).

Model 3 erwerben?

Das Model 3 ist für viele Käufer noch nicht verfügbar und so kann man das Model 3 meist nur von Ex-Tesla-Mitarbeitern kaufen, die den Wagen mit hohem Gewinn verkaufen. Die Preise sollen bei 100.000 bis 130.000 Dollar liegen.

Ingenieure halten Model 3 für profitabel

„Falls Tesla es schafft, die geplanten 10.000 Stück pro Woche zu bauen, wird das Model 3 einen erheblichen positiven Ergebnisbeitrag liefern“, sagte ein Testingenieur der Wirtschaftswoche. Die Material- und Zulieferkosten werden auf rund 18.000 Dollar geschätzt, plus Produktionskosten von ca. 10.000 Dollar. Somit ergibt die Rechnung ohne Berücksichtigung der bereits investierten Kosten in die Entwicklung, Kosten von 28.000 Dollar und mindestens Einnahmen von 35.000 Dollar; möglicher Gewinn mindestens 7.000 Dollar.

Warum so profitabel?

Tesla ist es anscheinend gelungen, den Anteil des Metalls Kobalt in den Batterien erheblich zu verringern. Aus Labor-Analysen, die der Wirtschaftswoche exklusiv vorliegen, geht hervor, dass die Lithium-Ionen-Zellen den knappen Konfliktrohstoff in geringeren Anteilen enthalten. Auf dem Weltmarkt hat sich der Kobalt-Preis zuletzt binnen 18 Monaten verdreifacht, Tesla achtet nach eigenen Angaben darauf den Rohstoff nicht aus Konfliktländern zu beziehen:

„Wir verlangen und erhalten Herkunftszeugnisse für Rohstoffe, Urkunden und Informationen über das Risikomanagement und Strategien zur Schadensminderung bei diesen Zulieferern“ und weiter prüft man Gutachten und externe Berichte „um sicherzustellen, dass unsere direkten Batterie-Zulieferer allen relevanten Gesetzen und ihren eigenen Konzernrichtlinien hinsichtlich Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und anderen Aspekten einer verantwortungsvollen Materialbeschaffung nachkommen“.

Batteriehersteller und Zulieferer arbeiten an neuen Kathodenmaterialien, die mit weniger Kobalt auskommen. Und hier konnte Tesla mit seinem Partner Panasonic offenbar deutliche Fortschritte erzielen. Nach den Laboranalysen bestehen die im Model 3 verwendeten Panasonic-Zellen nur noch zu 2,8 Prozent aus Kobalt, üblich sind acht Prozent. (Wirtschaftswoche)

Produktion zieht an

CEO Elon Musk gratulierte den Mitarbeitern in einer internen E-Mail:

„Zum ersten Mal waren wir in der Lage, eine Rate von 500 Autos / Tag zu erreichen oder anders  gesagt 3500 Autos an Kunden zu liefern. Herzlichen Glückwunsch zu einem großen Meilenstein!“

Tesla will gegen Ende des Quartals eine Produktionsrate von 5.000 Fahrzeugen der Modell 3 pro Woche erreichen. Musk sagte, dass Tesla vor einer Woche einen Hackathon abgehalten habe, um zwei problematische Roboter-Engpässe in der Model-3-Produktion zu beheben.

Ein Engpass bei der Montage des Akkupacks mit dem Chassis des Modells 3 wurde behoben

Glückwunsch an die Batterie / Chassis-Linie, die gerade 32zeigt, dass es sogar mit unserer superkomplizierten GA-Linie möglich ist, über 5000 Autos pro Woche zu erreichen. Entschuldigen Sie, dass Sie an dieser schrecklichen Sache arbeiten musstet! Wir arbeiten daran, es so schnell wie möglich zu verbessern. Wenn Sie diese Rate aufrechterhalten können, könnte der Prozess in der Lage sein, fast 6.000 Einheiten pro Woche zu bewältigen.“ (interne E-Mail)

Fazit

Ich bin zunehmend zuversichtlich, dass Tesla innerhalb der nächsten zwei Monate die versprochenen 5000 Fahrzeuge des Modells 3 pro Woche erreichen wird. Damit kann man immer weiter Abstand von den hohen Verlusten der letzten Monate nehmen. Tesla hat es mit seinem Partner Panasonic geschafft, eine deutliche Reduzierung von Kobalt in den Lithium-Ionen-Batterien vorzunehmen. Dadurch kann man den hohen Kosten des Rohstoffs ausweichen. Ein Durchbruch der vielen anderen Herstellern noch nicht gelungen ist.

 

 

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