Tesla zieht die Zügel straffer. In den vergangenen Wochen warnte Elon Musk seine Subunternehmer auf eine bevorstehende Überprüfung der Effizienz im Fremont-Werk. Er äußerte sich besorgt über die Dienstleister und Subunternehmer, die für den Autohersteller arbeiten und hat nun einen unangenehmen Schlussstrich gezogen.

Mitarbeiter bürgen für Auftragnehmer

Nach der Bekanntgabe der Überprüfung aller Vertragspartner hat Tesla nun einen unangenehmen Schlussstrich gezogen, bei dem alle Vertragspartner, die nicht persönlich von einem offiziellen Tesla-Mitarbeiter verbürgt sind, gehen können. Die Situation kam durch eine E-Mail von Musk an alle Angestellten ans Licht, die vor ein paar Wochen an Electrek durchgesickert war.

E-Mail an die Mitarbeiter

„Ich war enttäuscht, als ich feststellte, wie viele Auftragnehmer bei Tesla miteinander verwoben sind. Bei vielen kommt es einer russischen Puppe (Matrjoschka) gleich. Bauunternehmern haben Unterauftragnehmern, die Unterauftragnehmern haben usw., es dauert, bevor Sie endlich jemanden finden, der tatsächlich arbeitet.“

Für Musk bedeutet dies, dass viele Manager Kosten entstehen ohne einen Nutzen zu haben. Weiterhin sind viele Verträge auf als „open time & materials“ vereinbart, ohne einen vorher vereinbarten Festpreis. „Das schafft den Anreiz, Maulwurfshügel in Berge zu verwandeln, damit der Geldfluss niemals endet.“

Exzellenz demonstrieren

Laut Musk gibt es eine breite Palette von Leistungsstufen der Dienstleister, „von exzellent bis schlechter als ein betrunkenes Faultier“. Alle Vertragsfirmen wurden angehalten, diese Woche als

Gelegenheit zu betrachten, gute Leistungen zu demonstrieren. „Alle, die den Tesla-Standard nicht erfüllen, werden am Montag ohne weitere Verträge dastehen“.

Frist bereits verlängert

Musk hat anscheinend bereits die Frist für die Auftragnehmer verlängert. Diese haben nun länger Zeit  gute Leistungen zu demonstrieren. Jedoch wird der Umgangston auch härter. Während der Telefonkonferenz mit Analysten zum Q1 2018 fügte Musk hinzu:

„Die Anzahl der Fremdfirmen, die wir nutzen, ist wirklich außer Kontrolle geraten, also werden wir die Kletten an dieser Front entfernen. Es ist ziemlich verrückt. Wir haben Kletten auf Kletten. Es wird also eine Menge Kletten Entfernung geben. “

Zugang verweigert

Elon Musk ist bei diesem Thema nicht zum Scherzen aufgelegt. Die Mitarbeiter wurden bereits per Mail informiert, dass jeder Unternehmer, der keinen Tesla Mitarbeiter als Bürgen aufweisen kann, „am Montag der Zugang zu unseren Einrichtungen und Netzwerken verweigert wird“. Aus der Mail an die Mitarbeiter:

„Bitte beachten Sie meinen Kommentar zu Auftragnehmer-Firmen und Beratern. Ich habe die Frist für die Leistungsbewertung verlängert, um mehr Möglichkeiten zu bieten, gute Leistungen zu zeigen, aber jetzt ist die Zeit abgelaufen.“

„Bitte senden Sie vor Montag eine Nachricht an HR, in der die gute Leistung, Vertrauenswürdigkeit und Notwendigkeit der einzelnen Mitarbeiter der Fremdunternehmen, die Zugang zu unseren Gebäuden oder Netzwerkzugang zu unseren Systemen haben, gerechtfertigt wird.“ Musk hat angewiesen, dass alle Firmen die diesen Nachweis nicht haben, am gestrigen Morgen der Zugang verweigert wird. Dies gilt weltweit.

Fazit & Auswirkungen

Es wäre nicht das erste Mal, dass Tesla nach Überprüfungen Mitarbeiter in Massen entlassen würde. Letzten Oktober entließ man Hunderte von Angestellten nach „Leistungsüberprüfungen“, was zu einigen Gewerkschaftsprotesten in Fremont führte. Tesla will anscheinend eine effizientere Struktur schaffen und Kosten einsparen. Ein sozialer, netter Umgang geht anders, aber Musk hat sich in der Vergangenheit schon des Öfteren als knallharter Geschäftsmann bewiesen. Musk drängt darauf, dass Tesla in der zweiten Jahreshälfte profitabel wird, und das hängt davon ab, ob man die Produktion des Model 3 optimiert bekommt und die Arbeitsstunden und Kosten pro Auto reduziert.

Originalauszüge der Mails finden Sie bei Electrek

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