Tesla beherrscht weiterhin die Schlagzeilen. Nicht nur das Model 3 ist im Fokus, sondern auch die Arbeitssicherheit. Bereits in der Vergangenheit berichteten Medien über die schlechten Arbeitsbedingungen, jetzt steht Tesla eine Untersuchung bevor.

Tesla Arbeitssicherheit

Laut Medienberichten klagten die Beschäftigten von Tesla über schlechte Arbeitsbedingungen. Es gab einige Meldungen über Arbeitsunfälle. Diese hätte man wohl durch Arbeitsschutzmaßnahmen vermeiden können. In einem Schreiben forderten die Angestellten jetzt Informationen über die geplanten Arbeitsschutzmaßnahmen, um in Zukunft Unfälle zu vermeiden.

Frisierte Unfallbilanz?

Tesla wird vorgeworfen, die Unfallstatistik frisiert zu haben. So wurden angeblich arbeitsbedingte Verletzungen in den Fabriken nicht in den verpflichtenden Berichten angegeben und als „persönliche medizinische“ Fälle registriert. Dies behauptet eine Recherche der Website Reveal des Center for Investigative Reporting. Beispielsweise litt Arbeiter Tarik Logan unter den Dämpfen eines giftigen Klebers. “Ich habe höllische Schmerzen, irgendwas stimmt nicht.” Schrieb er seiner Mutter. Die Diagnose von Logans Inhalationsverletzung erschien nie im Verletzungsprotokoll. Auch andere Berichte über Verstauchungen, Zerrungen und wiederholte Stressverletzungen sollen nicht in den Protokollen auftauchen. (Heise)

Unfallbilanz

Im internen Tesla-System gab ein Vorgesetzter folgende Gründe an, warum seine Arbeiter nicht zur Arbeit kommen können:

  • „weil sein linker Arm durch die Installation von Scheibenwischer-Motoren während seiner Schicht schmerzt“.
  • „fiel in Ohnmacht und mit dem Kopf auf den Boden“, weil er „in einem Gruppen-Umfeld arbeitete, in dem es für ihn zu warm war“.
  • verletzte Schuler durch „ergonomisch ungünstigen Prozesses“.

30 Prozent schlechter als der Branchendurchschnitt

2017 hat Tesla 722 Verletzungen registriert. Dabei ist die Quote der schweren Verletzungen, die freie Tage oder Einschränkungen bei der Arbeit bedeuten, 30 Prozent schlechter als der Branchendurchschnitt. Arbeiter hatten dabei mit schwerwiegenden Verletzungen zu kämpfen, wie das sie von Gabelstaplern zerquetscht, von Maschinen aufgeschlitzt, bei elektrischen Explosionen verbrannt und mit geschmolzenem Metall bespritzt wurden. Mittlerweile soll die Unfallquote auf den Branchendurchschnitt von 6,2 pro 100 Arbeiter gefallen sein. (Heise)

Mögliche Gründe

Da Elon Musk die Farbe Geld nicht mag, die in der Produktion traditionell zur Vorsicht mahnt, wurde mit dieser Farbe gespart. Weiterhin wird Musk unterstellt, dass er eine Abneigung gegen zu viele Schilder hat und Warntöne von Gabelstaplern beim Rückwärtsfahren ebenfalls ablehnt. Die Behauptungen beruhen auf Aussagen früherer Mitarbeiter.

Firmenchef Elon Musk reagierte umgehend

Die Reaktion von Elon Musk folgte auf einem Firmenblog: „Ich begrüße konstruktive Kritik, aber wer sich um journalistische Integrität kümmert, sollte vor allem die Wahrheit anstreben. Leider haben die Autoren von Reveal einen Artikel veröffentlicht, der ein völlig falsches Bild von Tesla wiedergibt. Unserer Meinung nach handelt es sich bei dem, was sie als investigativen Journalismus darstellen, um einen ideologisch motivierten Angriff einer extremistischen Organisation, die direkt mit Gewerkschaftsfans arbeitet, um eine kalkulierte Desinformationskampagne gegen Tesla zu führen.“  (Firmenblog)

„Trotz der extremen Herausforderungen, die wir beim Aufbau eines völlig neuen Produktionssystems des Modells 3 hatten, konnten wir unsere Verletzungsrate im vergangenen Jahr um 25% reduzieren. Durch viel harte Arbeit an unserer Verletzungsrate, die wir sorgfältig verfolgen, aufzeichnen und aktualisieren, ist diese halb so hoch wie in den Jahren, als GM und Toyota das gleiche Fremont-Werk besaßen und betrieben, bevor es geschlossen wurde und Tesla es übernahm.“ (Firmenblog)

„Die Reporter von Reveal haben mehrere Monate damit verbracht, nach alten, falsch darstellenden und völlig ungenauen Informationen über die Sicherheit in Teslas Fremont-Fabrik zu suchen.“ Auch die Mitarbeiter sollen in sozialen Netzwerken, per Telefon, am Arbeitsplatz und zuhause von den Journalisten belästigt worden sein.

Fazit

Tesla stellt klar, dass es noch einige interne Probleme gibt, die es zu lösen gilt. Man gibt jedoch an, dass „uns das Wohlergehen unserer Mitarbeiter sehr am Herzen liegt“. Weiterhin lässt Tesla verlauten, dass mit jedem „Monat die Sicherheit weiter verbessert wird und man das solange tut, bis man mit Abstand die sicherste Fabrik der Welt hat.“