Wenn man sich die E-Motorräder von Tarform anschaut, fällt sofort das Design auf. Es ist eine Mischung aus angesagtem Retro, hochwertigen Materialien und edler Verarbeitung. Man bekommt den Eindruck, die Konstrukteure hätten beim Design keine Kompromisse eingehen wollen. Vielleicht stimmt das. Aber ist das auch sinnvoll? Ich habe mir diese Frage gestellt und beschlossen, sie in diesem Artikel etwas näher zu betrachten. Vielleicht bekomme ich noch die Gelegenheit eine Tarform zu fahren, dann kann ich meine Eindrücke verfestigen.

Welche Designelemente finden sich bei E-Bikes von Tarform?

Sehr auffällig ist zunächst der offensichtliche Retro-Look. Der kleine, runde Scheinwerfer mit einem horizontal angebrachten und sehr modernem “Leuchtstab”, die Form der Verkleidung. Das sind Merkmale klassischer Cafe Racer. Die britische Motorradmarke Triumph stellt solche Motorräder mit viel Liebe zum Details her. Allerdings nur als klassische Verbrenner.

Cafe Racer habe ihren Namen nicht unbegründet. Er stammt aus den 1960er Jahren, als britische Rockergruppen in den Londoner Vororten sich rennen von einem Cafehaus zum Nächsten lieferten und dort das Rennen immer mit einer Tasse Kaffee feierten. Für diese Rennen nutzen sie eigens umgebaute Motorräder. Dieses Verhalten war eine Rebellion gegen vorhandene Gesellschaftsformen. Als gutes Beispiel für den Retro-Look kann die Regent No.1 dienen.

Tarform Elektromotorrad – gibt es ein Markenzeichen?

Doch zurück zu Tarform. Die bereits angesprochene Form der Verkleidung zeigt sehr auffällig eine schnurgerade Linie im oberen Teil der Motorräder. Das könnte sich zum Markenzeichen entwickeln, da im Allgemeinen bei Motorrädern hinter dem bulligen Tank die Linie eher mit dem Sattel nach unten abfällt, um in Richtung des Hecks wieder nach oben zu zeigen. Auf der Tarform ist dieser übliche Schwung nicht gegeben.

Elektromotorräder von Tarform vereinen stilvolles Retro und Moderne Formen

Ein paar Beispiele der modernen Elemente, die sehr hochwertig gehalten sind und wunderbar zum hochwertigen Gesamtbild passen ist das scheinbar gebürstete Aluminiumgehäuse die Lenkerendenspiegel, natürlich die LED-Beleuchtung und der kleine, futurische Schmutzfänger am Hinterrad. Die LED-Rückleuchte am Heck ist stilvoll in der Karosserie eingelassen. Zudem nutzt Tarform für die Kraftübertagung des Elektromotors auf das Hinterrad einen Riemen anstatt einer Kette. Dieser ist deutlich wartungsärmer und damit wesentlich günstiger. Besondere Aufmerksamkeit darf dem runden Instrument am Cockpit des Tarform E-Motorrads zukommen.

Die runde Form des Cockpits-Instruments mit dem gestochen Scharfen Display eingelassen in einer hochwertigen Fassung gibt dem Fahrer die Übersicht über die notwendigen Informationen. Diese Formgebung findet sich im Scheinwerfer, den Blinkern und der Motorabdeckung wieder und vervollständigt somit das elegante Aussehen.

Ein Minuspunkt ist vermutlich der Sattel selbst. Er wirkt doch recht dünn und mutet somit leider sehr ungemütlich an. Aber das lässt sich erst durch eine Probefahrt feststellen. Ein Sozius (Beifahrer) ist wohl ebenfalls nicht eingeplant, denn dieser hat offensichtlich gar keine Sitzmöglichkeit.

Welche inneren Werte stecken im Elektromotorrad Tarform?

Die Tarform ist als Scrambler (Titelbild) und als Racer Edition verfügbar. Die Racer Edition ist deutlich dunkler gehalten, da sie keine gebürstete Oberfläche aufweist. Zudem sind die Reifen sichtlich mehr auf Grip ausgelegt und der LED-Scheinwerfer hat eine etwas aerodynamischer wirkende Verkleidung, sowie ein rundes LED-Licht, statt dem erwähnten, horizontalen Stab. Neben dem guten Aussehen ist das Design auch intelligent und auf die Zukunft ausgelegt. Das Batteriepaket kann ausgetauscht werden, denn die Technologie entwickelt sich. Teile der Verkleidung können geändert werden, um das E-Motorrad zu individualisieren. Natürlich gibt es auch Software-Updates und sie startet ohne Schlüssel. Die Materialien sind recyclebar (Aluminium), kompostierbar (Leder & Flachsfasern). Darüber hinaus gibt es Sensoren für den toten Winkel. Befindet sich ein Fahrzeug im toten Winkel, vibriert der Sitz. Eine rückwärts gerichtete HD Kamera mit 180°-Winkel zeigt dem Fahrer das Geschehen hinter sich. Diese beiden Komponenten sind so ähnlich bereits aus der Damon Hypersport bekannt.

Leider kann sie bei den relevanten Werten für die Fahrt nicht punkten. Eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 145 km/h ist ausreichend, aber nicht rekordverdächtig. Gleiches gilt für die Reichweite mit ca. 192 km. Aber immerhin ist sie DC-ladefähig. Das sind jedoch vorläufige Werte.

Für 24.000$ ist sie zu haben und kann mit einer Anzahlung von 500$ weltweit vorbestellt werden. 2021 soll sie dann auf dem Markt erscheinen.

Mein Fazit für die Elektromotorradmarke Tarform

Intelligentes Design trift auf Nachhaltigkeitsgedanken und ein in sich stimmiges Äußeres. Bis zum Launch werden sicherlich noch ein paar technische Details verraten und die Fahrwerte könnten sich ändern. Das Potential für ein kultiges Motorrad ist ganz klar vorhanden, obwohl das Design auf bereits vorhandenem aufbaut. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, sie einmal fahren zu können. Denn das Aussehen ist schließlich neben dem Fahrverhalten ein immens wichtiges Kriterium für einen Motorradkauf…und hier stimmt für mich das Aussehen.

Bildrechte: https://www.tarform.com/