Stuttgart rüstet auf und wappnet sich mit Masterplan für E-Autoflut

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Masterplan

Wenn man an Stuttgart denkt, denken viele Menschen ziemlich schnell auch an Feinstaub, Autos und zu viel Verkehr. Das Thema Luftreinhaltung bewegt die Stadt. Ziel ist es, die Lebensqualität in Stuttgart zu verbessern. Aus diesem Grund investiert die Stadt in den öffentlichen Nahverkehr und in den Radverkehr, in intensive Reinigungsfahrten rund um das Neckartor und in verstärkte Maßnahmen zur Verkehrsverflüssigung – mal abgesehen vom freiwilligen Feinstaubalarm!

Die Zuwachsquote an Pkw-Neuzulassungen wächst allerdings stetig: Im Januar dieses Jahres brachten die Hersteller knapp 300.000 Fahrzeuge auf die Straße. Das sind rund 12 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zulassungszahl reiner Elektrofahrzeuge bleibt auf geringem Niveau – allerdings erhöhte sie sich mit 109 Prozent auf 2764 Fahrzeuge.

Der Masterplan vom KIT und Fraunhofer Institut

Das möchte Stuttgart nun mit Hilfe eines Masterplans ändern. Damit die Elektromobilität durchstarten kann, braucht es unter anderem eine bessere Ladeinfrastruktur. Aktuell findet man in Stuttgart 205 öffentliche Ladestationen mit 371 Ladepunkten. Der Masterplan beinhaltet allein im Stuttgarter Stadtgebiet 30 Schnelllader mit mehr als 50 kW Leistung. Bisher finden die Fahrer lediglich drei: am Gaskessel im Stuttgarter Osten, vor dem EnBW-Bürohochhaus auf dem Fasanenhof und vor dem Landtag in der Innenstadt. Schnellladestationen mit einer Ladeleistung von circa 50 kW ermöglichen es, den Fahrzeug Akku innerhalb von knapp 20 Minuten soweit aufzuladen, dass das Elektroauto eine Strecke von rund 100 km zurücklegen kann.

Der Masterplan wird von Wissenschaftlern des Karlsruher Institut für Technologie und des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI ausgearbeitet. Diese stellen sich viele Fragen: Wie hoch ist der Bedarf an öffentlich zugänglichen Schnellladestationen für welche Anzahl von E-Autos? Wie viele Ladevorgänge pro Tag sind bei welcher Anzahl von E-Autos zu erwarten? Wie viel Energie wird je Ladevorgang abgegeben?

Der Masterplan: Es hapert unter anderem am Stromnetz

Die Grundvoraussetzung dafür ist ein leistungsfähiges Stromnetz. Dies stelle eine Problematik dar, so die Zeitung Stuttgarter Nachrichten. In Neubaugebieten wie dem Neckarpark in Bad Cannstatt seien daher schon von vornherein leistungsstärkere Kabel vorgesehen. Dort sollen in einem großen Parkhaus bis zu 20 Prozent aller Stellplätze mit einem E-Anschluss versorgt werden.

Flächendeckende Ausstattung – doch was heißt das?

Ende 2017 schrieb das Verkehrsministerium und im Mai 2016 die Bundesregierung die flächendeckende Versorgung aus. Doch „flächendeckend“ ist ein dehnbarer Begriff. Es wurden zwei Raster mit Quadraten von zehn auf zehn und 20 auf 20 Kilometer Maschenweite über das Land gelegt. Das engere Netz soll pro Feld je eine Ladesäule mit bis zu 22 Kilowatt Leistung enthalten und das gröbere Netz je eine Gleichstrom-Ladesäule mit in der Regel 50 kW Leistung.

Geoinformations-Tool für die Analyse von Standorten für Schnellladestationen

Ein konkreter Bestandteil und Grundlage aller Berechnungen des „Masterplans Schnellladeinfrastruktur Region Stuttgart“ vom Institut für Verkehrswesen am KIT und des Fraunhofer ISI ist ein Planungswerkzeug. Dieses berücksichtigt unter anderem die Erreichbarkeit der Stationen, prognostiziert den Ladebedarf und lässt sich an unterschiedliche Rahmenbedingungen anpassen. Der Masterplan berücksichtigt unter anderem die Zahl der bereits vorhandenen Ladesäulen, stark besuchte Punkte wie Museen, Einkaufszentren oder Restaurants und die Anbindung an das Stromnetz. Der Masterplan mit den vorgesehenen Ladesäulen soll bis 2019 umgesetzt werden.

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