Erneut bringen wir einen Beitrag zu den Kosten von Elektroautos. Wie in unserem Artikel: „Lohnt der Umstieg auf ein Hybrid- oder Elektroauto?“ wollen wir auch in diesem Beitrag auf die Kosten eingehen, mit denen die Besitzer eines Elektroautos zu rechnen haben.

Die Stromkosten spielen bei dem Betrieb von Elektroautos eine große Rolle, da hier kein Kraftstoff, sondern Elektrizität ‘getankt’ oder besser geladen wird

Wichtig für den Vergleich der laufenden Kosten zwischen einem Elektroauto und einem Fahrzeug mit Verbrennermotor sind die Stromkosten für das Aufladen eines Elektroautos. Sie unterliegen, wie auch die Stromkosten für den Haushalt selbst, Schwankungen. 100 Kilometer kosten, laut einem Test der AutoBild fast 20 Euro. Zwar werden Ladesäulen-Anbieter mit üppigen Subventionen entlohnt, jedoch scheinen diese Subventionen noch nicht beim Elektroauto-Fahrer angekommen zu sein. Deshalb vorab unsere Empfehlung: Wenn möglich zuhause laden!

Unterscheiden sich die Stromkosten an öffentlichen Ladesäulen in der Stadt, an der Bundesstraße oder auf einem Autobahnrastplatz?

Mit einer Anzahl von mehr als 12.000 öffentlichen Ladesäulen ist in Deutschland noch lange keine vollständige Abdeckung der Ladeinfrastruktur gegeben. Dennoch wächst die Anzahl der öffentlichen Ladestationen stetig an. Die großen Energieversorger, lokale Anbieter in Stadt und Land und das von den großen deutschen OEMs lancierte Ladesäulen Startup IONITY bauen kontinuierlich Ladesäulen, die für alle Elektrofahrzeuge zugänglich sind.

Die Kosten für das Laden unterscheiden sich grundsätzlich an diesen Ladesäulen. Neben unterschiedlichen Preismodellen gilt die Regel: je schneller die Ladesäule den Elektrowagen mit Strom versorgt, desto teurer wird es. Von daher empfiehlt es sich auf alle Fälle, vor einer Fahrt den Elektro Verbrauch berechnen um somit teuren Stopps vorzubeugen. Die Reichweitenrechner von Elektroautos sind von Fahrzeug zu Fahrzeug verschieden. Letztlich hängt der Verbrauch eines Elektroautos von den Witterungsbedingungen und der Fahrweise des Fahrers ab.

Welche Kosten birgt ein Elektroauto aus Sicht des Ladens und der Reichweite?

Neben den Stromkosten gilt die Frage: ab wann lohnt sich ein solches Elektrofahrzeug? Die Antwort darauf ist vielfältig, denn das hängt natürlich von persönlicher Kilometerleistung, Elektro-Förderprämie oder Steuer Ersparnis ab.

Wo kann ich mein Fahrzeug laden – ist die entscheidende Frage für die Betrachtung der Kosten für ein Elektroauto

In unserer Aufstellung konnten nur der Mercedes B 250 e und der Kia Soul EV überzeugen. Gerechnet wurde hier mit einer Haltedauer von 5 Jahren bei einer Laufleistung von 15.000 km pro Jahr. Der Mercedes-Benz brachte seinem Besitzer minus 3,6 Cent pro km im Vergleich zum Benziner ein.

Die Ausrüster von Ladestationen greifen auf einen Fördertopf in Höhe von 300 Millionen Euro zurück

Energie Anbieter und Unternehmen greifen auf das 300-Millionen-Euro-Förderprogramm von Bundesverkehrsminister Dobrindt zurück. Man sollte meinen, dass sich das auch auf die Lade-Preise selbst auswirkt. Doch erst kürzlich zeigt ein Test der  Zeitschrift “AutoBild” am Beispiel Berlin, dass sich Besitzer im schlimmsten Fall auf fast doppelt so hohe Kosten pro 100 Kilometer Reichweite wie bei einem Benzinfahrzeug, einstellen müssen. Somit hilft hier also dem Fahrer eines Elektroautos nicht der niedrige Verbrauch eines Elektroautos, sondern es müssen auch die jeweiligen Kosten des Stroms mit in Betracht gezogen werden.

Die öffentlichen Ladestationen im Kosten-Test in Berlin

Die Autozeitschrift testete dafür in Berlin das öffentliche Ladesäulen Netz von Innogy und betankte einen aktuellen VW eGolf. Für 100 Kilometer Reichweite muss der Besitzer vier Stunden an der Ladesäule hängen und man zahlte 19,80€, im Vergleich kostet ein Golf TSI 9,65€ für 100 Kilometer. Diese Verdopplung der Energiekosten zwischen Strom und Benzin oder Diesel ist jedoch inzwischen nicht mehr alltäglich. Dank vieler neuer Ladesäulen und der Fähigkeit die Reichweite des Elektroautos zu berechnen ist die spontane Ladesituation seltener geworden. Mit der Erfahrung der Elektroauto-Fahrer lässt sich der Elektroauto Verbrauch berechnen und die spontane Ladung vermeiden.

Was ist die Lösung für die günstigere Ladung oder gar die kostenlose Ladung für Elektroautos?

Wir empfehlen den Fahrern von Elektroautos eine Ladung des Fahrzeuges an der heimischen Ladesäule. Die kann idealerweise mit Photovoltaik umwelttechnisch ideal unterstützt werden. Die verfügbaren Stromspeicher für die eigene Garage helfen, dass die von der Sonne gewonnene Energie letztlich auch über einen Zeitraum hinweg für das Beladen des Elektroautos zur Verfügung steht.

Als die beste Lösung kann man unsere Empfehlung leider nicht betrachten. Denn wer kann sein Elektroauto immer Zuhause laden? Besonders wenn er einmal längere Strecken zurücklegt. Auf jeden Fall kann der Besitzer Kosten sparen, wenn er, wann immer möglich, auf die Lademöglichkeit in der Garage zurückgreift. Für Pendler, die mit der Reichweite ihres Autos von der Arbeit hin und zurückkommen, ist das bestimmt ausreichend. Wichtig ist es dennoch auf den Verbrauch des eigenen Elektroauto zu achten und die Reichweite des Elektroauto zu berechnen.

Tesla oder BMW Besitzer haben natürlich auch noch den Zugriff auf das Ladenetzwerk des jeweiligen Herstellers, welches oft günstige Tarife bereithält. Unsere Hoffnung ist, dass die Subventionen so bald wie möglich greifen und dass damit die Vorteile auch dem Endverbraucher zugute kommen.