Spatenstich der Testumgebung zum autonomen Fahren in Aachen

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Quelle: Institut für Kraftfahrzeuge, RWTH Aachen University

Vor einigen Tagen erfolgte der Spatenstich für die Testumgebung zum autonomen Fahren in Aachen. Dort soll zukünftig das autonome und vernetzte Fahren in der Stadt erforscht werden. Um das Ganze so realitätsgetreu wie möglich zu machen, werden Kreuzungen, Parkbereiche, Zebrastreifen und Häuserfronten errichtet.

CERMcity ermöglicht Forschung zum autonomen und vernetzten Fahren in der Stadt

Die Mobilität von morgen wird durch das automatisierte und vernetzte Fahren geprägt sein. Innenstädte stellen dabei die größte Herausforderung dar. Die Testumgebung CERMcity setzt den Rahmen für Forschung, Entwicklung und Absicherung der notwendigen Systeme und Fahrzeuge. Das Forschungsprojekt ergänzt die bereits bestehenden Strecken des Aldenhoven Testing Center (ATC) der RWTH Aachen. Es erlaubt die sichere und reproduzierbare Darstellung von Situationen des städtischen Verkehrs. Vor einigen Tagen erfolgte im Beisein des parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, der symbolische Spatenstich.

„Die Umsetzung vollautomatisierter Fahrfunktionen hängt besonders von technologischen Fortschritten bei Elektronik und Sensorik ab. Mit der vom Forschungsministerium unterstützen Testumgebung CERMcity im Aldenhoven Testing Center schaffen wir die Voraussetzung für diese Fortschritte“

Parlamentarischer Staatssekretär Thomas Rachel

Sichere und reproduzierbare Darstellung von städtischen Verkehrssituationen

Wesentlicher Bestandteil dieses gesamten Prozesses ist eine städtische Testumgebung, die in das ATC der RWTH Aachen integriert wird. Sie ergänzt die bestehenden Strecken und erlaubt zukünftig die sichere und reproduzierbare Darstellung von städtischen Verkehrssituationen. Hierfür werden beispielsweise Kreuzungen, Parkbereiche, Haltestellen, Zebrastreifen sowie eine flexible Multifunktionsfläche errichtet. Hinzu kommen simulierte Häuserfronten und eine Abdeckung mit Funktechnologien zur Einbindung von Sensoren und Aktoren.

Ein Projektbeirat mit Vertretern von über 40 Unternehmen und Institutionen hat anhand von Anwendungsfällen die Grundlage für die Testumgebung erarbeitet. Ein symbolischer Spatenstich gab am 27. März 2018 den Startschuss für die Bauarbeiten. Die physische Umgebung, die Fahrzeugplattformen und die Methodik werden ab Oktober 2018 allen interessierten Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung stehen. Sie komplettieren die Möglichkeiten des ATC, zu denen auch eine Vernetzung der Fahrzeuge untereinander und mit anderen Verkehrsteilnehmenden – V2X – mittels aller relevanten Technologien wie WLAN – 802.11p, Internet – sowie Mobilfunk – Vodafone 5G Mobility Lab – gehören.

Förderung des Bundesministeriums

Das Projekt CERMcity startete im Oktober 2016 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, BMBF, mit rund 3,3 Millionen Euro gefördert. Die RWTH Aachen koordiniert das Gesamtvorhaben mit Beteiligung des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz, der FH Aachen, des TÜV Rheinland sowie der Firmen BASELABS und Silicon Radar. Seitens der RWTH Aachen sind das Institut für Kraftfahrzeuge, das Institut für Regelungstechnik sowie das Institut für Hochfrequenztechnik involviert.

Fazit

Gerade angesichts der neu entfachten Sicherheitsdebatte nach dem Uber-Unfall bieten sich mit der geplante Teststrecke zum Erforschen von autonomen und vernetztem Fahren in der Stadt neue Möglichkeiten. Der tödliche Unfall durch einen autonomen Testwagen des Fahrdienst-Vermittlers Uber in den USA zeigt einmal mehr, dass man solche Funktionen nicht im realen Straßenverkehr testen kann.

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