Eluminocity sichert sich hohes Investment von zwei strategischen Partnern. Bekannt wurde das Münchner Startup dadurch, dass es Straßenlaternen aus einem ganz neuen Blickwinkel betrachtet. Sie sollen neben Licht auch Strom spenden und werden deshalb mit Sensoren ausgestattet, um sie in Ladestationen für Elektrofahrzeuge umzuwandeln.

Mit Straßenlaternen auf dem Weg zur Smart City

Sie sind an jeder Ecke zu finden, im Dunklen unabdingbar und leuchten uns den Weg. Die Rede ist von Straßenlaternen. Obwohl sie hell leuchten, werden sie kaum beachtet. Dabei können die Straßenlaternen sehr viel mehr und sind ein wichtiger Bestandteil von Smart City Konzepten.

Fängt man an, nur kurz darüber nachzudenken, fallen einem schon mehrere Anwendungsbeispiele intelligenter Straßenlaternen ein: Wie wäre es denn mit einer Lampensäule, die nur mit voller Leistung leuchtet, wenn andere Verkehrsteilnehmer in der Nähe sind? Außerdem könnten sie eingesetzt werden, um den Parkraum zu erfassen und auf freie Parkplätze hinzuweisen. Ausgestattet mit einem WLAN-Router wäre hier sogar öffentliches WLAN möglich. Daraus könnten wiederum Nutzerdaten erhoben werden und Umweltdaten, wie Lärm- oder Feinstaubbelastung erfasst werden. Dieses kleine Brainstorming zeigt welches Potenzial in Straßenlaternen schlummert.

innogy SE und Trilux investieren in Mobility-Startup eluminocity

Ein Unternehmen, das das Potential von Straßenlaternen schon vor einiger Zeit erkannt hat, ist das Münchner Startup eluminocity. Sebastian Jagdsch gründete das Unternehmen 2014. Mit BMW als ersten Kooperationspartner entwickelte eluminocity das modulare System „Light & Charge“, um Straßenlaternen in Ladestationen für Elektrofahrzeuge zu verwandeln. Innerhalb von drei Jahren hat das mittlerweile 30-köpfige Team ein umfassendes Portfolio an freistehenden, eleganten Ladestationen für Elektroautos sowie Sensorlösungen für bedarfsgerechte Straßenbeleuchtung aufgebaut.

Das sind große Entwicklungsschritte, die das Startup seit seiner Gründung erreicht hat. Und das bisher immer eigenständig. Denn bisher finanzierte sich eluminocity lediglich über Projekt- und Partneraufträge. Nun aber wird das Startup mit einer ersten Finanzierungsrunde unterstützt: innogy SE und Trilux beteiligen sich an eluminocity mit jeweils 17,5 Prozent. Wer die beiden Kapitalgeber nicht kennt: Die innogy SE ist das führende deutsche Energieunternehmen und TRILUX – SIMPLIFY YOUR LIGHT steht für den einfachsten und sichersten Weg zu einer maßgeschneiderten, energieeffizienten und zukunftsfähigen Lichtlösung.

„Wir freuen uns, mit Trilux und innogy zwei starke und strategische Partner an Board zu haben, mit denen wir sowohl Ladestations-Lösungen für Elektroautos als auch Smart City Sensorik weiter voranzutreiben könneN,” CEO Sebastian Jagdsch über die Finanzierung.

Update: Trotz Investoren und erfolgsversprechenden Ideen gehört das Startup eluminocity seit Anfang 2019 der Wirelane GmbH

2018, nur vier Jahre nachdem eluminocity gegründet wurde, war das Mobility-Startup Unternehmen gezwungen, ein Insolvenzverfahren anzumelden. Grund dafür war eine fehlende Zwischenfinanzierung, die einen Liquiditätsengpass zur Folge hatte. Im Rahmen dieser Insolvenz wurde das Unternehmen von der Wirelane GmbH erworben.

Wirelane ist einer der bekanntesten Anbieter für Lösungen rund um die Elektromobilität in Europa. “Die beiden Unternehmen sind eine ideale Ergänzung mit hohem Synergiepotenzial”, so Constantin Schwaab, Chief Executive Officer von Wirelane. Er plant die Erweiterung des Unternehmens in neue Länder und setzt sich das Ziel, die fortschrittlichsten Produkte rund um die E-Mobilitätsinfrastruktur auf den Markt zu bringen.