Es war ein großer Abend, den 2.400 geladene Gäste, unter ihnen etwa 1.300 SIXT Mitarbeiter, gestern in den Eisbachstudios im Münchner Osten erleben durften. Es ging um nichts weniger, als den ‘Mount Everest der Mobilität zu erklimmen’, bzw. die Lösung präsentiert zu bekommen, die der Autovermieter SIXT sich dafür ausgedacht hat.

Die Ruhe vor dem Sturm – das Pullacher Familienunternehmen hat sich gut vorbereitet

Erich und Regine SIXT waren in 1969 angetreten, um mit einer Zielgröße von 1.000 Fahrzeugen, den damals größten Autovermieter Deutschlands zu bauen. Eine enorme Entwicklung hat das Unternehmen mit der orangenen Farbe seither genommen. 99% der Deutschen erkennen den Autovermieter SIXT an seiner orangenen Farbe, und natürlich an seinen unverkennbaren, frechen Werbeformaten, Kanzlerin Merkel mit Sturmfrisur (im Cabrio) inklusive.

Doch zuletzt war es bedenklich ruhig um das in Pullach ansässige Familienunternehmen Sixt. Eine geradezu gespenstische Ruhe hatte sich nach dem Verkauf der DriveNow Anteile an die Münchner BMW um SIXT herum ausgebreitet. Diese Ruhe ist spätestens seit dem gestrigen Abend Geschichte. Die Pullacher präsentierten ihre neue Mobility Lösung, und die bietet einige wirkliche Überraschungen.

SIXT hat verstanden – so kann es mit unserer Mobilität in den Städten und auf dem Lande nicht weitergehen.

In Berlin stehen die Autofahrer 160 Stunden im Jahr im Stau, in München sind es immerhin noch 140 Stunden. Gerade unter den jüngeren Stadtbewohnern wollen immer weniger Menschen ein eigenes Auto besitzen. Diese stehen bekanntlich an 23 Stunden eines Tages herum, 30% unserer Fläche in den Städten wird dafür genutzt, auf diesem Platz unsere Autos zu verwalten. Es ist Zeit für einen Wandel und SIXT hat seine Hausaufgaben gemacht.

Alexander SIXT präsentiert erschreckende Fakten zur heutigen Mobilität

Aus dem Autovermieter SIXT wird der Umsetzungsweltmeister für Mobility Services

Der für IT zuständige Vorstand (und Sohn) Alexander Sixt präsentierte in seiner Rede das Familienunternehmen als den Umsetzungsweltmeister. Das steht ganz im Gegensatz zu den vielen Mobility Anbietern, die heutzutage mit einem Prototypen oder Konzeptstudien ihre Ankündigungen für ein Produkt oder Service bereits mit großem TamTam präsentierten.

Auch einen Seitenhieb auf das von den Herstellern Daimler und BMW erst vor wenigen Tagen lancierte Joint Venture aus car2go und DriveNow hatte Alexander Sixt parat: “Wir stellen Autos hin, andere stellen Autos her”. Überhaupt dürfte dem ein oder anderen Wettbewerber in Sachen Sharing oder erweiterter Mobility Services seit Donnerstag Abend eher mulmig geworden sein. Denn SIXT wagt den großen Wurf.

Was ist der Kern der Ankündigung von SIXT?

Sixt wird seine bislang auf die Autovermietung und das Leasing fokussierten Leistungen um die Segmente Carsharing und Ridehailing zu erweitern. Es entstehen die drei folgenden Tätigkeitsfelder im börsennotierten Unternehmen SIXT:

  • SIXT rent
  • SIXT share
  • SIXT ride

Alle diese Mobility Services werden zukünftig aus einer App heraus betrieben.

Welchen Markt bedient der Mobility Dienstleister SIXT mit seinen neuen Services?

An dem nachfolgenden Bild kann man gut die Größe der einzelnen Marktsegmente erkennen, in denen SIXT zukünftig mit seinen Leistungen aktiv ist. Dem klassischen Markt der globalen Autovermietung mit 58 Milliarden US Dollar fügt Sixt jetzt potentiell 1,5 Milliarden US Dollar für Carsharing und erwartete 285 Milliarden US Dollar für Ridesharing Dienste hinzu. Think BIG!

SIXT launch der neuen APP – die Sharing-Märkte sind riesig.

Was beinhalten die neuen Services von SIXT?

Wir digitalisieren unser Flaggschiff – die Autovermietung – so die erste Ankündigung zum Aufpolieren des Stammgeschäftes des Hauses. Zukünftig sollen auch die Mietwagenkunden direkt zu den Fahrzeugen gehen können und per App diese Autos öffnen können. Vorbei die lästige Warterei am Schalter, vorausgesetzt der Kunde hat sich vor der Anmietung über die App freigeschaltet.

SIXT Carsharing ist freefloat sharing plus…

SIXT Carsharing wiederum folgt dem klassischen Angebot des freefloat carsharings. Mit dem doch deutlichen Unterschied, dass SIXT es zukünftig ermöglicht, dass die per Carsharing angemieteten Fahrzeuge an jedem SIXT Counter zurückgegeben werden können. Da spielt es keine Rolle, ob dieses Fahrzeug für ein paar Minuten oder gar 27 Tage lang aktiviert wird. Die Grenzen zwischen Anmietung (rent) und kurzfristigem Sharing verschwimmen.

Ridehailing made in Pullach – SIXT macht Ernst im geteilten Fahren

Ganz neu aus Pullach kommt die Funktion des Ridehailing hinzu. Und das ist die wirkliche Überraschung des Abends. In unter 10 Minuten in 250 Städten on demand ein Fahrzeug bekommen, das ist der Anspruch von SIXT. Hierbei sieht man sich nicht als Konkurrenz zu Ride NOW oder Uber Diensten, im Gegenteil. SIXT hat hier gerade für seine international-agierenden Kunden ein breites Netz an Partnerschaften aufgebaut. Erstaunlich hierbei: Partner wie die Taxi Innungen in Deutschland oder der US amerikanischen Carsharing Riese Lyft, LeCab aus Paris oder Cabify aus Spanien und Teilen Südamerikas sind darunter.

SIXT versteht sich inzwischen als Plattform mit einer großen Anzahl an Fahrzeugen, ohne regionale Beschränkung des Geschäftsgebietes und mit digitaler Convenience, wie etwa der Telematik Ausstattung seiner Fahrzeuge. Hiermit lassen sich die Autos eben per App ganz selbständig öffnen. Die Sixt App wird zum digitalen Counter und zum digitalen Schlüssel zum Fahrzeug. Mittelfristig sieht man sich so auch gerüstet im Kampf um die Vermittlung von autonomen Fahrzeugen.

Mein Fazit zu diesem Abend der Ankündigungen des Autovermieters SIXT

Keine Frage, das war ein besonderer Abend. Der Launch einer integrierten App für das Mieten & Sharen von Fahrzeugen sowie das Ridehailing ist eine echte Evolution. SIXT hat bereits 20 Millionen Kunden in seinem Bestand, diese jetzt auf eine App zu bekommen und dort aus einer Hand heraus weltweit zu betreuen, das ist großes Kino. Das Pullacher Familienunternehmen macht hiermit eine sehr ernstzunehmende Kampfansage an die Mobility Dienstleister weltweit, ganz gleich ob damit die OEMs wie BMW, Daimler oder VW gemeint sind, oder ob an SHARE NOW, UBER, Mytaxi (FREE NOW) & Co.

Hier noch einige Impressionen vom Abend in den Eisbachstudios. Beeindruckend.