Sixt baut eigenes Carsharing auf und wird Mobilitätsplattform

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Lange hat es nicht gedauert. Auf der Bilanzpressekonferenz zur Vorstellung der Jahresergebnisse erklärte Sixt in dieser Woche in München, dass der Autovermieter eine eigene Carsharing Plattform aufbauen werde. Erst vor wenigen Wochen hatte das Unternehmen mit den kreativen und teils aggressiven Werbeformaten seine Anteile an der einst gemeinsamen DriveNow Plattform für 209 Millionen Euro an BMW verkauft.

Mobilitätsplattform von Sixt

Der Autovermieter aus Pullach im Münchner Süden plant eine „Mobilitätsplattform“, auf welcher die eigenen Angebote wie Carsharing und Transferservices neben der bisher international so erfolgreichen klassischen Autovermietung gebündelt werden. Teil dieser Plattform ist auch das Eigentum an der Carsharing Software, mit der Sixt für DriveNow das Geschäft steuert. Die Nutzung der IT ist seit dem Ausstieg von Sixt bei DriveNow für BMW kostenpflichtig. Und wenn wir richtig informiert sind, so kann diese Plattform nicht nur für den hauseigenen Gebrauch genutzt, sondern auch anderen Sharing Plattformen angedient werden.

Neue Konkurrenz für BMW und Daimler

Somit tritt ein, was in der Branche viele Experten bereits vermuteten. Der Autovermieter Sixt tritt mit der eigenen Carsharing Flotte in Konkurrenz zu BMW und eben auch zu dessen kolportiertem neuen Partner Daimler mit seinem Carsharing Service Car2Go. Die Stuttgarter selbst hatten vor wenigen Tagen dem Autovermieter Europcar seine Anteile an Car2Go für eine potentielle Fusion mit DriveNow abgekauft.

Vorstandschef Erich Sixt verkündete am vergangenen Donnerstag in München, dass die neue Sixt Mobilitätsplattform die diversen Services des Hauses zusammenfassen werde. „Das Carsharing Geschäft und die klassische Autovermietung werden miteinander verschmelzen“, sagte Sixt gegenüber dem manager magazin. Es sei „keine Wettbewerbsklausel“ im Vertrag beim Ausstieg bei DriveNow geschlossen worden.

Ziel sei es, das kombinierte Geschäft auch außerhalb von Ballungsräumen einzuführen. Damit unterscheidet sich Sixt von anderen reinen Carsharing Angeboten. Bei diesen Anbietern liegt der Fokus bislang auf den großen Städten in Europa.

Mit dieser Ankündigung steigt Sixt zu einem ernstzunehmendem Mobilitätsdienstleister auf. Denn man versteht sich inzwischen längst nicht mehr als ein reiner Autovermieter.

Sixt ist Anbieter von Mobilität, bei dem Kunden Fahrzeuge für die Dauer von wenigen Minuten bis hin zu mehreren Jahren bekommen können. Neben Carsharing existieren Leasing und Kauf als gleichwertige Angebote.

Die Pullacher haben es geschafft, ihren eigenen Weg als Serviceanbieter in Sachen Mobilität zu gehen und gehen gestärkt aus den diversen Carsharing Unternehmenswechseln hervor. Denn eines ist klar: wer die Kundenschnittstelle innehat, der ist gegenüber den vielen vor allem neuen Wettbewerbern im Vorteil. Und diese Kunden hat Sixt auch aufgrund seiner expansiven Auslandsstrategie definitiv im Blick.

 

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