Recycling: Der Innovation-Deal der EU-Kommission

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EU-Kommission in Brüssel (dpa / Daniel Kalker)

Die Produktion und die Problematik von Lithium-Ionen-Akkus waren schon einige Male das Thema von Artikeln auf diesem Blog. Nun nimmt sich die Politik so langsam der Sache an und leitet erste Schritte für befürchtete Flut von Akkus ein.

Standardisierung nötig

Einige Second-Life Programme zeigen beispielhafte Nutzungsmöglichkeiten für Lithium-Ionen-Akkus. Allerdings fehlt die großflächige Organisation für den erwarteten Anstieg alter Akkus. Insbesondere industriell funktionierende Recyclingverfahren, mit verwertbaren Endprodukten in industrieller Qualität sind derzeit nicht existent, es wird jedoch in unterschiedlichen Einrichtungen daran geforscht.

Ein Zusammenschluss der EU-Kommission mit Politikern und Konzernen aus Frankreich und der Niederlande möchte gemeinsam mit dem Herstellerverbund RenaultNissan eine Lösung für diese Problematik suchen.

Der „Innovation-Deal“

Inhalt des Abkommens ist die strukturierte Herangehensweise an die Rückführung der Akkus in den Second-Life-Zyklus bzw. das Recycling. Es gilt konkrete Schritte zu entwickeln. Dazu gehört die Prüfung der Qualität der Batterien und die Entwicklung von Verfahren, die günstiger und umweltfreundlicher sind als die Neuproduktion. Dabei soll der eigentliche Produzent der Akkus nicht für die Kosten der Sammlung der Akkus aufkommen müssen. In den Augen der Partner ist das eine Hürde für eine effiziente Entwicklung von Second-Life-Strategien.

Zu prüfen ist…

  • ein Abfall-Management, welches die Akkus in die Kategorien einteilt und dem passenden Nutzung oder Recycling-verfahren zuführt.
  • die Kategorisierung der potentiellen Nutzung unter dem Aspekt der Sicherheit der weiteren Nutzung.
  • mögliche Hürden der Legislative in der EU und auf Nationaler Ebene inklusive der Möglichkeiten diese Hürden zu reduzieren und zu beseitigen.
  • die Sicherstellung des ungehinderten Informationsaustausches.

Die Aufgaben der beteiligten Akteure

Der Kommission und öffentlichen Akteuren kommen dabei administrative Aufgaben zu. Dazu gehört…

  • die Unterstützung bei der Ausarbeitung der entsprechenden Gesetzgebung.
  • die Kontaktpflege und der Aufbau von Vertrauen der einzelnen Parteien des Innovation Deal und anderer Autoritäten.
  • die Pflege des Informationsaustausches innerhalb der Kommission, wobei sensible Daten separat bewertet werden.
  • die aktive Verbreitung der Ergebnisse der Arbeit der beteiligten Parteien.

Die beteiligten Konzerne sollen bei der Suche nach Lösungen im Team arbeiten. Das bedeutet nicht nur den permanenten Informationsfluss an die Behörden und die EU. Sie müssen ihre Erkenntnisse, Fortschritte und Ressourcen den anderen „Innovatoren“ zugänglich machen. So soll eine größtmögliche Effizienz gewährleistet sein. Ein „Report of Activities“ wird die Ergebnisse der 18-monatigen Untersuchungen und Forschungen festhalten. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein.

Laute Gedanken

Konkrete Schritte werden in dem Papier leider nicht genannt, aber immerhin wird die Problematik durch die Politik erkannt. Es wäre wünschenswert gewesen, wenn mehr Hersteller beteiligt wären. Auch Hersteller von Batterien werden schmerzlich vermisst. Schließlich ist die Komplexität der Konstruktion von Akkus entscheidend für ein effizientes Recycling.

 

Quellen: The Innovation-DealEU-Daily NewsEU-Recycling

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