Bei Tesla bleibt es spannend. Vor kurzem war die Sabotage an der Software des Tesla Manufacturing Operating System herausgekommen, die böswillig verändert und auch mit einem Datendiebstahl zusammen gebracht wurde.

Klage gegen Martin Tripp

Am Mittwoch reichte der Autohersteller nun eine Klage gegen Martin Tripp ein. Der Gigafactory Process Engineer wurde beschuldigt, nicht nur Software geschrieben zu haben, die Daten von Teslas Manufacturing Operating System extrahierte und die Gigabytes an proprietären Daten an externe Entitäten sendeten, sondern auch bewusst,  falsche negative Aussagen an die Medien weitergegeben zu haben.

Martin Tripp

Tripp trat Tesla im Oktober 2017 in der Nevada Gigafactory als Prozesstechniker bei. Später beklagte er sich, dass sie keine ausreichende Führungsrolle für ihn hätten. Im Rahmen seiner Tätigkeit hatte Tripp Zugang zu hochsensiblen Informationen, die unter anderem bestimmte Aspekte des Herstellungsprozesses für die Batteriemodule des Unternehmens betrafen. Üblicherweise unterschrieb er als Voraussetzung für seine Beschäftigung Teslas vertrauliche und geschützte Informationen nur im Zusammenhang mit seiner Arbeit mit Tesla zu verwenden oder offenzulegen.

Innerhalb weniger Monate soll Martin Tripp Probleme mit der Arbeitsleistung offenbart haben und manchmal als störend und streitlustig gegenüber seinen Kollegen aufgetreten sein. Als Folge dieser und anderer Probleme wurde Tripp um den 17. Mai 2018 einer neuen Rolle zugewiesen. Tripp äußerte sich wütend über die neue Zuteilung.

Danach rächte sich Tripp, indem er vertrauliche Informationen klaute und geheime Informationen verteilte und an Dritte weitergab sowie falsche Aussagen verbreitete, die dem Unternehmen schaden sollten. Am 14. und 15. Juni 2018 interviewten Tesla-Ermittler Tripp wegen seines Fehlverhaltens.

Rechtsstreit

CNBC berichtete zuerst über die Klage, die gegen den Angestellten erhoben wurde. Die Zusammenfassung des Rechtsstreits ist in 4 Punkte gegliedert:

  1. Diese Klage ergibt sich aus dem Fehlverhalten von Martin Tripp (“Tripp”), einem ehemaligen Mitarbeiter von Tesla, Inc. (“Tesla”), der die vertraulichen und geschäftlichen Informationen des Unternehmens rechtswidrig gehackt und diese Informationen an Dritte weitergegeben hat.
  2. Tesla hat erst begonnen, den vollen Umfang der illegalen Aktivitäten von Tripp zu erfassen. Bisher hat er jedoch bereits zugegeben, eine Software geschrieben zu haben, die Teslas Manufacturing Operating System (“MOS”) hackte und mehrere Gigabytes Tesla-Daten an externe Entitäten weitergab. Dazu gehören Dutzende von vertraulichen Fotos und ein Video von Teslas Fertigungssystemen.
  3. Über das Fehlverhalten hinaus, das Tripp bereits einräumte, schrieb er auch einen Computercode, um Teslas Daten periodisch aus seinem Netzwerk in die Hände Dritter zu exportieren. Seine Hacker-Software funktionierte auf drei verschiedenen Computersystemen anderer Individuen bei Tesla, so dass die Daten exportiert wurden, selbst nachdem er das Unternehmen verlassen hatte und diese Personen fälschlicherweise als schuldige Parteien verwickelt wurden.
  4. Tripp machte auch falsche Behauptungen über die Informationen, die er gestohlen hatte. Zum Beispiel behauptete Tripp, dass punktierte Batteriezellen in bestimmten Fahrzeugen des Modells 3 verwendet worden waren, obwohl keine durchstochenen Zellen jemals in Fahrzeugen, Batterien oder anderweitig verwendet wurden. Tripp überschätzte auch die wahre Menge und den Wert von “Schrott” -Material, das Tesla während des Herstellungsprozesses erzeugte, und behauptete fälschlicherweise, dass Tesla sich verspätete, neue Fertigungsanlagen online zu bringen. (Anklageschrift)

(Punktierte Batteriezellen sind Batteriezellen, welche ein kleines Loch haben und damit eigentlich als defekt gelten.)

Fazit

Wenn das stimmt, würden die Anschuldigungen ernst und schädlich für Tesla sein.  Auf den ersten Blick scheint Tripp eine verärgerter Mitarbeiter zu sein, der seine Frustration über die Firma mit krimineller Energie vermischte. Für mich stellt sich vielmehr die Frage, welche Dritten die Informationen von Tripp gekauft haben.

Was den vom Saboteur verursachten Schaden an der Software des Tesla Manufacturing Operating System anbelangt, so ist es immer noch ungewiss, ob sein Verhalten zu Verzögerungen bei der Produktion des Modells 3 führen wird. Ein offizielles Statement dazu, wird Tesla wahrscheinlich nicht verlauten lassen. Die gesamte Anklageschrift finden sie hier als PDF.