RIVA – vom Fassadenbau zur Elektromobilität

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RIVA – vom Fassadenbauer zur E-Mobilität
Quelle: Sabrina Pfeifer

RIVA – vom Fassadenbau zur E-Mobilität. Futuristisch sieht das kleine Auto aus. Wer sich an die Zeichentrickserie „Inspector Gadget“ noch erinnert, wird sich denken: „Irgendwie hat es etwas vom Gadget Mobil.“ Die Frontscheinwerfer schauen gemütlich in die Welt. Der Hotzenblitz, der auf der i-Mobility Messe zugegen war, ist aber schon von 1995! Die Firma aus dem Schwarzwald hat schon damals auf E-Mobilität gesetzt – und ist leider daran gescheitert. Würden sie es heute nochmal versuchen – sie wären vermutlich die absoluten Sieger. 

Hotzenblitz – das Fotomotiv auf der Messe Stuttgart

Hinter dem knuffigen Gefährt verbirgt sich aber noch eine viel größere Geschichte. Die Hotzenblitz Mobile GmbH gibt es nicht mehr – aber andere haben sich der Aufgabe verschrieben, dem Kleinen wieder auf die große Straße der E-Mobilität zu helfen. Und das ist kein geringerer als RIVA. Der Hotzenblitz war in Stuttgart nämlich gleich am Eingang der Halle an ihrem Stand ein heiß begehrtes Fotomotiv.

Stichwort „mobile Energiespeicherung“

Ja, keiner der großen Autobauer hat das Auto für sich entdeckt, sondern ein Unternehmen, das eigentlich vom Fassadenbau kommt und sich auf Glas- und Metallkonstruktionen spezialisiert hat. Das große Gebäude mit riesigen Glasscheiben am Firmensitz in Backnang zeugt davon. Aber auch RIVA GmbH Engineering hat die Zeichen der Zeit erkannt: Das Thema Energie wird in Zukunft einen immer größeren Platz einnehmen. Das neue Stichwort  heißt „mobile Energiespeicherung“. Das schwäbische Unternehmen hat eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie entwickelt, die als Power-Pack für zuhause oder der Industrie zur Verfügung stehen soll. Tragbar und kontaktlos ladbar. 

Und was hat jetzt der Hotzenblitz damit zu tun?

Das 23 Jahre alte Auto, das RIVA wohl einem Sammler abgekauft hat, wurde von Grund auf überarbeitet. Damit die Azubis auch von der Innovationsoffensive in der Firma profitieren, wurde dieser Umbau kurzerhand zum Ausbildungsprojekt erklärt. Eingebaut wurde ein E-Motor mit 90 Volt und einer Leistung von bis zu 45kW. Das man dadurch mit diesem Flitzer bis zu 120km/h schnell fahren kann, will man sich gar nicht ausmalen. Dass anstatt herkömmlicher Lithium-Ionen-Batterien die hauseigenen Power-Packs als Akkus eingebaut wurden, ist wohl müßig zu erwähnen. Eine elegante und dazu noch öffentlichkeitswirksame Variante die Anwendbarkeit der eigenen Speicherprodukte zu testen. Würde es in Serie gehen, könnte es mit Sicherheit z.B. dem E-Smart Konkurrenz machen. 

Einmal aufgemöbelt: Der Hotzenblitz von RIVA
Quelle: RIVA

Lockt RIVA die deutschen Autobauern aus der Reserve?

Die Idee, ein bereits existierendes, aber vergessenes Produkt zu „recyceln“ finde ich lobenswert. RIVA ist kein Autobauer, da liegt es natürlich nahe, auf so etwas zurückzugreifen. Die Möglichkeit, die Akkus einfach auszutauschen, wenn einer leer ist – wie man es sonst eben auch macht – ist ebenfalls clever. Auch wenn Tesla das ebenfalls schon mal angekündigt hat. Vielleicht findet sich noch eine adäquate Lösung, wie man während der Fahrt die getauschte Batterie wiederaufladen kann, sodass man quasi ohne Fremdladestation durch die Landschaft düsen kann. Manchmal braucht es einfach einen anderen Blickwinkel, um neue Ideen umzusetzen. Und vielleicht lockt RIVA mit dem Hotzenblitz-Projekt ja die deutschen Autokonzerne und Zulieferer etwas aus der Reserve. Ich bin jedenfalls gespannt, was sich RIVA noch so alles einfallen lässt, um sie herauszufordern.

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