Die dena führte im November 2016 in Kooperation mit TNS EMNID und der ‘Informationsplattform Pkw-Label‘ eine repräsentative Umfrage zum Thema der Kaufentscheidung und der Einstellung gegenüber den einzelnen Antriebsarten durch. Das Ergebnis tendiert sehr stark in Richtung der alternativen Antriebe. Einige Hürden müssen jedoch noch genommen werden.

46 Prozent sehen alternative Antriebe als Option

Allgemein betrachtet wächst das Interessen an alternativen Antrieben stetig. Immerhin 46% der Befragten sind demgegenüber aufgeschlossen und könnten sich die Anschaffung vorstellen. Konkretes Kaufinteresse besteht jedoch bei Einbezug von Elektro- und Erdgasfahrzeugen bei 27%. Das Kaufinteresse an Dieselfahrzeugen liegt bei etwa 20%, den größten Anteil erhalten Benzinfahrzeuge. Konkret möchten sich 11% ein reines Elektrofahrzeug und 12% ein Hybridfahrzeug kaufen.

Bekannte Problematiken hindern am Kauf

Gegen die Kaufentscheidung spricht am Ende in erster Linie der hohe Anschaffungspreis, gefolgt von der gefühlt mangelhaften Infrastruktur, bzw. Zweifeln an der Praxistauglichkeit. 67% fühlen sich nicht ausreichend über die Thematik informiert.

Für Firmenflotten ergibt sich ein anderes Bild

Hier haben 56% der Fahrzeuge einen Dieselantrieb. Der Anteil steigt, je größere Entfernungen zurückgelegt werden. Erdgasfahrzeuge (7%), Elektrofahrzeuge (3%) und Plug-In-Hybride (1%) machen einen sehr geringen Anteil aus.

Die Kaufentscheidung ist hierbei von ökonomischen Faktoren bestimmt. So sind die Anschaffungskosten und der Kraftstoffverbrauch für 90% der Befragten das oberste Kriterium für die Wahl des Fahrzeugs. Bei 67% ist es die Antriebsart, auf Platz drei findet sich die Kfz-Steuer. Kriterien, wie der Umwelt- oder Klimaschutz sind besonders für Handwerker, gesundheitliche oder öffentliche Einrichtungen von Bedeutung. Allerdings wird auch hier überwiegend auf den wirtschaftlichen Aspekt geachtet.

Fazit aus den Umfragen

Es fehlt immernoch an aktiver Aufklärung. Das gilt für Privatpersonen ebenso wie für Unternehmen. Der Grad der fehlenden Informationen wurde als sehr hoch angegeben. Der Umwelt- und Klimaschutzgedanke ist präsent, aber offenbar fehlen die Informationen. Dass Fahrzeuge mit Elektroantrieb auf Dauer viel günstiger sind, ist scheinbar ebenfalls noch nicht im Diskurs der breiten Masse angekommen. Steuerliche Begünstigungen und großzügige, finanzielle Kaufanregungen können helfen, das steigende Interesse an alternativen und elektrischen Antrieben zu befeuern.

Für die Umfrage unter den Privatpersonen wurden 1088 potentielle Neuwagenkäufer und 300 Neuwagenhändler telefonisch befragt. Für die Befragung der Firmenflotten wurden 100 Unternehmen mit vorzugsweise mehr als 50 Fahrzeugen im Bestand befragt.

 

 

Bildquellen: dena; leu-energie.de; schnellladen.ch