Der Mission E von Porsche soll bereits nächstes Jahr die elektrische Sportwagen Liga erobern und das unter seinem Seriennamen Taycan. Obwohl der Taycan noch ein Jahr von der Produktion entfernt ist, hat der deutsche Autohersteller bereits einige Details geliefert. So wurden bereits ausführliche Informationen zu den Spezifikationen des elektrischen Antriebsstrangs des Fahrzeugs veröffentlicht.

100 Taycan-Prototypen

Porsche sagt, dass man bereits über 100 Taycan-Prototypen gebaut habe und diese teilweise in Gebieten mit extremen Witterungsbedingungen getestet werden. So sollen einundzwanzig getarnte Prototypen im westlichen Teil von Südafrika Hitzetest unterzogen werden. Mit den Taycan-Prototypen will man den neuen Antriebsstrang Millionen von Testkilometern unterziehen und dadurch alle mögliche Fehler frühzeitig entdecken. (electrek)

Details des Taycan

Vier Türen und vier Einzelsitze, über 440 kW (600 PS) Systemleistung aus zwei permanent-erregte Synchronmotoren und über 500 Kilometer Reichweite. Allradantrieb und Allradlenkung, Beschleunigung in unter 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h und in unter zwölf Sekunden auf 200 km/h. Mehrere Beschleunigungsvorgänge sollen direkt hintereinander ohne Leistungsverlust möglich sein.(Porsche)

Antriebseinheit

Der Automobilhersteller verwendet im Taycan zwei Synchronmotoren (PSM). PSM steht für „permanenterregte Synchronmaschine“ – eine Elektromaschine mit extrem hoher Leistungsdichte, hohem Wirkungsgrad sowie hoher Leistungskonstanz über den ganzen Drehzahlbereich und auf Dauer. Porsche hat bereits Erfahrung mit dieser Antriebseinheit, da es sich um die gleichen Motoren handelt, die im Le Mans-Sieger 919 Hybrid zum Einsatz kommen.(Porsche)

Heiko Mayer, Projektleiter der Antriebseinheit, erklärte, warum er diese Art von Elektromotor verwendet:

„Wir haben uns im Taycan für einen permanenterregten Synchronmotor entschieden. Sie kombinieren eine hohe Energiedichte mit starker nachhaltiger Leistung und maximaler Effizienz. “

Vorteile PSM

„Wir verwenden beim Mission E permanent erregte Motoren. Die sind etwas teurer in der Herstellung, aber bieten Potenzial in Bezug auf ihre Größe, auf ihr Gewicht und auf das Dauerleistungsvermögen“ Dr. Michael Steiner gegenüber Golem.

„Das macht es möglich, die Motoren und Batterien bei gleichen Leistungszahlen kleiner und leichter zu machen.“Heiko Mayer (electrek)

Porsche

Hairpin Technology Design

Naser Abu Daqqa, Direktor für elektrische Antriebssysteme bei Porsche, erklärt die Möglichkeit, den Elektromotor durch das Hairpin Technology Design der Magnetspule kleiner zu machen:

„Die Spulen bestehen aus Drähten, die nicht rund, sondern rechteckig sind. Dies macht es möglich, die Drähte dichter zu packen und mehr Kupfer in die Spulenmaschinen zu bringen, wodurch Leistung und Drehmoment bei gleichem Volumen erhöht werden. “ (electrek)

Reichweite & Ladeinfrastruktur

Im Juli diesen Jahres eröffnete in Berlin-Adlershof ein neues Porsche-Zentrum. Dort findet man auch die ersten zwei, von Porsche entwickelten, Schnellladesäulen (High Power Charging – HPC). Sie sollen beispielsweise den Taycan in nur 15 Minuten auf 80% der Kapazität des Akkus laden. Damit erreichen diese Ladestationen die derzeit höchste Leistung. Die HPC’s sind ab Herbst für alle Elektrofahrzeuge nutzbar, die über einen CCS-Stecker verfügen. Mit diesem Anschluss können auch niedrigere Ladeleistungen bedient werden. (Porsche)

Die Ladeinfrastruktur geht bei Porsche in Hand mit der Reichweite des Taycan.

„Reichweite ist eines der wichtigsten Kriterien für Käufer von Elektrofahrzeugen“ Otmar Bitsche, Leiter der E-Mobility bei Porsche. Der Taycan soll mit einer Ladung über 500 Kilometer weit kommen. Dafür will man die neueste Lithium-Ionen-Batterietechnologie mit einer Energiedichte von etwa 270 Wattstunden pro Kilogramm (Wh / kg) nutzen. (electrek)

„Es war eine große Herausforderung, eine derart enorme Batteriekapazität sowohl für das Laden als auch für das Entladen über den gesamten Temperaturbereich zu erreichen“ Nora Lobenstein, Leiterin Energiespeicher von Porsche. Dafür muss man „ein intelligentes Ladeprotokoll und ein effizientes Wärmetauschersystem sind, das die Batterien schnell auf Betriebstemperatur bringt und sie zuverlässig unter schweren Lasten kühlt.“ (electrek)

Fazit

Porsche hatte auf ihrer eigens erstellten Microsite von Anfang nicht mit Informationen gegeizt, trotzdem sind die neuen Details durchaus interessant. Laut Porsche bereitet man derzeit den Grundstein für die Serienproduktion vor, die noch Ende 2018 starten soll. Wir werden das Programm auf seinen letzten Schritten genau beobachten und berichten.

5 KOMMENTARE

    • Firmenchef Oliver Blume kündigte im Gespräch mit Car Magazine an, dass der elektrische angetriebene Sportwagen „so viel wie die Grundversion des Panamera“ kosten wird. Kurz gesagt, um die 90.000 Euro. Der Panamera kostet in Deutschland ab 90.655 Euro.

  1. Porsche scheint wirklich gut aufgestellt zu sein und für den wahrscheinlichen Einstiegspreis von um die 90.000 auch ein erster wirklicher Konkurrent für Teslas Model S. Bei der Reichweite kommt es, wie bei Verbrennungsmotoren auch, auf die Fahrweise an. Die Haltbarkeit der Akkus ist auch sehr interessant, bei Tesla sind Kapazitätsverluste von 10 bis 15 % nach vier bis fünf Jahren möglich, da zu hohe Verluste wahrscheinlich auch den Wiederverkaufspreis beeinflussen können. Alles in allem bin ich sehr gespannt und werde mir den Wagen mal ansehen und hoffentlich auch fahren dürfen wenn er endlich im PZ steht.

  2. […] Vier Türen und vier Einzelsitze, über 440 kW (600 PS) Systemleistung aus zwei permanent-erregte Synchronmotoren und über 500 Kilometer Reichweite. Allradantrieb und Allradlenkung, Beschleunigung in unter 3,5 Sekunden von null auf 100 km/h und in unter zwölf Sekunden auf 200 km/h. Mehrere Beschleunigungsvorgänge sollen direkt hintereinander ohne Leistungsverlust möglich sein.(Porsche) […]

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here