Die Schlagzeile des heutigen Tages war gesetzt: Peugeot zieht in Erwägung den deutschen Autobauer Opel zu kaufen. Opel, die Autobauer die vor einigen Jahren noch den Bankrott abwenden konnten sind dank neuer Image Kampagne und anderen Maßnahmen auf Erfolgskurs. Im letzten Jahr konnten sogar im zweiten Quartal 2016 ein operativer Gewinn von 137 Millionen Dollar erwirtschaftet werden. Und jetzt kommt Peugeot?! Doch was hat das für die eMobilität der beiden Konzerne zu bedeuten.

Fortschritt eMobilität Peugeot

Fangen wir mit dem Käufer an. Peugeot, die französische Automarke, ist nicht besonders weit in Sachen eMobilität. Eine ganz ansehnliche Studie haben die Franzosen mit dem CONCEPT CAR FRACTAL. Das futuristische Elektro-Cabrio-Coupé wurde für die Stadt entwickelt. Das äußerst kompakte KFZ mit Abmessungen von 3,81 m Länge und 1,77 m, wird von zwei E-Maschinen mit jeweils 75 kW (102 PS) an Vorder- und Hinterachse angetrieben. Im gemischten Fahrzyklus soll die Reichweite sogar 450 km betragen. Jedoch, wie bei jedem Konzept Auto, ist dies Zukunftsmusik.

Realität bei Peugeot

Realität ist bei Peugeot der iOn, der 2017 auf den Markt kommt. Erhältlich ist das reine Elektroauto ab 19.800€. Mit nicht ganz überzeugenden Werten, die von Tesla, BMW & Co schon längst überschritten wurden, geht der iOn an den Markt. Die Reichweite von bis zu 150 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 130 km/h, nicht gerade schlagkräftige Verkaufsargumente, jedoch für den Stadtverkehr vollkommen ausreichend. Und der Preis ist der niedrigste im momentanen Wettbewerberumfeld. Vielleicht ist das doch ein guter Einstieg in die eMobilität, vor allem da der Kleinwagen mit einer guten Flexibilität und Ausstattung daher kommt. Der Kofferraum ist schnell durch das Umklappen der Rücksitze erweiterbar und eine solide Grundausstattung bietet der Wagen auch.

Opel und die eMobilität

Wenn wir uns den potenziellen Kauf Kandidaten ansehen, ist dieser schon ein Stück weiter als der Käufer. Der Opel Ampera-e debütierte in Paris und überraschte die Weltpresse mit 520 Kilometern Reichweite. Der Kleinwagen hat Platz wie ein Kompakter und startet mit 33.416 Euro, also mehr als 10.000€ mehr als iOn. Produziert wird der Ampera-e im General Motors-Werk in Lake Orion. Eine Intelligente Energieeffizienz Lösung soll den Verbrauch in Grenzen halten und das Bremssystem lädt die Batterien auch wieder auf. Die Reichweite berechnet der Ampera ähnlich wie BMW i3 & Co.

Das ist ein Meilenstein in der e-Mobilität“ meint Chef-Entwickler Rolf Hannappel

“Aus zwei Kranken wird kein Gesunder”

Was ergibt sich als Fazit für die mögliche Fusion. Rein wirtschaftlich geht es Opel wieder besser, Gewinne die die anderen deutschen Autobauer verzeichnen können, fährt Opel jedoch noch nicht ein. In der eMobilität sind die Rüsselsheimer jedoch weiter als die Pariser. Sie bieten die dreifache Reichweite bei einem größeren Wagen. Das ist doch eine deutliche Ansage. Jedoch wird der Kauf nicht die Investitionen der Pariser in die eMobilität groß bremsen können. Denn auch wenn ein technologischer Fortschritt bei Opel gegeben ist, müssen angesichts der hohen Investitionskosten in die eMobilität sowie in neue Mobilitätsdienste eher Kooperationen eingegangen werden, um die Kosten im Griff zu haben.