Elektrische Fahrräder könnten in Norwegen helfen Grenzen zu sichern und Patrouillen von Soldaten einfacher zu gestalten. Der größte Teil der 196 Kilometer langen norwegisch-russischen Grenze verläuft durch unwegsames Gelände entlang der Flussufer von Pasvik und Grense Jakobselv und über abgelegene Berge abseits von normalen Straßen. Ideal für elektrisch angetriebene Fahrräder.

Herausforderungen

Die Garnison von Sør-Varanger (GSV) patrouillierte an der Grenze zu Russland bisher mit Geländewagen im Sommer und mit Schneemobilen im Winter. Eine Herausforderung, da ein Geländewagen neben Größe und Gewicht, auch wegen der Geräusche seine Probleme hatte, in der Wildnis illegale Grenzgänger zu finden.

Praktische und taktische Vorteile

Nun testen die grün uniformierten Soldaten der Garnison von Sør-Varanger die Elektrofahrräder, nicht nur wegen des grünlichen umweltfreundlichen Images. Sie versprechen sich auch mögliche praktische und taktische Vorteile.

“Wir testen die technischen Eigenschaften der Fahrräder und wie sie zu unserem Grenzschutzkonzept passen”, sagt Oberstleutnant Jørn Qviller, Kommandant der Garnison gegenüber “The Barent Observer” “Wir haben lange Wege, die wir patrouillieren müssen. Solche Transportmittel können große Gebiete abdecken und sich schnell bewegen”

“Sie machen wesentlich weniger Lärm und unsere Erfahrungen sind, dass sowohl Menschen als auch Tiere sehr überrascht sind, wenn wir uns plötzlich in den Grenzgebieten nähern”, erzählt Soldat Jørn Qviller.

Im Gegensatz zu den Geländewagen hinterlassen die Fahrräder nur wenige Spuren oder zerreißen die zerbrechliche Taiga-Natur.

Ergänzung der bisherigen Fahrzeuge

Die elektrischen All-Terrain-Bikes stehen den Soldaten zum Testen bereit und bisher wurden durchaus positive Erfahrungen gemacht. Jedoch sind “dies keine Fahrzeuge, die wir für den gesamten Grenzschutzjob nutzen könnten.” “Wir sind davon überzeugt, dass die operativen Vorteile bedeutend sind, aber auch eines von vielen, die wir in Zukunft haben sollten.”

Anforderungen an die eBikes

Die E-Bikes sind mit starken Batterien ausgerüstet, die je nach Gelände und Temperaturen eine Weile halten. Für die Grenzwächter ist eine spezielle Ausbildung erforderlich und eine gute Wartung der Fahrräder ist erforderlich. Die Räder laufen problemlos auf unebenem Gelände.

Beispiel UBCO 2 × 2

Der UBCO 2 × 2 wurde entwickelt, um robustes Gelände zu erkunden und gleichzeitig die Vorteile des Elektroantriebs gegenüber benzinbetriebenen Fahrzeugen zu nutzen.

Der Rahmen ist aus einer leichten Aluminiumlegierung gefertigt und bietet eine ATFZ-Vorderradgabel mit 130 mm Federweg sowie zwei 32-mm-ATR-Federbeine mit 120 mm Federweg. Die Reifen sind 17 × 2,75 „Mehrzweckreifen, die sowohl für den Straßen- als auch für den Geländeeinsatz geeignet sind.

Der UBCO 2 × 2 ist mit zwei 1-kW-Gleichstrommotoren vorn und hinten ausgestattet. So kommt man auf eine kombinierte Dauerleistung von 2 kW, eine Höchstgeschwindigkeit von 48 km / h und 90 Nm. Die Stromversorgung erfolgt über einen 50V, 48Ah (2,4 kWh) Li-Ionen-Akku, der zum Aufladen ausgebaut werden kann und für 120 km ausgelegt ist. Für eine ausreichende Bremsleistung, werden sowohl vorne als auch hinten hydraulische Scheibenbremsen verwendet.

Fazit

Wir wissen leider nicht, welchen Hersteller die norwegischen Soldaten testen, jedoch ist der Schritt zu einem elektrischen Dirtbike einer, mit einem hohen Potenzial. Ehrlich gesagt bin ich überrascht, dass wir zuvor nicht mehr elektrische Fahrräder für militärische Anwendungen gesehen haben. Für den Transport über raues Gelände können sie ausgezeichnete, preiswerte Optionen sein, die sogar taktische Vorteile bieten.

E-Bike-Bildnachweis Thomas Nilsen