Einen massiven Einschnitt in die künftige Akzeptanz und die Beliebtheit von Elektrofahrzeugen kann die vielerorts fehlende Ladeinfrastruktur bedeuten. Aber auch die Wartezeit beim Laden selbst schreckt viele zurück, schon jetzt auf Elektro umzusteigen. Einen interessanten Ansatz zur Lösung dieses Problems verfolgt dabei der chinesische Fahrzeug Hersteller Nio: Wechselakkus statt Ladesäulen!

Akkus statt Ladesäulen, gab es das nicht schon einmal?

Anders als deutsche Hersteller mit dem Joint Venture IONITY oder TESLA mit dem Supercharger, sieht der chinesische Autohersteller Nio die Ladesäule perspektivisch nicht als Ideallösung an.

Der Elektroauto Hersteller Nio will das Prinzip des Wechselakkus erneut aufgreifen. Dabei ist die Idee nicht neu. Bereits das ehemalige Startup Better Place, das als First-Mover in diesem Bereich gilt, zeitweise Investments von rund 850 Millionen Dollar anzog und 2013 famos scheiterte, hatte sich schon früh mit dem modularen Austausch von Batterien in Elektrofahrzeugen beschäftigt.

Lag es zum damaligen Zeitpunkt am schlechten Timing und am Ausbleiben von First-Mover-Vorteilen, oder wieso vertraut Nio heute erneut auf diese Idee?

Der Wechsel der Akkus ist einfach: Akkus rein, Akkus raus, weiterfahren!

Tatsächlich erscheint dies durchaus sinnvoll und analog zur heutigen Systematik von herkömmlichen Tankstellen. Statt an eine von wenigen Ladestationen zu fahren und eine halbe Stunde an dieser das Auto vollzuladen, soll das Elektroauto von Nio künftig ‘on the fly’ wie beim Tanken von Benzin in wenigen Minuten vollautomatisch mit neuen Akkus bestückt werden.

Wie funktioniert die Wechselautomatik bei NIO?

Der Fahrer steuert seinen Wagen in eine Art Carport über eine Grube, ähnlich einer Hebebühne – anschließend löst vollautomatisch ein Roboter aus dem Unterboden des Fahrzeugs den Akku und ersetzt ihn durch einen Aufgeladenen.

Schwer vorstellbar? Dann schauen Sie sich einfach dieses Video an!

Nio plant zunächst 1100 solcher Ladestationen für den Wechsel der Akkus in China

Nio, der Autohersteller, welcher sich als globales Startup bezeichnet, agiert weltweit an den zentralen Standorten Shanghai, San Jose, London und München. Jüngst hatte Nio bereits mit dem schnellsten Elektroauto der Welt und dem damit errungenen Streckenrekord auf dem Nürburgring für Aufsehen gesorgt.

Jetzt plant das Unternehmen 1100 Battery Swap Stations entlang der chinesischen Nord-Süd-Transitroute und plant auch eine Expansion nach Europa.

Mein Fazit zu den NIO Akku Wechseltstationen

Ob sich dieser Standard von NIO mit seinen Wechselstationen durchsetzen wird, muss sich zeigen. Es erscheint aber durchaus strategisch klug, neben dem Auto auch den Service des Ladens aus einer Hand anzubieten. Wieso also nicht ohne längere Wartezeit beim Laden…?