myScotty im Interview

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Quelle: myScotty
myScotty Gründer Sebastian Tietz

Die Sharing Economy ist so präsent wie nie und neue Anbieter sprießen wie Pilze aus dem Boden. Da kann man schon mal den Überblick verlieren. myScotty hilft dabei, sich in der Welt der Sharing-Dienste schnell zurechtzufinden. Was genau hinter dem Startup steckt, welche Sharing-Dienstleistungen myScotty anbietet und wo die Vor-und Nachteile einer „Gesellschaft des Teilens“ liegen, erfahrt ihr im Interview mit myScotty Gründer Sebastian Tietz.

Seit wann gibt es myScotty?

Die Mobilitäts-App myScotty ist im Sommer 2017 gelaunched worden. Die Idee dazu ist schon etwas früher entstanden. Im Oktober 2015 habe ich mich mit meinem Kollegen Till Hörseljau in Berlin über meine Erfahrungen mit Sharing Diensten unterhalten. Dabei ist uns aufgefallen, dass es für Nutzer unheimlich mühsam ist, einen Überblick über das Sharing Angebot in Berlin zu bekommen. In der Hauptstadt gibt es Sharing Angebote fast wie Sand am Meer. Für jeden Anbieter musst du dich separat registrieren und deinen Führerschein überprüfen lassen. Wäre es nicht einfacher einen zentralen Registrierungsprozess zu haben? Und statt vieler Nutzerkonten nur eines zu verwalten? Mit diesen Fragen war letztendlich die Idee für myScotty geboren. Till und ich sind mit der Idee zu unserem damaligen Arbeitgeber der Bosch Software Innovations GmbH gegangen. Die ist auch der erste Förderer von myScotty geworden. Um unser Konzept weiter verfolgen zu können, haben wir uns bei der Bosch Start-up Plattform beworben und waren dabei auch erfolgreich.

Was unterscheidet myScotty von anderen?

Wir betrachten das große Ganze – Das heißt wir beschränken uns nicht nur aufs Carsharing oder Bike-Sharing. Gleichzeitig möchten wir unseren Usern maximale Flexibilität bieten und betrachten alles: vom Ride Hailing, über Mietwägen bis hin zu den verschiedenen Sharing-Diensten. Wir bewegen uns täglich von A nach B: Von der Wohnung zur Arbeit. Von der Uni zum See. Die öffentlichen Verkehrsmittel decken einen Teil dieser Strecken ab, aber nicht alles. myScotty zeigt dir welche Fahrzeug-Möglichkeiten du hast und welcher Anbieter in deiner Stadt diese Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Die Infos findest du alle in einer Stadtkarte. myScotty macht die Fortbewegung in der Stadt damit für jeden Einzelnen flexibler, günstiger und nachhaltiger.

Wie läuft der Registrierungsprozess und der Handhabungsprozess von myScotty konkret ab?

Die App gibt’s kostenlos im App-Store oder im Google Playstore. Sobald du dein GPS aktiviert hast, zeigt dir die App direkt sämtliche Fahrzeugangebote in deiner Nähe. Je nach Wetter und Laune kannst du beispielsweise auf das nextbike-Symbol klicken und ein Fahrrad ausleihen, oder auf das Emmy-Logo klicken und einen Roller mieten. Ein Taxi-Button zeigt dir, wie lange das nächste Taxi zu dir braucht. Du kannst dein Fahrzeug direkt über die App reservieren und buchen. Dafür brauchst du eine Registrierung bei myScotty. Du kannst dich mit deinem Facebook-Account oder per E-Mail einloggen. Anschließend lässt du deinen Führerschein verifizieren. Der Vorgang wird dir in unserer App Schritt für Schritt erklärt. Sobald du bei myScotty registriert bist, kannst du dich kostenlos mit verschiedenen Anbietern verbinden und deren Fahrzeuge buchen. Einzelne Anbieter fordern noch eine separate Registrierung. Wir arbeiten aktuell daran unser Portfolio Schritt für Schritt zu erweitern.

MyScotty ist u.a. in den Großstädten Berlin, München, Hamburg und Frankfurt aktiv. Wie sieht es aber auf dem Land oder in Kleinstädten aus? Glauben sie, dass sich die Sharing Economy dort auch durchsetzten wird?

Letztendlich gibt es die Sharing Economy auf dem Land schon – stationsbasierte Anbieter wie stadtmobil gibt es in vielen kleinen Orten bereits seit den 70er Jahren. Was das Teilen heutzutage neu macht ist das Internet und das Smartphone. Teilen war noch nie so unabhängig von Raum und Zeit. Das bietet ganz neue Möglichkeiten auch fürs Land. Was myScotty betrifft: Wir setzten den Fokus weiterhin auf große Städte. Da tummeln sich eine Vielzahl von Anbietern und myScotty wird hier am meisten gebraucht, um den Überblick zu behalten.

Welche Chancen und Risiken bietet die Sharing Economy?

Letztendlich bekommen wir viel mehr Optionen zu günstigeren Angeboten. Und das Beste: Wir handeln dabei nachhaltig. Die Sharing Economy bietet die Möglichkeit Ressourcen umweltorientiert zu nutzen. Wohnungen, Kleidung, Werkzeuge, Spiele, Büros, Fahrzeuge – Mittlerweile gibt es viele verschiedene Konzepte und Möglichkeiten Gegenstände zu teilen. Das Bedeutet im Großen und Ganzen gewinnen wir alle mehr Möglichkeiten dazu. Ein Risiko: Wenn das Verantwortungsbewusstsein fehlt. Man darf nicht nur den Nutzen gemeinsam tragen, sondern auch die Verantwortung. Ein Beispiel aus Asien: Hier haben verschiedene Bike-Sharing Anbieter jede Menge Fahrzeuge in der Stadt verteilt. An sich eine gute Sache. Allerdings sind nach kurzer Zeit viele Fahrräder als Schrott in Straßengräben gelandet. So ist das eigentlich umweltfreundliche Fahrzeug zur Umweltbelastung geworden. Die vielen Fahrzeuge müssen seitens des Anbieters auch gepflegt werden. Seitens des Nutzers wird natürlich auch erwartet, dass dieser mit dem Gegenstand sorgsam umgeht. Wenn auf beiden Seiten genug Verantwortung da ist, klappt das Sharing-Prinzip aber sehr gut und die Chancen überwiegen definitiv.

Was sind die wesentlichen Herausforderungen, die auf dem Weg zu einer „Gesellschaft des Teilens“ noch gemeistert werden müssen?

Es gilt, mehr Bewusstsein für die Sharing Economy zu schaffen. Sharing ist nicht nur eine geniale Option – es ist auch die Lösung für eine ganz zentrale Herausforderung unserer Gesellschaft: Wir müssen nachhaltiger werden. Außerdem gilt es, die Sharing-Möglichkeiten immer nutzerfreundlicher und letztendlich integrierter zu gestalten und gleichzeitig das Netzwerk an Möglichkeiten weiter auszubauen.

 

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