Die neue Volkswagen-Marke MOIA hat ihr erstes eigenes Fahrzeug vorgestellt. Auf der Konferenz TechCrunch Disrupt in Berlin präsentierte MOIA CEO Ole Harms einen vollelektrischen Minibus, der bis zu sechs Fahrgästen Platz bietet und für Fahrdienstleistungen in den Städten eingesetzt werden soll. Intern wird MOIA wie ein eigenes Mobility Startup behandelt.

Seit Dezember 2016 ist MOIA als Startup Team am Start

MOIA ist das jüngste Unternehmen im Volkswagen Konzern. Offiziell startete man Ende 2016. MOIA hat sich zum Ziel gesetzt, die Mobilität von Menschen in urbanen Räumen neu zu definieren. Mit Sitzen in Berlin, Hamburg und Helsinki versteht man sich als eigenständig und plant bis 2025 einer der weltweit führenden Mobilitätsdienstleister zu werden. Weniger das reine Car-Sharing, sondern vielmehr die Entwicklung eigener IT-basierter On-Demand-Angebote stehen an. So entwickeln die ‘Moianer’ etwa Ridehailing- oder Ridepooling-Services, investieren gezielt in digitale Startups und arbeiten mit Städten und etablierten Verkehrsanbietern zusammen.

Ride-Pooling Gründung MOIA soll den Verkehr in den Städten vor allem auf der sogenannten letzten Meile entlasten

Erstes Ergebnis ist nun also das Shuttle-Fahrzeug von MOIA. Es verwirklicht ein Ride- Pooling-Konzept, also das Bilden von Fahrgemeinschaften. Damit soll nach dem Start in Hamburg in 2018 in weiteren Großstädten der Verkehr deutlich entlastet werden. “Wir sind ab 2018 bereit, international durchzustarten und unser Ziel zu verwirklichen, bis 2025 die Städte Europas und der USA um eine Million Fahrzeuge zu entlasten”, sagte Harms.

Innerhalb von nur zehn Monaten wurde das Fahrzeug gemeinsam mit Volkswagen Nutzfahrzeuge und Volkswagen Osnabrück geplant und gebaut. Mit einer Reichweite von gut 300 Kilometern soll der Fahrer einen ganzen Tag mit dem Elektrofahrzeug im Stadtgebiet seine Fahrten erledigen können. In ca. 30 Minuten sollen dann 80 Prozent der Ladekapazität aufgeladen werden.

In der Hansestadt Hamburg wird mit 200 MOIA Shuttlebus-Fahrzeugen gestartet

In der Hansestadt Hamburg sollen zunächst einmal 200 MOIA Shuttle-Busse mit einer offiziellen Lizenz der Stadt beginnen. Mit Hilfe flexibler Arbeitszeitmodelle für die Fahrer soll dieses Angebot auf 1.000 MOIA Fahrzeuge ausgebaut werden. Der Fahrgast selbst ordert das Shuttle per App. Mit Hilfe von Algorithmen werden weitere Fahrgäste auf der Route eingesammelt und befördert. So kann die Auslastung der Fahrzeuge optimiert und Umwege und Leerfahrten vermieden werden. Preislich liegen die Fahrten zwischen einem Ticket im Öffentlichen Personennahverkehr und einer Taxifahrt.

Der Vergleich zu den amerikanischen Vorbilder: Sammeltaxis bieten das Ride-Pooling an

Spannend ist dieser Launch des Shuttle Fahrzeuges allemal. Hier wird erstmals in Deutschland das in den USA so erfolgreiche Modell der Sammelfahrten in großem Maße umgesetzt. Ich habe selbst in New York bereits solche Ride-Pooling Fahrten mitgemacht und war begeistert. Neben dem günstigeren Preis war meist auf den Fahrten der ein oder andere interessante Gesprächspartner mit an Bord. Und so hat das Konzept zusätzliches Potential im Rahmen der Kommunikation mit anderen Reisenden. So geht smarte Mobilität heute.

Bildrechte: MOIA – Volkswagen Gruppe