Das global erfolgreiche Mobility Startup what3words

Bildrechte: Daimler – what3words Integration in der A-Klasse

Das Mobility Startup what3words aus England gilt als eines der spannendsten Startups aus dem Mobility Segment. What3words bietet eine präzise und einfache Möglichkeit, einen gegebenen Standort zu benennen und somit auch zu finden.

Was waren die Beweggründe für die Gründer beim Start des Mobility Startups what3words?

Der Gründer Chris Sheldrick hat in der Musikindustrie gearbeitet und Live-Musikveranstaltungen auf der ganzen Welt organisiert. Schwierigkeiten bei dieser Organisation erlebt Chris vor allem mit dem Equipment der Bands, denn dieses ging ständig auf dem Weg zu den Veranstaltungen und Festivals verloren.

Schnell wurde klar, dass die Adressierung beim Versand der Bandteile einfach nicht gut genug war. Zusätzlich erschwerte die Tatsache, dass dieses Abhandenkommen der Gegenstände leider ein globales Phänomen darstellt.

Wie entstand die Idee des Startups what3words?

Trotz der Nutzung von GPS-Koordinaten zu den jeweiligen Lokationen war es teils unheimlich schwierig, die Daten überhaupt in ein Fahrzeug oder Gerät einzugeben. Zusätzlich war es fast unmöglich, um per Telefon korrekt zu diesen Adressen zu kommunizieren. Daraus entstand die Idee zu einem Mobility Startup namens what3words.

Wie funktioniert what3words als digitale Lösung?

Das Unternehmen what3words hat eine App, die kostenlos heruntergeladen werden kann. Darin findet der Nutzer eine Einteilung der Welt in ein Raster von 3m x 3m Quadraten. Jedem dieser Quadrate ist eine eindeutige 3-Wort-Adresse zugewiesen.

Die Lösung von what3words als Lokalisierungs-Software

Letztlich kam es auf die Koordinaten selbst an. Sie sollten prägnant und einprägsam sein. Die Gründer schufen einen Weg, genaue GPS-Koordinaten in benutzerfreundliche Wortkombinationen zu verwandeln. Nichts ist einfacher, als die Verwendung von Begriffen aus der eigenen Landessprache. Der erste 3-Wort-Adress-Algorithmus wurde auf der Rückseite eines Umschlags geboren.

Was waren die ersten Schritte für das neu geborene Startup what3words?

Allererster Schritt für das Gründungsteam war es, die Leute dazu zu bringen, darüber nachzudenken, wie schlecht die Adressierung tatsächlich ist. Mit Hilfe von Technologie lässt sich dann dieses Problem lösen. Anwendungsfälle oder sogenannte ‚use-cases‘ gibt es ja genug. Die Menschen haben ihr ganzes Leben lang Straßenadressen benutzt, ohne sie zu hinterfragen.

Doch selbst heute noch verirren sich Menschen, Sendungen gehen verloren und Navigationsgeräte kämpfen darum, Menschen oder eben Ware an einen bestimmten Ort zu bringen. Es galt für what3words das Problem schnell und deutlich aufzuzeigen – Beispiele dafür finden, wie schlechte Straßenansprache Einzelpersonen frustriert und Unternehmen Milliarden kostet.

Wer sind die Kunden und Nutzer der what3words Applikation im täglichen Kontext?

Heute umfassen die Nutzer von what3words neben vielen Privatpersonen und Unternehmen, eben auch Regierungen und NGOs. Es galt in einer nächsten Phase die “ehrgeizigen Innovatoren” innerhalb dieser verschiedenen Gruppierungen zu identifizieren. Das waren die Leute, die keine Angst hatten, etwas Neues auszuprobieren und what3words als eine Chance zur Qualitätsverbesserung bei dr Adressierung zu erkennen.

In welchen Geschäftsbereichen hat what3words sein globales Geschäft begonnen?

Es waren die globalen Logistikunternehmen, die stets bemüht sind einen standardisierten Weg einzuschlagen, um damit Lieferziele zu finden, zu bestätigen und somit in ihrem Geschäft mit sehr dünnen Margen letztlich Kosten- und Effiziensvorteile zu nutzen.

Daher war es logisch, genau auf diese Logistikbranche zu fokussieren. Die jeweiligen nationalen Adressierungssysteme unterscheiden sich von Land zu Land und sind oft bei weitem nicht ausreichend. GPS-basierte Navigationssysteme sind konsistent, genau und maschinenfreundlich, aber schwer verständlich und anfällig für menschliche Fehler.

Und so setzen heute globale E-Commerce-Fulfiller das 3-Wort-Adresskonstrukt ein, denn es ist immer konsistent, egal ob ein Paket für die Küste Afrikas oder das Herz Asiens bestimmt ist. Und jede einzelne Adresse kann sowohl von der Tracking-Software als auch von den Zustellfahrern verwendet werden.

Das Unternehmen what3words wurde in England gegründet und ist inzwischen weltweit aktiv

„Wir haben das Unternehmen im März 2013 gegründet, und für eine Weile waren wir nur zu Dritt. Jetzt haben wir rund 110 Mitarbeiter und wachsen sehr, sehr schnell,“ so CEO Chris Sheldrick. Neben dem Investment in die Technologie und Benutzerfreundlichkeit der App wurde seitens der Führungsmannschaft viel Energie für die Suche nach den richtigen Investoren aufgewendet. Hier geht es um Glaubwürdigkeit, die Kontakte, die Erfahrung und das Wissen der Finanzpartner.

Welches war das größte Investment in what3words seitens der Entwicklung?

Das Gründungsteam hat von Anfang an viel in die Sprachentwicklung investiert. Es wurde durch die ersten Kundenprojekte zügig deutlich, dass what3words eine weltweit zugängliche Lösung repräsentieren musste. what3words ist derzeit 28 Sprachen verfügbar, darunter auch Chinesisch, Japanisch und Hindi. Mit diesen Sprachversionen sind ca. 3,8 Milliarden Menschen in der Lage sein, 3 Wortadressen in ihrer Muttersprache zu verwenden. Das entspricht ungefähr 51% der Weltbevölkerung.

Wer sind die Investoren des Startups what3words?

Im Jahr 2017 erwarb Daimler einen Anteil von 10% an dem Unternehmen. Inzwischen ist what3words-Sprachsteuerung in Mercedes-Benz A-Klasse oder in den Nutzfahrzeugen wie dem Sprinter eingeführt. Eine Series B Investitionsrunde wurde von Aramex angeführt, mit weiteren namhaften Investoren wie der Deutschen Bahn, SAIC Capital, Alpine Electronics Inc. und Intel Capital.

Das letzte großes Investment kam von Sony Innovation Fund aus Japan

Nach diesen ersten großen Kapitalrunden investierte zuletzt der Venture Capital-Zweig von Sony, der Sony Innovation Fund, in what3words. Dieser Sony Innovationsfonds nutzt das technologische Know-How des Unternehmens, um sich mit innovativen Startups wie hier what3words in Bereichen neuer Technologien wie Roboter und Künstlicher Intelligenz zu befassen.